BROMBERGER VERSUS FLUGHAFEN

Die ehemaligen langjährigen Winterdienstpartner BROMBERGER’s Flughafenbetreuungsbetriebe und der FLUGHAFEN WIEN liegen im Clinch. Außergerichtliche Lösungen fast ausgeschlossen, gerichtliche mehr als schwierig.

Text: Christian Wolfsberg

(Gleich vorab Rechtliches zum Verständnis: Dieser Artikel handelt ausschließlich von den nach dem Verkauf des Großteils von Bromberger’s Betrieben 2013 von dem in Bromberger Holding verbliebenen Bromberber’s Flughafenbetreuungsbetriebe GmbH.)

So, aber jetzt: Seit 1995 ist Bromberger am Flughafen im Winterdienst tätig, 1998 und 2003 wurden nach Ausschreibungen jeweils 5-Jahres-Vereinbarungen geschlossen. 2008 begann die letzte und auch größte Vereinbarung, die aber 2013 gekündigt wurde und seither gerichtsanhängig ist. Das Drama lief – sehr salopp, aber dafür verständlich formuliert – etwa so ab: Bromberger und der Flughafen Wien hatten ab 2008 die Absicht, sich auf 10 Jahre zusammenzutun. Der Flughafen, vermutlich um gute Konditionen zu lukrieren, Bromberger, vermutlich um einen langfristigen Auftrag in der Tasche zu haben. Aber wie so oft im Geschäftsleben änderten sich die Ansprechpartner und/oder auch die Absichten und Ansichten einer Seite recht schnell. 2012 erschien es dem Flughafen opportuner, den Auftrag an die eigene Tochter („GetService“ – 51 Prozent Flughafen Wien, 49 Prozent Christian Knobloch, Hellrein etc. zu vergeben, und so wurde eben für Mitte 2013 gekündigt. Das erstgerichtliche Urteil befand die Vorgangsweise des Flughafens für rechtens. Es soll aber weitergehen. Machen Sie sich Ihr Bild:

Rudolf Bromberger: „Dass alle Ansprechpartner des Flughafens sich plötzlich nicht mehr an die Zusagen der 10 Jahre Laufzeit des Vertrages erinnern können, hat eine gewisse „Seltsamkeit“. Es geht aber nicht mehr um die restliche Laufzeit, obwohl es natürlich schon tragisch ist, wenn aus Gründen, die noch immer nicht geklärt sind, fast 100 Menschen ihren Arbeitsplatz verlieren. Dass man damit auch ein – seit bald 38 Jahren bestehendes Unternehmen – in Existenzprobleme bringt, ist – scheinbar – auch für die Verantwortlichen des Flughafens mit Gleichgültigkeit und Desinteresse verbunden. Im aktuellen Gerichtsverfahren geht es darum, die Rabatte und Sonderkonditionen zurückzufordern, deren Basis ausschließlich die zugesagte Laufzeit des Vertrages und die Erweiterung der Flächen und des Leistungsumfanges waren. Dies wurde ja nicht irgendwie ,nur so’ zugesagt, sondern auch umfangreich und nachvollziehbar in Dokumenten fixiert. Ausverhandelt – oder wie auch immer man das bezeichnen will – wurde ein Gesamtrabatt auf alle Leistungen in der Ideologie eines 10-Jahres-Vertrages. Zusätzliche Rabatte, auch in wesentlichem Umfang im Bereich der Verkehrsflächenreinigung, dem Winterdienst im Bereich Airside (gemeint ist der Bereich, wo die Flugzeuge stehen) und auch im Zusammenhang mit dem Waschen der Parkhäuser und Tiefgaragen, sind natürlich nur dann kaufmännisch realistisch umsetzbar, wenn auch die dazugehörige Kalkulation inklusive Vertragslaufzeit und auch die entsprechenden Flächen und Leistungsdispositionen, zusammenstimmen.“

Peter Kleeman, Pressesprecher Flughafen Wien: „Die Vertragsauflösung war rechtlich völlig korrekt, das wurde vom Gericht mittlerweile auch bestätigt. Der Flughafen hat auch freiwillig eine Lösung bezüglich der gestellten Forderungen angeboten, die von der Firma Bromberger jedoch abgelehnt wurde. Wir bedauern, dass es zu so einer Situation gekommen ist, müssen aber höflich festhalten, dass, wie jedes andere börsennotierte Unternehmen auch, auch die Flughafen Wien AG betriebswirtschaftliche Grundsätze einzuhalten hat und nicht das wirtschaftliche Risiko von anderen Unternehmen übernehmen kann.“

Das letzte Wort wird aus derzeitiger Sicht wohl das Gericht sprechen, dennoch kann gelernt werden: 1. Weder der 1.000-seitige Vertrag noch der Handschlag mit Spucke garantieren ein gütliches Ende am Schluss, und 2.: Vertrauen und Anständigkeit sind im Geschäftsleben ein Ding der Vergangenheit. Knallhart und kalt, das sind die Geschäftsformen von heute.

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