Hygiene groß geschrieben?

In kaum einem anderen  Bereich gibt es  so strenge Verordnungen und Regeln wie bei der  Reinigung öffentlicher Bäder und Thermenlandschaften. Zu Recht, denn die Gefahrenquellen für Gäste sind riesig und die Betreiber könnten ja schnell nachlässig werden, so die Behörden nicht zumindest versuchen würden, auch streng auf die Einhaltung zu achten. Dennoch kann man schon ein wenig ins Staunen geraten, wenn man etwas näher nachforschen möchte, denn der Auskunftswille vieler Beteiligter lässt zu wünschen übrig. Über das Warum kann man nur trefflich spekulieren und seine eigenen Schlüsse daraus ziehen.

Text: Peter A. de Cillia

Der Redakteur hat es schwer“ – dieser alte Wahlspruch in unserer Branche hat sich wieder einmal bewahrheitet. Der kleine Schreiberling muss sich nämlich nach wochenlangem Warten auf einzelne Anworten zu seiner Fragestellung lapidare Antworten lesen wie zum Beispiel fogende: „Nach internen Gesprächen haben wir beschlossen, zu ihrer Fragestellung keinerlei Informationen abzugeben.“ Conclusio – keine Informationen, keine Geschichte. Der Abgabetermin rückt aber mit Riesenschritten immer näher und der Herausgeber würde nicht wirklich erfreut sein, wenn Seiten in seinem Magazin leer bleiben würden.

Wovor haben die Befragten Angst? Dass als Endergebnis bei genauer Beantwortung der Fragen die Leserschaft zum Schluss kommen könnte, dass die Verantwortlichen allgemein zuwenig auf die Reinigung achten und wert legen, irgendetwas falsch dabei machen, Nachlässigkeit an der Tagesordnung ist oder dass man einfach in einem Fachmagazin nichts für die Mitbewerber ausplaudern wollte, um keinerlei Wettbewerbsvorteile preiszugeben? Fragen über Fragen. Schlussendlich konnte der Redakteur dennoch zumindest einen Betreiber finden, der ihm – seiner Meinung nach – offen und ehrlich und professionell Auskunft darüber gab, wie in seiner Therme die Reinigung funktioniert.

Wohlfühlfaktor inbegriffen

Johann Haberl, Eigentümer und Direktor des 4 Sterne Superior Hotels Larimar in Stegersbach, der mit seinem Haus eine einzigartige Architektur von Hotel und Therme präsentiert, ist also der „Informant“. Ökologische Baumaterialien und viel unbehandeltes Holz dominieren die Gebäude innen wie auch außen. Alle 4 Elemente Erde, Feuer, Wasser und Luft spiegeln sich in der Gestaltung wieder und verschmelzen zu einer harmonischen Einheit. Namensgeber des Thermen- und Wellnesshotels im österreichischen Burgenland ist der hellblau-türkise karibische Edelstein Larimar, der als Unterstützer bei körperlichen und emotionalen Heilprozessen gilt.

Doppeltes Thermenerlebnis

Johann Haberl

Johann Haberl, Eigentümer und Direktor des Hotels Larimar in Stegersbach © Hotel Larimar

Auf 4.000 m2 erstreckt sich die Wellness- und Spalandschaft des Hotels Larimar. Neben den beiden Thermalwasserbecken sorgen zahlreiche Erlebnis- und Entspannungsstationen sowie die Saunawelt für wohltuende Abwechslung. Direkt an das Hotel Larimar schließt die Familientherme Stegersbach an, die im Urlaubsaufenthalt zusätzlich inkludiert ist.

Johann Haberl: „Die Reinigung der Thermenlandschaft steht bei uns an erster Stelle und hat oberste Priorität, denn Hygiene ist nun einmal die Basis und auch ein wichtiger Erfolgsfaktor einer Therme. Deshalb darf man nicht nur wegen der strengen Vorschriften und dem Wohlergehen der Gäste, sondern auch wegen des Erfolgsprinzipes auf diesem Gebiet nicht sparen.“

Nässe ist im Thermenbereich der größte Feind, denn hier droht doppelte Gefahr. Erstens können Gäste leicht ausrutschen und sich verletzen. Zweitens bedeutet Nässe in Verbindung mit Wärme natürlich auch ein schnelles Aufkommen und Wachsen von Keimen und Erregern. Aus diesem Grund wird im Hotel Larimar im wahrsten Sinne des Wortes regelmäßig den ganzen Tag lang mit einem desinfizierten Mop trocken gewischt. „Auch beim Trockenwischen müssen meine Mitarbeiter darauf achten, dass nicht nur die Oberflächen der Böden und Fliesen trocken und sauber sind, sondern auch die Fugen dazwischen. Dies erfordert natürlich eine sehr arbeitsintensive Reinigung, bei der der Faktor Zeit keine Rolle spielen darf“, so Haberl überzeugt. Speziell in den Fugen sammelt sich immer wieder Schmutz, den der Gast auch sieht. Eine schreckliche Vorstellung für jeden peniblen Betreiber, denn wenn der Gast Schmutz tatsächlich wahrnimmt, ist es mit dem Vertrauen dahin und er kommt nie mehr wieder. „Daher werden alle unsere Fliesenflächen vor Badebeginn in der Früh mit speziellen hochwertigen Rotations-Reinigungsmaschinen gereinigt. Einfach nur drüberwischen wird nicht akzeptiert, denn die Fliese zeigt diese Nachlässigkeit sehr schnell optisch auf, die Fugen wirken vergammelt, meistens auch schwarz und dreckig. Nach dieser Reinigung werden die Flächen zusätzlich mit einem Spezialmittel desinfiziert. Diese Arbeiten geschehen jeden Tag ab 5 Uhr in der Früh bis zum Einlass der Gäste. Eine eigene Mitarbeiterin ist zudem tagtäglich auf Kontrollgängen speziell in den WC-Anlagen unterwegs, um auch diesen für unsere Gäste sehr intimen Bereich sauber zu halten“, erläutert Johann Haberl.

Der Roboter arbeitet die ganze Nacht

Die ganze Nacht hindurch bearbeitet eine Roboter-Reinigungsmaschine die Pool-Anlagen. Dieser Roboter arbeitet komplett selbstständig und krackselt auch auf Sitzbänke und Liegen, die sich unter Wasser befinden hinauf, um auch diese Flächen zu reinigen. Spezielle Aufsätze bewirken, dass auch in den Pools die Fugen und die Abflussrinnen gereinigt werden. „Denn hier besteht bei Nicht-Reinigung größte Gefahr für eine Algenbildung – auch durch die Wärme. Die Überlaufrinnen bei den Pools werden zusätzlich mindestens einmal in der Woche ausgebaut und mit einem speziellen Chlorreiniger gereinigt, um auch hier eine Algenbildung völlig auszuschließen“, so Haberl, und weiter: „Algen per se sind zwar hygienisch nicht bedenklich, aber kein Gast würde mir mehr in den Pool gehen, wenn er welche sehen würde.“ Die Bereiche wie Duschen, Sitz-, Liege- und Barfußflächen müssen nach der Reinigung zudem immer auch desinfiziert werden, natürlich auch die Saunen und Dampfbäder. Die Reinigung erfolgt im Hotel Larimar ausschließlich mit eigenem Personal, das auch laufend in Seminaren geschult wird. „Ich vertraue deshalb auf eigenes Personal und möchte nicht aussourcen, da bei Fremdpersonal für meine Verhältnisse die Fluktuation zu groß ist, um meinen Anforderungen an Hygiene hundertprozentig gerecht zu werden“, meint Haberl. Er beschäftigt daher allein für die Reinigung seiner Thermenanlage acht Mitarbeiter, deren Arbeit jeden Tag von einer Reinigungshauptverantwortlichen gecheckt wird. Bei seinen Machinen und auch den chemischen Mitteln vertraut Haberl auf Profianbieter, denn: „Neben gut geschulten Mitarbeitern kann man nur mit besten Qualitätsprodukten auch beste Egebnisse erzielen.“

Auf die Dosierung kommt es an

Thomas Niklas

Thomas Niklas, Verkaufsleiter von Diversey Österreich © diversey

Beim Thema Reinigungsmittel besteht natürlich so wie immer die Gefahr der falschen Dosierung. Meistens kommt es ja zu einer Überdosierung. „Dies führt zu Mehrkosten für den Betreiber, aber auch die Böden können dadurch Gefahr laufen, ihre Rutschfestigkeit zu verlieren“, so Thomas Niklas, Verkaufsleiter von Diversey Österreich. Diversey Care verfügt wie andere Anbieter daher auch selbstverständlich über das nötige know how, die Chemie, Geräte und Maschinen sowie die manpower, um dem Kunden tatkräftig zur Seite zu stehen. Denn die Einhaltung der Vorschriften ist die eine Seite, die richtige Anwendung von Chemie eine andere, und gerade auf diesem Gebiet steht zwar alles, was man braucht, zur Verfügung, aber wenn man falsch dosiert oder das falsche Mittel zur Reinigung einsetzt, kann durchaus der gewünschte Effekt unterwandert werden. Es sei daher angeraten, immer auch auf Fachleute- und Firmen zu vertrauen, die ihr Handwerk verstehen. Alleingänge auf diesem Gebiet könnten fatale Folgen nach sich ziehen.

Bei allen strengen Vorschriften zum Schutze der Gäste darf man den Aspekt der Werterhaltung nicht außer acht lassen. Bei regelmäßiger und ordungsgemäßer Pflege bleibt das gesamte Objekt und die verwendeten Materialien länger schön und der Eigentümer kann den Zyklus der Erneuerungsarbeiten verlängern. Dies spart Geld, das in der Hotel- und Thermenbranche ja meistens hinten und vorne meistens fehlt.

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