umweltzeichen

Sicherheit und Vertrauen

Der Markt verlangt zunehmend chemische Reinigungsprodukte, die mit Umweltlabeln zertifiziert sind, zumal mit international geltenden. Und er bekommt sie. Kritische Hersteller-Stimmen dazu gibt es übrigens auch.

Text: Hansjörg Preims

Mittlerweile bietet so gut wie jeder Chemiehersteller auch seine Öko-Produkte an. Wer im Geschäft bleiben will, muss auch mit EU-Ecolabel & Co aufwarten können. Aber auch um nationale Siegel wie zum Beispiel das Österreichische Umweltzeichen kommen die Hersteller nicht herum, zum Teil sind sie von Beschaffungsseite her ja auch vorgeschrieben. Wobei mit „nicht drum herum kommen“ keineswegs den Herstellern ökologischer Widerwillen unterstellt werden soll, im Gegenteil – das ökologische Bewusstsein ist allenthalben viel stärker geworden. Laut Ing. Rudolf Weissensteiner, Abteilungsleiter Forschung & Entwicklung bei hollu, ist die Entwicklung eines zertifizierten Produktes an sich aber auch „nicht viel aufwändiger als die eines nicht umweltzertifizierten, da man beispielsweise die Reinigungswirkung in jedem Fall prüfen muss.“ Zusatzaufwand bereite lediglich die Prüfung der zulässigen Inhaltsstoffe. Hinzukomme ein geringer bürokratischer Aufwand wie das Ausfüllen der Formulare und die Einreichung zur Überprüfung bei der Umweltberatung. Doch auch der halte sich in Grenzen. „Nach unseren Erfahrungen arbeiten die zuständigen Stellen sehr effizient und schnell“, sagt Weissensteiner.

Auf Inhaltsstoffe und Reinigungsleistung geprüft

hollu verwendet für seine Produkte das europaweit anerkannte EU-Ecolabel (EU-Blume) sowie das Österreichische Umweltzeichen – beides renommierte Gütesiegel zur Kennzeichnung von Produkten und Dienstleistungen mit besonderer Umweltverträglichkeit und geringer Gesundheitsbelastung.

Diese beiden Siegel sowie auch der vor allem in Nordeuropa verwendete „Nordic Swan“ sind die, welche für Weissensteiner auch am meisten Sinn machen. „Erstens, weil diese Siegel anhand von objektiven Prüfkriterien eine aussagekräftige und nachvollziehbare Beurteilung liefern, und zweitens, weil sie nicht nur hinsichtlich ihrer Inhaltsstoffe, sondern auch hinsichtlich ihrer Reinigungswirkung geprüft werden“, erklärt Weissensteiner. Sprich: hier finde neben dem Umweltaspekt eine Qualitätsprüfung der Produktleistung statt.

Wie wichtig ist dem Kunden ein solches Siegel? Weissensteiner: „Siegel sind ein wichtiger objektiver Beleg für die Umweltverträglichkeit der Produkte und auch für den Kunden nachvollziehbar – sie geben also Sicherheit und schaffen Vertrauen.“ Doch für noch wichtiger erachte er die generelle nachhaltige Einstellung eines Unternehmens, die in der gesamten Prozess- und Wertschöpfungskette zum Ausdruck kommen sollte: von der Produktion bis zum Recycling der Verpackungsmaterialien. Im Fall von hollu, so Weissensteiner, bedeute das: „Verantwortung wahrnehmen, Ressourcen schonen, Anwendungen sicherer machen und grüne Innovationen vorantreiben.“

Nachhaltigkeit ist wesentlich umfassender

Auch bei der DR.SCHNELL Chemie GmbH gehören die mit dem EU-Ecolabel – wie auch dem Nordic-Swan – ausgezeichneten Produkte fest zum Sortiment. „Diese Produktzertifizierungen bewerten allerdings hauptsächlich die Inhaltsstoffe, das ist die Basis, aber Nachhaltigkeit ist für uns wesentlich umfassender“, sagt Dr. Thomas Schnell, Geschäftsführender Gesellschafter. „Wir verstehen uns als Vorreiter im Bereich Nachhaltigkeit, daher legen wir größten Wert darauf, eigene Standards zu setzen, die weit mehr Aspekte als nur Inhaltsstoffe berücksichtigen. So legen wir an unsere Produkte, wie zum Beispiel die „Starken 3 der Gebäudereinigung“ (MILIZID, FOROL und FLOORTOP) oder die „Starken 3 der Küchenhygiene“ (GASTRO PUR, DESIFOR-A und PEROCID) den höchsten Maßstab, bezogen auf die Wirksamkeit, die Wirtschaftlichkeit der Anwendung, die Gesundheits-  und Umweltverträglichkeit.“ Ein weiteres Beispiel sei die SENSITIVE Linie, dessen Produkte als einzige in der professionellen Reinigung ein Empfehlungslabel des Deutschen Allergie- und Asthmabund e.V. vorweisen.

„Ausgehend von unserer Unternehmensphilosophie zählt für uns nicht nur die Zertifizierung unserer Produkte, sondern die ganzheitliche Verantwortung“, betont Dr. Schnell. Der komplette Prozess von Werkstor zu Werkstor, wie es die A.I.S.E Charter for Sustainable Cleaning, das Siegel des Europäischen Dachverbands der Reinigungsmittelhersteller, vorschreibe, stehe dabei im Fokus. Dies umfasse folgende acht Bereiche: Inhaltsstoffe, Produktion, Produkte, Verpackung, Transport, Anwendung, Training & Service und Abfallbeseitigung.

„Natürlich sind die Produkte hier ein wesentlicher Teil, aber eben nur ein Teil“, so Dr. Schnell weiter. Um das Siegel der A.I.S.E zu erhalten, komme ein unabhängiger Gutachter eigens einen Tag ins Haus, durchleuchte und inspiziere jeden Prozess und gebe erst dann seine Freigabe für die Zertifizierung des Unternehmens.

Auch Hagleitner bietet eine Reihe von Produkten an, die mit dem EU-Ecolabel und dem österreichischen Umweltzeichen ausgezeichnet sind, konkret die Nachfüllungen für die Seifenspender sowie eine komplette Produktlinie im Bereich Objekthygiene („una“). Darunter fallen Sanitärreiniger, Universalreiniger für die Küche, Fettlöser, Wischpflege für wasserfeste Böden, Kraftreiniger sowie Glasreiniger. Dr. Georg Steiner, Produktmanager bei Hagleitner: „Beide Auszeichnungen stehen für nachgewiesene Umweltfreundlichkeit, hohe Gebrauchstauglichkeit sowie Qualität. Im Zertifizierungsprozess muss eine hohe Reinigungskraft bewiesen werden, die nicht schlechter ist als von einem handelsüblichen Vergleichsprodukt.“ Diese chemischen Produkte mit den beiden Siegeln seien also nachgewiesen effizient und effektiv, gleich wie derartige Produkte ohne Umweltzeichen, aber mit umweltfreundlicheren Inhaltsstoffen. „Seit mittlerweile einem Jahrzehnt hat Hagleitner diese Produkte im Sortiment – das ist der beste Beweis dafür, dass sie gut wirken und die Kunden damit zufrieden sind“, sagt Steiner. „Vor allem der öffentlichen Hand wie Schulen und Gemeindeämtern sind diese Siegel sehr wichtig sowie auch umweltbewussten Kunden.“

Außerdem bietet Hagleitner seinen Handelspartnern Produkte mit dem skandinavischen Öko-Label Nordic Swan an, das für umweltfreundliche Produkte steht, welche die Natur so wenig wie möglich belasten.

Dass für die Firma Hagleitner Nachhaltigkeit sehr wichtig sei, zeige sich aber nicht nur an den zertifizierten Produkten, sondern, so Steiner, auch im Unternehmen: „Mit dem eigenen Bahnanschluss können seit 2004 jährlich rund 10.000 Tonnen Güter von der Straße auf die Schiene verlagert werden. Mit dem eigenen Siegel „green efficiency“ hat Hagleitner sichergestellt, dass sämtliche chemischen Dosierprodukte in der Küchen- und Wäschehygiene NTA-, EDTA- und phosphatfrei hergestellt werden. Wir haben diese gesundheits- und umweltgefährdenden Rohstoffe durch unbedenkliche, umweltfreundliche Alternativen ersetzt – ein Anspruch, der richtungsweisend ist für die gesamte Branche.“ Die zweite Säule des green efficiency Konzeptes ist die Produktkonzentration. Das hält die Verpackungsvolumen so gering wie möglich und reduziert den Transportaufwand. Die modernen Dosiergeräte verhindern ein Über- oder Unterdosieren der Produkte.

Klar definiertes Mindestmaß an Reinigungsleistung

Heinz Roscher, Verkaufsleiter bei Werner & Mertz Professional: „Alle unsere green care PROFESSIONAL-Produkte aus zertifizierbaren Produktkategorien sind sowohl mit dem EU-Ecolabel als auch mit dem österreichischen Umweltzeichen zertifiziert. green care PROFESSIONAL-Reinigungsprodukte aus Anwendungskategorien, für die derzeit noch keine Kriterienkataloge des EU-Ecolabels bzw. des Österreichischen Umweltzeichens zur Verfügung stehen, wie etwa Bodenpflege- und Küchenhygieneprodukte, sind nach dem nordischen Ecolabel Nordic-Swan zertifiziert.“ Die genannten Ecolabel-Systeme seien qualitativ vergleichbar und beruhten auf ähnlichen Beurteilungskriterien, so Roscher. Und: „Ein hoch innovatives Sortiment von acht green care PROFESSIONAL-Produkten,  bestehend aus drei Sanitärreinigern, drei Oberflächenreinigern, einem Glasreiniger sowie einem pflegenden Fußbodenreiniger sind seit Dezember 2013 als erste professionelle Reinigungsmittel-Serie weltweit zusätzlich mit dem Qualitätssiegel „Cradle to Cradle certified (CM) GOLD“ ausgezeichnet. Mit dieser äußerst ambitionierten Nachhaltigkeitszertifizierung nimmt green care PROFESSIONAL erneut seine Pionierfunktion für nachhaltige Entwicklung von gewerblichen Reinigungsmitteln wahr.“

Sicher ist für Roscher: „Die heutigen Ecolabel-Systeme – EU-Ecolabel, Österreichisches Umweltzeichen und Nordic Swan – stellen Anforderungskataloge für ,umweltfreundliche’ Reinigungsmittel dar, welche die Umwelt weniger belasten als klassische Produkte.“ Zudem könne positiv hervorgehoben werden, dass durch die Ecolabel-Systeme ein klar definiertes Mindestmaß an Reinigungsleistung in diesen umweltfreundlichen Produkten sichergestellt werde, da ein Gebrauchstauglichkeitsnachweis für jedes Ecolabel-Produkt erbracht werden müsse.

Leider aber, sagt Roscher, schwanke das Mindestleistungsniveau für verschiedene Produktgruppen sehr stark. So stelle der Nachweis der Gebrauchstauglichkeitsprüfung für Waschmittel und Geschirrreinigungsmittel durchaus eine Herausforderung für die Produktentwickler dar, während z.B. der Nachweis des Mindestleistungsniveaus für Oberflächenreiniger ambitionierter sein sollte, um eine praxisgerechte Leistung des Produktes zu belegen. „Einschränkungen bezüglich der Sicherstellung einer angemessenen Reinigungsleistung sowie einer wirtschaftlichen Reinigungsdurchführung ergeben sich durch die derzeitigen Kriterienkataloge aus unserer Erfahrung aber nicht“, so Roscher weiter. Jedoch würden durch die derzeitigen Ecolabel-Systeme bislang nur Basisanforderungen an „nachhaltige“ Reinigungsmitteln definiert, da wichtige Elemente einer nachhaltigen Entwicklung von Reinigungsmitteln (noch) keine Berücksichtigung fänden. Ecolabel-Kriterien würden sich derzeit nahezu ausschließlich an den Prinzipien der „Öko-Effizienz“ orientieren, die jedoch alleine keine Beurteilung der generellen Nachhaltigkeit eines Produktes erlaube.  Wichtige Fragen zur „Öko-Effektivität“ der Produkte, wie etwa zur Materialgesundheit der eingesetzten Stoffe in Verpackungsmitteln oder zum Materialstromdesign von Reinigungschemie und Verpackungen oder zur Herkunft der zur Produktion eingesetzten Energieart seien bislang völlig unberücksichtigt geblieben.

Fehlende Anreize für weitergehende Optimierung des Nachhaltigkeitsprofils

Roscher bemängelt zudem, dass sich durch die Ecolabel-Systeme in ihrer heutigen Art keine Anreize für eine weitergehende Optimierung des Nachhaltigkeitsprofils jenseits der Mindestanforderungen ergäben, „da alle Produkte, welche die Mindestkriterien erfüllen, mit einer identischen Bewertung ausgezeichnet  werden („Ecolabel-zertifiziert“  eine „ja“ / „nein“-Entscheidung).“ Daher fehle Anwendern bzw. Interessenten von ökologischen/nachhaltigen Reinigungsmitteln jede Möglichkeit einer vergleichenden Qualitätsbeurteilung von Ecolabel-Produkten untereinander.

Zur Cradle to Cradle®-Zertifizierung erklärt Roscher: „Diese stellt die derzeit umfassendste Produktzertifizierung dar, die alle relevanten Kriterien einer ganzheitlich-nachhaltigen Entwicklung berücksichtigt und deshalb bis heute als einziges Nachhaltigkeits-Siegel für Produkte gelten darf.  Im Rahmen einer solchen Zertifizierung wird eine vollständige Erfassung und Beurteilung der Materialgesundheit aller Stoffe  sowohl der Reinigungschemie als auch der Verpackung inkl. Etikettierung vorgenommen. Ferner wird auch das Materialstromdesign, die Wiederverwertungsfähigkeit sowie ein tatsächlich bereits umgesetztes Recycling der Komponenten ermittelt und beurteilt sowie der möglichst weitgehende Einsatz regenerativer Energien zur Herstellung der Produkte in den Mittelpunkt der Beurteilung  der ökologischen Qualität gestellt.“ Darüber hinaus erfordere eine erfolgreiche Cradle to Cradle®-Zertifizierung seitens des produzieren Unternehmens Maßnahmen zum Wasserschutz (Aufbereitung u. Qualität von Produktionsabwässern) sowie zum sozial verantwortlichen Handeln. Die Zertifizierungskriterien würden zudem eine Abstufung des erreichten Grades an ganzheitlicher Produktqualität erlauben, die über die Stufen „Basic“, „Bronze“,  „Silber“, „Gold“ bis „Platinum“ ansteige und somit für den Hersteller einen Anreiz für eine kontinuierliche Verbesserung setze, so Roscher.

Nachhaltige Gebäudebewirtschaftung erhöht Nachfrage für Öko-Reinigungsmittel

Wie wichtig ist aus Roschers Sicht den Kunden ein Umwelt-Label? „Eine Ecolabel-Zertifizierung (EU/Nordic Swan/Österreichisches Umweltzeichen) von Produkten stellt immer häufiger eine notwendige Bedingung für den Nachweis der Umweltverträglichkeit von gewerblichen Reinigungsmitteln dar und wird besonders von ausschreibenden öffentlichen Stellen als obligatorische Notwendigkeit für eine Einkaufsentscheidung angesehen. Die Notwendigkeit von Ecolabel-Zertifizierungen finden sich daher auch in fast allen Kriterienkatalogen zum nachhaltigen Einkauf von Reinigungsmitteln von Städten und Kommunen.“ Aber auch Endkunden (Auftraggeber von Reinigungsdienstleistern), die sich konkrete Ziele zur nachhaltigen Entwicklung gesteckt hätten, würden von ihren Dienstleistern immer häufiger den Einsatz von Produkten mit Ecolabel-Zertifizierung fordern. Auch durch die zunehmende Zahl an zertifizierten Gewerbeimmobilien wachse die Nachfrage an umweltfreundlichen Reinigungsmitteln weiter an, denn auch die nachhaltige Bewirtschaftung solcher Gebäude sei zertifizierungsrelevant.

Als dritte spezielle Käufergruppe für Ecolabel-Reinigungsmittel nennt Roscher „konsequent ökologisch ausgerichtete Reinigungsdienstleister, die sich der wachsenden Nachfrage nach ökologischer/nachhaltiger Reinigungsdurchführung folgend entweder neu gründen oder aus zuvor klassisch arbeitenden Betrieben hervorgehen.“ Für diese Kundengruppe diene das Ecolabel als einer der wichtigsten Nachweise ihrer gesamtökologischen Ausrichtung.

Je nach Einsatzbereich idente Reinigungsleistung wie konventionelle Produkte 

DI Peter Herbst, Leiter Hygiene Institutional bei Ecolab, will grundsätzlich einmal festhalten: „Öko heißt nicht generell schlechte Reinigungsleistung. Hier wird sehr wohl auch auf eine gute Reinigungsleistung geachtet.“ Von einem dünnen „Wässerchen“ werde in der Praxis meist mehr verbraucht, und das sei auch nicht Öko. Konzentrate würden sogar als günstig eingestuft, da hier beim Transport weniger Wasser befördert werde. Zur Wirksamkeit von Öko-Reinigungsmitteln könne er sagen: „Es gibt geeignete Produkte, die 100 Prozent  die gleiche Reinigungsleistung wie konventionelle Produkte haben.“ Es komme hier auch auf das Einsatzgebiet und die dafür benötigten Wirkstoffe an.

Herbst weist in diesem Zusammenhang auch auf die ÖkoRein-Liste für den gewerblichen Bereich von „die umweltberatung“ Wien hin, die einerseits Öko-Label-Produkte anführe, aber auch viele konventionelle Produkte, die nach einer Prüfung der Inhaltsstoffe auch als umweltfreundlich eingestuft würden  – „mit optimaler Reinigungsleistung.“

ÖkoRein und das Ampelsystem von „Die Umweltberatung“

„Die umweltberatung“ Wien beschäftigt sich seit 20 Jahren unter anderem mit der Bewertung von Wasch- und Reinigungsmitteln. Vor genau 20 Jahren war der Startschuss für die Positiv-Listen von umwelt- und gesundheitsschonenden Wasch- und Reinigungsmitteln. Harald Brugger, bei „die umweltberatung“ verantwortlich für das Projekt „ÖkoRein“ im Bereich Chemie & Konsum: „Diese Positiv-Listen haben sich gut entwickelt, gerade im gewerblichen Bereich. Firmen reichen ihre Produkte bei uns ein, die Rezepturen werden von uns bewertet und bei positiver Bewertung positiv gelistet.“ Später gab es auch für den Consumer-Bereich eine Positiv-Liste. 2012 hat das, in Kooperation mit der Energie- und Umweltagentur Niederösterreich, in der Datenbank für umwelt- und gesundheitsschonende Wasch- und Reinigungsmittel „ÖkoRein“ (www.umweltberatung.at/oekorein) gemündet. Es funktioniert im Prinzip genau gleich wie bei den vorherigen Positiv-Listen. Brugger: „Wir bekommen von den Firmen – unter Verschwiegenheitspflicht – die genauen Rezepturen der Produkte eingereicht und bewerten sie aufgrund von bestimmten Kriterien. Diese Kriterien werden auf breitester Ebene abgeklärt: Einerseits arbeiten wir mit der Umweltzeichenabteilung des Vereins für Konsumenteninformation zusammen, aber wir stehen auch in Dialog mit dem Fachverband der Chemischen Industrie, um die Seite der Entwickler und Herstellerfirmen einzubeziehen.“

Die Kriterien bauen auf einer Einzelstoffbewertung auf, das heißt, man schaut sich die einzelnen Inhaltsstoffe an, kommt am Ende zu einer Summenbewertung für das Produkt und kennzeichnet es nach einem Ampelsystem – Grün, Gelb oder Rot. Wobei „Rot“-Produkte ausgeschieden bzw. gar nicht öffentlich abrufbar sind. Veröffentlicht werden im gewerblichen Bereich „Grün – wenig belastend für Umwelt und Gesundheit“ und „Gelb – mäßig belastend für Umwelt und Gesundheit“ bewertete Produkte. Im Consumer-Bereich werden überhaupt nur „Grün“-Produkte gelistet.

Die Kriterien von „die umweltberatung“ sind darüber hinaus mit denen von „ÖkoKauf Wien“ harmonisiert, dem Programm der ökologischen Beschaffung der Stadt Wien. „Das heißt, unsere Produkte entsprechen den Vorgaben von ÖkoKauf Wien“, erklärt Brugger. Ebenfalls entsprechen sie den Kernkriterien für Wasch- und Reinigungsmittel für den Österreichischen Aktionsplan Nachhaltige öffentliche Beschaffung (NaBe). Seit kurzem kooperiert „die umweltberatung“ mit dem Lebensministerium und dem Verein für Konsumenteninformation in der Form, dass Reinigungsmittel, die mit dem Österreichischen Umweltzeichen zertifiziert sind, automatisch in die Datenbank ÖkoRein übernommen werden.


Alle Reinigungsprodukte mit dem Österreichischen Umweltzeichen auf:
www.umweltzeichen.at/cms/home/produkte/content.html
(Kärcher, Bösch Reinigungssysteme, BULS chem&more, BUZIL, Dr. Weigert, E. MAYR Reinigungstechnik, Hagleitner Hygiene International, Initial Hygiene Austria, hollu, Tana greencare, Wetrok, u.a.m.)


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