„Nun weiß jedes Kind: Hygiene rettet Leben“

Welche Spuren hat und wird Covid in der Reinigungsbranche hinterlassen? Ein Rundruf.

Wagner-kViktor Wagner, REIWAG:

„Die deutlichste Spur ist die stark gestiegene Akzeptanz und vor allem die Wertschätzung der gesamten Reinigungsbranche und deren Mitarbeiter. Man erkennt, dass eine gute Ausbildung die Hygiene und somit die Gesundheit am Arbeitsplatz fördert und sichert, besonders unterstützt durch umfangreiche Desinfektionsmaßnahmen, welche sehr häufig wegen Corona beauftragt wurden.“

Judith_FREI_Feb-2017_kpl-KopieJudith Stangl-Widmar, Stangl Reinigungs-technik:

„Wir sind der Ansicht, dass die Corona-Krise, wie wir sie jetzt seit dem Frühjahr erleben, für diese spezifische Branche eine gute Chance bietet, der Kernkompetenz Reinigung und Hygiene dauerhaft einen hohen Stellenwert in der Wahrnehmung zu geben. Stangl als Technik- und Hygiene-Anbieter mit einem hohen Qualitätsanspruch unterstützt den Dienstleister hier mit zuverlässigen und innovativen Produkten, relativ niedrigen Lebensdauerkosten seiner Maschinen, einer starken und ausgezeichneten Kundendienstorganisation, aber auch mit neuen, digitalen Lösungen, wie zB. dem StaTrack-System für ein effizientes Maschinenmanagement.“

Michael_T_GruessingerMichael T. Grüssinger, Alfred Kärcher GmbH:

„Aus meiner Sicht werden drei Themen mehr als bisher in den Fokus rücken: Digitalisierung auch hinsichtlich Dokumentation und nachweisbarer Leistung, Veränderung der Arbeitswelt durch neue Zeitmodelle und dass Hygiene für breite Teile der Bevölkerung zum wichtigen Thema geworden ist.“

Michael-Simecek-DiverseyMichael Simecek, Diversey:

„Abhängig von der Dauer der Krise, ist eine Neustrukturierung des Marktes insbesondere für jene Dienstleister zu erwarten, die für die Hotellerie tätig sind. Allgemein sehen wir bereits jetzt Bestrebungen, die Materialkosten zu optimieren. Wir rechnen auch mit einem erhöhten Nachhaltigkeitsbewusstsein, welches die Qualität mehr in den Mittelpunkt rücken wird satt Umsatzwachstum um jeden Preis.

Hygiene wird jetzt und langfristig gesehen einen anderen Stellenwert erfahren als vor Covid. Reinigung und Desinfektion wird sichtbarer und nachhaltig ökologisch wie auch ökonomisch gestaltet werden müssen.  Wir haben in vielen Situationen dieser Gesundheitskrise bewiesen, dass man sich auf Diversey und vor allem auf seine Mitarbeiter verlassen kann. Wir haben die Verantwortung, den Menschen in Themen der Hygiene mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Dieser Verantwortung stellte sich Diversey schon bisher und wird dies auch in Zukunft sicherstellen. Unsere Kunden haben große Erwartungen dahingehend.“

Wolfgang_Bonness-DiverseyWolfgang Bonness, Diversey:

„Corona hat die Branche gründlich auf Trab gehalten. Wenngleich nicht unlösbar, so waren wir mit zwei Herausforderungen konfrontiert, die uns einiges abgerungen haben. Zum einen kam es zu einem nie dagewesenen Paradigmenwechsel, hin zu mehr Desinfektion und einer rigorosen Einhaltung hygienisch einwandfreier Reinigungsabläufe. Hier zeigte sich der Mehrwert von erfahrenen Firmen wie Diversey. Wir konnten unsere Expertise hinsichtlich Betriebshygiene mit einer umfangreichen POST-COVID19 Dokumentation unter Beweis stellen.

Die andere Herausforderung war die Bereitstellung von kundenspezifischen Lösungen im Zeichen sich ständig ändernder Auflagen und kollabierender, globaler Lieferketten. Es hat sich allerdings gezeigt, dass ein gemeinsames Miteinander entscheidend war, die richtigen Entscheidungen zu treffen und maßgeschneiderte Lösungen zeitnah an unsere Kunden zu bringen.

Wie wird es weitergehen? Die Lehren dieser Krise werden sobald nicht vergessen werden. Und das ist auch gut so.“

SimonMeinschadSimon Meinschad, hollu:

„Das Hygienebewusstsein in der Bevölkerung ist massiv gestiegen. Der Beitrag, den Reinigung und Hygiene zur Gesundheit der Bevölkerung leisten, ist nun offensichtlich geworden. Zudem wünschen sich die Menschen eine neue Sichtbarkeit von Hygiene, um sich wieder sicher und wohl fühlen zu können. Professionelle Hygienelösungen und digitale Tools für Prozesssicherheit sowie Nachvollziehbarkeit der täglichen Reinigungs- und Desinfektionsabläufe werden unerlässlich. Somit wird die Coronakrise für die Reinigungsbranche sicher auch eine Chance sein. Gleichzeitig ist das Bewusstsein für Regionalität enorm gestiegen. Die Fertigungstiefe für jedes Unternehmen gilt es zu hinterfragen und Abhängigkeiten von globalen Märkten zu diskutieren. Gerade in turbulenten Zeiten zeigt sich, wie schnell man hier plötzlich alleine dasteht und wie wichtig verlässliche Partner vor Ort sind. Auch wir bei hollu haben neue regionale Partnerschaften geschlossen und werden dies noch weiter ausbauen.“

ATT_Attensam-OliverOliver Attensam, Unternehmensgruppe Attensam:

„Mit qualifizierten Fachkräften hat die professionelle Reinigung in der Coronakrise bewiesen, welchen Beitrag sie zur Aufrechterhaltung des öffentlichen Lebens leistet. Deshalb wurde die Reinigungsbranche schon am Beginn des ersten Lockdowns als systemrelevant eingestuft, und wir konnten unsere Arbeit fortsetzen – ein herzliches Dankeschön an unsere Mitarbeitenden, die in dieser Zeit Unglaubliches geleistet und dem Risiko getrotzt haben. Dieser Einsatz hat sicherlich dazu beigetragen, dass uns die Öffentlichkeit mit anderen Augen sieht und vermehrt als qualifizierte Dienstleister anerkannt. Situationsbedingt hat sich die Unterhaltsreinigung streckenweise nicht so wie erwartet entwickelt. Dafür konnte Attensam in der Oberflächendesinfektion 20-mal mehr Aufträge verbuchen. Ich gehe aber davon aus, dass sich die Gesamtlage normalisieren wird, sobald eine Impfung gegen COVID-19 verfügbar ist. Jedenfalls hat sich unsere Branche als relativ krisenfest gezeigt und kann hoffnungsfroh in die Zukunft blicken.“

Harald-PeterkaHarald H. Peterka, Greenbird Vertriebes GmbH:

„Covid hat 2 Probleme entstehen lassen: Problem 1 – das inkonstante Gebäude. Covid hat den Trend zum „nicht konstant“ ausgelasteten Gebäude innerhalb von Stunden zur Realität werden lassen. Jeder Reinigungsgauftrag, der darauf aufbaut, mit einer „Pauschale“ eine Leistung zu erbringen, ist unbrauchbar geworden. Ohne dynamisches Verhalten des Dienstleisters ist eine Bewirtschaftung für die Reinigungskunden nicht mehr befriedigend. Die Branche hat einen Trend verschlafen, der seit Jahren langsam seinen Weg gegangen ist und nun flächendeckend vorhanden und zur Anforderung geworden ist. Die Branche hat sich nicht darauf vorbereitet und kann dem Kunden keine Lösung bieten.

Problem 2 – Die Flächen schrumpfen. Unsere Kunden haben auch erkannt, dass Homeoffice eine gute Lösung ist; Mitarbeiter wollen das zum Teil auch und wollen solche Arbeitsmodelle auch nach Corona weiter haben – damit wird viel Fläche kundenseitig nicht mehr benötigt; zudem tauschen Mitarbeiter ihren fixen Arbeitsplatz gegen den Komfort des Homeoffice, das heißt, auch die nonterritoriale „Open Space“-Fläche gewinnt an Bedeutung und führt zu kundenseitigen Flächenreduktionen. Weniger Fläche heißt weniger Umsatz für die Reinigungsbranche – „Open Space“ heißt, dynamische Bewirtschaftung.

Die Branche wird im Umsatz mittelfristig nicht mehr wachsen, eventuell sogar schrumpfen. Die Zeiten der „einfachen konstanten Reinigungspauschale“ ist ebenso in vielen Bereichen vorbei.

Corona zwingt die Reinigungsbranche in eine grundlegende Neuerfindung.

Andreas-MeitzAndreas Meitz, Arndt Wien:

„Die Corona-Pan­demie hat die Reinigungsbranche nachhaltig verändert: Auf der einen Seite sind die hygienischen Anforderungen gestiegen, Reinigungsintervalle wurden erhöht und Desinfektion wird sicherlich auch weiterhin einen höheren Stellenwert einnehmen. Da die Gebäudereiniger an vorderster Front mit dem Virus konfrontiert sind, ist der Schutz der eigenen Mitarbeiter vor einer möglichen Infektion zudem notwendig geworden. So gehören je nach Infektionsrisiko und Art der Tätigkeit Mund-Nasen-Schutz, Einmalhandschuhe, aber auch Schutzkittel oder Einweg-Overalls zwischenzeitlich zur persönlichen Schutzausrüstung.

Auf der anderen Seite erleidet die Branche Auftragseinbrüche durch Schließungen von bspw. Hotels oder Schulen sowie die Ausweitung der Homeoffice-Regelungen in vielen Unternehmen. Die behördlichen Maßnahmen rund um COVID-19 bringen zudem erhebliche Herausforderungen mit sich, mit denen die Unternehmen umgehen müssen.“ 

sms-SASSE-Matthias-HeroldMatthias Herold, Dr. Sasse AG:

„Die vergangenen Monate haben gezeigt, dass Reinigen kein Service mit Maschinen für Objekte ist, sondern eine Dienstleistung von Menschen für Menschen. Gerade die zunächst oft improvisierten, später dann dauerhaft angelegten Hygienekonzepte haben bildlich vor Augen geführt: Reinigen ist nicht nur sauber, sondern sicher. Reinigen ist relevant. Unsere Teams haben sich mit Engagement, Kreativität und Verantwortungsbewusstsein dafür eingesetzt, dass die Mitarbeiter und Kunden unserer Auftraggeber sich geschützt und gut aufgehoben gefühlt haben: in Büros und Produktionsstätten, in Bussen und Bahnen, in Shops und öffentlichen Räumen. Der Pragmatismus, den wir hier zeigen konnten, wird sich als Qualitätsmerkmal erhalten. Das gleiche gilt für die neuen Kommunikationswege sowie die Prozessplanung und -steuerung. Hier hat sich in der täglichen Praxis nachdrücklich bewiesen, dass es nicht trotz, sondern dank der Digitalisierung möglich ist, unmittelbar und nah an den Menschen zu handeln.“

dauerboeckKarl Dauerböck, Gebäudereinigung Schmidt:

„Die Corona-Pan­demie ist ein dringender Appell an die Gesellschaft und die Politik und fordert uns auf zu mehr Gerechtigkeit. Im Epizentrum der Krise stehen auch die Reinigungskräfte, die in Kliniken, Pflegeheimen und Reha-Einrichtungen mit speziellen Schutzanzügen für klinische Sauberkeit und Hygiene und somit für die Aufrechterhaltung des Gesundheitssystems sorgen. Viele unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind aktuell besonders gefordert. Aktuell erfahren unsere „Heldinnen und Helden“ viel Wertschätzung. Diese Berufsgruppen, die rund um die Uhr arbeiten, zählen zu den unteren Einkommensschichten. Für sie brauchen wir jetzt bessere Arbeitsbedingungen, vor allem eine bessere Entlohnung. Doch der Kampf um bessere Gehälter ist oft ein Kampf gegen Windmühlen. Wir wünschen uns von der Politik, Gesellschaft und der eigenen Branche ein radikales Umdenken und hoffen, dass mit Abflachung der Pandemie auch die Anerkennung und Wertschätzung für diese Berufe nicht wieder abnimmt.“

EwingerHeinz Peter Ewinger, E.MAYR Reinigungstechnik:

„Im Frühjahr und auch jetzt im Herbst schätzt man die Reinigung und Desinfektion umso mehr. Was früher ein notwendiges Übel gewesen war, ist heute umso wichtiger. Die tatsächliche Leistung der Reinigungskräfte ist gar nicht hoch genug zu schätzen, da es immer selbstverständlich war und noch immer ist, ein sauberes Büro oder ein gut gereinigtes bzw. desinfiziertes Krankenzimmer vorzufinden. Covid-19 hat uns die Grenzen weltweit aufgezeigt, wie verletzlich und verwundbar das ganze System ist. Es wird Zeit, dass die Reinigungsbranche endlich den Stellenwert erhält, den sie eigentlich auch tatsächlich hat. Ohne uns würde gar nichts funktionieren. Vielleicht sehen auch einige Entscheidungsträger, dass doch nicht immer der Preis das Beste ist, sondern auch, WIE ein Unternehmen aufgestellt ist – ob man nicht nur sämtliche Zertifizierungen besitzt, sondern diese auch lebt und die Mitarbeiter korrekt entlohnt. Ich bin überzeugt, dass zumindest ein Umdenkprozess stattfinden wird, ob der „Immer-alles-billig-Weg“ richtig ist. Ob ein nachhaltiges Wirtschaften, Produktion im eigenen Land bzw. Kontinent, Arbeitsplätze, Konsum, Stabilität und sozialer Frieden nicht doch wertvoller sind als irgendwo 1-2 Cent zu sparen. Es ist Zeit, dass wir unser Tun und Handeln verändern und unsere Ressourcen ordentlich und nachhaltig einsetzen.“

simacekUrsula Simacek, SIMACEK:

„Die Spuren sind deutlich und spürbar, während des Lockdowns haben viele auch die Reinigung reduziert, und wir hatten in der Disposition alle Hände voll zu tun, um unseren Kunden jeweils die Lösung zu bieten, die sie gerade brauchten. Denn wir verstehen uns als Lösungspartner für unsere Kunden – somit ist es unsere Prämisse, auch in Krisenzeiten kundengerechte Situationen zu schaffen, und die müssen täglich mit unserer Personal-, Material und Einsatzplanung akkordiert sein. Die vermehrt eingesetzte Hygiene-Flächendesinfektion wird künftig wohl häufiger als vor Corona an neuralgischen Punkten eingesetzt werden, also überall dort, wo es ein erhöhtes Kontaktpotential gibt,  z.B Treppengeländer, Lichtschalter, Lifttasten etc.

Auf jeden Fall erforderte die Situation von uns allen in der Wirtschaft ein Höchstmaß an Flexibilität; bewährt hat sich da natürlich unsere jahrzehntelange Erfahrung am Hygienesektor, und so konnten wir auch rasch die erweiterten Hygieneleistungen professionell einsetzen und so wirksam den gesamten Gebäudebetrieb unterstützen. Generell wird uns ein geändertes Nutzerverhalten sicher auch in Zukunft beschäftigen.“

Familie-ReichelMario Reichel, BLITZBLANK:

„Wir hinterlassen keine Spuren!“ Das war immer das Motto der Reinigungsbranche, bis es im März 2020 ganz anders kam. Gerade in unserem Reinigungsunternehmen BLITZBLANK müssen/sollen/wollen wir unsere Mitarbeiter nun vor den Vorhang treten lassen und bei unseren „Systemerhalter-Kunden“ zeigen, was wir können! Unsere 1200 Mitarbeiter erfahren von allen Seiten viel Dank und Wertschätzung, und das macht sie und uns stolz und glücklich. Die Reinigungsbranche erlebt einen Umbruch. Sowohl in der Kundenstruktur als auch im Produktsortiment. Desinfektion und Hygiene, und daher auch unsere Branche, sind allgegenwärtige und immanente Begleiter unserer Gesellschaft. Digitale Zugänge sind wichtiger als je zuvor geworden. Wir haben bei BLITZBLANK, gemeinsam mit unseren großartigen Mitarbeitern, einen guten Weg durch diese Gesundheits- und Wirtschaftskrise gefunden.“

Gerlinde-TroestlGerlinde Tröstl, Markas Österreich:

„Covid-19 hat uns alle in eine noch nie dagewesene oder erlebte Situation gebracht und alle von uns vor große Herausforderungen – sowohl im beruflichen als auch im privaten Kontext – gestellt. Covid-19 hat uns aber auch gezeigt, wie (system-)relevant unsere Dienstleistungen – allen voran die Reinigung – sind. Besonders im Gesundheitsbereich, in dem wir als Markas unseren Schwerpunkt haben, leisten unsere MitarbeiterInnen tagtäglich einen extrem wichtigen Beitrag für die Gesellschaft.

Ich persönlich hoffe, dass langfristig und nachhaltig die Arbeit unserer MitarbeiterInnen mit der dementsprechenden Wertschätzung und Beachtung anerkannt wird – und das in der gesamten Gesellschaft. Für mich waren sie vor der Pandemie die Helden des Alltags und werden es auch danach sein. Und so hoffe ich als Geschäftsführerin der Markas GmbH, dass zukünftig dem Thema Sauberkeit, Hygiene und Qualität vor allem bei öffentlichen Vergabeverfahren mehr Aufmerksamkeit und Gewichtung bei der Bewertung zuteil wird und nicht nur der billigste Preis ausschlaggebend ist.“

IFMS-UblAndreas Ubl, IFMS:

„Viele Unternehmen (Kunden) im Business-Bereich orientieren sich um und setzen auf Home-Office bzw. Desk-Sharing. Das bedeutet, dass sich z.B. Büroflächen verkleinern und sich Reinigungsfrequenzen verändern bzw. z.T. umgestellt wird auf ergebnisorientierte Reinigung. Für Unternehmen wie die IFMS bedeutet das, mehr Flexibilität zu bieten und die Organisation neu anzupassen. Wir sehen aber auch durchaus Chancen, dass die Reinigung in der Gesellschaft an Stellenwert gewinnt und mehr geschätzt wird. Außerdem wird sich das Leistungsportfolio nachhaltig verändern können in punkto Reinigung & Desinfektion von exponierten Stellen.

Im Gesundheitswesen werden die Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen in den jeweiligen Hygienegruppen sicherlich überarbeitet und angepasst, was bedeutet, dass auch die Anforderung an die Qualifikation der MitarbeiterInnen im Reinigungsdienst steigen wird.

Gesamt betrachtet, gibt es wie in vielen Branchen Gewinner und Verlierer, innovative Unternehmen wie die IFM Service und Med Serv GmbH werden sich in Zukunft sehr gut positionieren können.“

Michael-FreitagMichael Freitag, Sodexo Service Solutions Austria:

„Das wichtigste vorweg: Die Sicherheit und Gesundheit unserer Mitarbeitenden, Kunden und Endkonsumenten steht an oberster Stelle. In diesem Sinne unterstützen wir auch die Maßnahmen der Bundesregierung. Die Unplanbarkeit des zweiten Lockdowns zeigte allerdings starke Auswirkungen auf die Reinigungsbranche.

Sodexo ist bei den Reinigungsservices breit aufgestellt – wir arbeiten für Gesundheitseinrichtungen, aber auch für Unternehmen und öffentliche Einrichtungen wie Schulen, Universitäten, FHs und Ministerien. Im Gesundheitsbereich müssen wir mit Blick auf Covid-19 Themen wie Ängste und Sorgen unserer Mitarbeitenden und herausforderndes Personalmanagement bearbeiten. Dennoch ist dieser Geschäftszweig stabil. Im Hinblick auf Wertschätzung erweist es sich als positiv, dass Covid-19 die Branche und seine Mitarbeitenden endlich vor den Vorhang geholt hat.

Was die Unternehmensseite betrifft, spüren wir, dass durch Homeoffice auch in der Reinigung heruntergefahren wurde. Hier sind wir im ständigen, konstruktiven Austausch mit unseren Kunden und bieten flexible Lösungen an.

Unsere Arbeit in öffentlichen Einrichtungen und vor allem Bildungsstätten stellt uns vor besondere Herausforderungen. Die Kurzfristigkeit und Unplanbarkeit des zweiten Lockdowns ließ die gesamte Branche in punkto Zeit- und Ressourcenmanagement, aber auch Verunsicherung in Richtung Arbeitsplatzsicherheit kämpfen. So sehr die Reinigungsbranche die Entscheidungen der Politik mitträgt und Leistungsbereitschaft und Flexibilität an den Tag legt, so sehr hat man zum Teil das Gefühl, dass hier auf eine ganze Branche und ihre Mitarbeitenden vergessen wurde.“

Dusko-StojakovicDusko Stojakovic, Werner & Mertz Professional Vertriebs GmbH:

„In Krisenzeiten war es wahrscheinlich immer schon so – die Menschheit besinnt sich auf das Naheliegende. Dies ist ein Impuls, der auch in der Wirtschaft und damit natürlich im Einkaufsverhalten unserer Kunden spürbar wird. Obwohl in der Reinigungsbranche derzeit der Bereich der Desinfektion massiv in den Vordergrund gerückt ist, wird lokale Nachhaltigkeit immer wichtiger. Wir bei Werner & Mertz Professional merken deutlich, dass die Wertschätzung lokaler nachhaltiger Produktion gestiegen ist. 

Die Covid-19 Pandemie verlangt derzeit wahrscheinlich allen Branchen Extremes ab. In der Reinigungsbranche passiert aber jetzt auch etwas Positives: Sie rückt in den Bereich der Systemrelevanz. Damit steigt die Wertschätzung von Tätigkeiten, die vor der Pandemie vielfach als selbstverständlich wahrgenommen wurden. Jetzt sind Reinigungs- und Hygienemaßnahmen an vorderster Stelle von Bedeutung, wenn es um die Eindämmung der Pandemie und ein sicheres Arbeits- und Lebensumfeld geht. Es bleibt also für unsere Branche zu hoffen, dass dieses neue Bewusstsein auch in der vielzitierten „neuen Realität“ manifestiert wird.“

Luke-Smus_2Luke Smus, Wetrok Austria:

„Das Coronavirus hat unser wirtschaftliches und gesellschaftliches Leben vollkommen verändert. Es hat aber auch zu einem Umdenken in Bezug auf die Wahrnehmung der Reinigungsbranche geführt. Einer Branche, deren Mitarbeitende bisher kaum Wertschätzung erhalten haben. Nun weiß jedes Kind: Hygiene rettet Leben. Damit avancierte der Reinigungsberuf innerhalb von Wochen zur systemrelevanten Beschäftigung. Plötzlich sind Reinigungskräfte gern gesehen im öffentlichen Raum – gelten gar als Helden zur Erhaltung der Sicherheit. Es stimmt mich hoffnungsvoll, dass diese veränderte Wahrnehmung auch in der neuen Normalität Bestand haben wird. So zum Beispiel in Form einer Verlagerung der Abend- zur Tagesreinigung, und damit angenehmeren Arbeitsbedingungen für Reinigungskräfte. Covid-19 hat uns jedoch auch als Hersteller ermahnt, jederzeit bereit zu sein, auf veränderte Bedürfnisse zu reagieren. Es ist unsere Aufgabe, das Reinigungspersonal in dieser schweren Zeit optimal zu unterstützen – dafür geben wir jeden Tag unser Bestes.“

Komarek_2Gerhard Komarek, WKO:

„Covid stellt weltweit und branchenübergreifend eine enorme Herausforderung dar. Die Wichtigkeit der fachgerechten Reinigung und Desinfektion hat durch diese Krise einen neuen Stellenwert bekommen und an Ansehen gewonnen. Die oft im Hintergrund arbeitenden Reinigungskräfte zB im Kranken- und Pflegebereich sind mit ihrer absolut unerlässlichen Arbeit in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Sie verrichten ihre Arbeit unter erschwerten Bedingungen durch die Verwendung der Schutzausrüstung, um sich selbst und andere vor Ansteckungen in diesen exponierten Einsatzbereichen zu schützen.

Einbußen gab es durch die Schließung von Handel, Hotelerie, Wellness, viele zu reinigende Flächen sind plötzlich weggefallen. Durch vermehrtes Home Office bleiben Büroflächen ungenutzt, die auch zukünftig weniger zu reinigen sein werden.

Auch war und ist zum Teil die Beschaffung und der Nachschub von Einweghandschuhen, Desinfektionsmitteln und Schutzausrüstungen eine enorme Herausforderung, weil es weltweit zur Unterbrechung der Lieferketten und zeitgleich zu enormem Anstieg der Nachfrage kam.

2020 wir uns in Erinnerung bleiben.“

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