Matthias Dürig
Matthias Dürig

„Geschätzte Zuverlässigkeit, aber auch große Vorbehalte“

Status Quo von Robotics in den Schweizer Reinigungsunternehmen

Text: Matthias Dürig

Die Robotik in der Gebäudereinigung ist wie KI in aller Munde. Wie aber bei der künstlich geschaffenen Intelligenz möchte zwar jeder gerne und schnell profitieren, jedoch gibt es, wie so oft, auch ein paar Stolpersteine auf dem Weg zum perfekt eingesetzten Reinigungsroboter. 

Die Robotik kann eine Ergänzung zur menschlichen Arbeitskraft sein. Das Gerät nimmt dem Reinigungsfachpersonal monotone und körperlich belastende Arbeiten ab. Das Reinigungsergebnis entspricht bei vielen Geräten dem Niveau, das konventionelle Scheuersaugmaschinen ebenfalls erreichen. 

Aus welchen Gründen setzen Schweizer Unternehmen auf Robotik? Die Reproduzierbarkeit, also das ständig gleichbleibende Level der Arbeitsausführung, ist eines der Hauptargumente, die für die elektronischen Helfer sprechen. Sie fahren täglich dieselben Routen ab, ohne müde oder krank zu werden. Diese Zuverlässigkeit ist es, die im Industrieumfeld geschätzt wird. Zudem bieten die robotisierten Scheuersaugmaschinen einen weiteren Vorteil gegenüber der manuellen Reinigung und der Ausführung mit klassischen Scheuersaugmaschinen: die Dokumentation der Arbeitsausführung. Nach erfolgter Reinigung kann man in Handy-App’s oder dem entsprechenden Web-Portal in die erledigte Arbeit Einsicht nehmen. Die Daten sind sauber aufbereitet verfügbar.

Neben den Kosten für die Anschaffung der Geräte ist der Umstand, dass die Gebäudereinigungsfachleute Angst haben, der Roboter könnte ihnen die eigene Stelle streitig machen, ein zweiter hemmender Faktor.

Die Herausforderungen, welche einen breiteren Einsatz bremsen: Die Initialkosten für die Geräte sind aktuell noch hoch, das Onboarding der Reiniger ist aufwändig und diese Herausforderungen im Bereich der Datensicherheit überblickt man aktuell noch nicht vollständig. Neben den Kosten für die Anschaffung der Geräte ist der Umstand, dass die Gebäudereinigungsfachleute Angst haben, der Roboter könnte ihnen die eigene Stelle streitig machen, ein zweiter hemmender Faktor. Dabei kann der neue Helfer in Zeiten des Fachkräftemangels ein tatkräftiges Teammitglied für die Erledigung monotoner und körperlich belastender Arbeiten sein. 

Was aktuell den Einsatz von Robotern in der Schweiz am stärksten bremst, sind die Sicherheitsbedenken der Kunden. Die Roboter sammeln für die Ausführung ihrer Tätigkeit aktiv Sensordaten. Diese Daten bestehen in einigen Fällen aus visuellen Daten wie Videos. Öfter aber aus Pixelwolken aus Tiefensensoren, LiDAR und anderen für den Menschen schwer erkennbaren Informationen. Dennoch sind die Vorbehalte groß. Speziell bei Geräten, welche in Asien gefertigt werden. Hier stehen die Hersteller vor der Herausforderung, Lösungen zu finden, welche Vertrauen beim Endkunden schaffen.

Resümee: Die Geräte sind recht teuer und die Datenschutzbedenken sind groß. Die Robotik ist aber auch in der Gebäudereinigung nicht aufzuhalten.


Matthias Dürig, Projektleiter bei Hygieneforum.ch, ist ein Experte für den Einsatz digitaler Helfer in der Gebäudereinigung. Er unterstützt die Koordination von Robotereinsätzen und analysiert für ReinigungAktuell den aktuellen Stand der Reinigungsrobotik in der Schweiz.

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