„Die Sorgen waren unbegründet“

Hermann Watzl, Bürgermeister von Admont, und Amtsleiter Dietmar Cupak im Gespräch mit Reinigung aktuell über die Partnerschaft mit der Firma WISAG.

Reinigung aktuell: Was war ausschlaggebend dafür, dass die Gemeinde Admont im Jahr 2002 die Reinigung an die Firma WISAG ausgelagert hat? Die Kosten, das Personalmanagement? 

Dietmar Cupak: Die Überlegung war weniger die, Kosten einzusparen, sondern dass es extrem schwierig war, eine Krankenstands- oder Urlaubsvertretung für die Reinigungskräfte zu finden. Das war das Hauptargument. Und nachdem wir gesehen hatten, dass dies mit der Firma WISAG im Stift Admont gut funktionierte, sind wir Schritt für Schritt zur Auslagerung an diese Firma übergegangen. Gemeindeeigene Bedienstete für die Reinigung wurden und werden nach und nach, sprich: erst nach ihrem natürlichen bzw. pensionsbedingten Ausscheiden aus dem Dienst durch WISAG-Personal ersetzt. Maßgeblich für uns war auch, dass die WISAG Leute aus unserer Gegend beschäftigte. Das war für uns als Gemeinde ganz wichtig und wurde auch in dem Vertrag mit der Firma WISAG so festgehalten. Wobei – wenn sich niemand aus dem Ort findet, muss man natürlich auch über die regionalen Grenzen hinausgehen. Aber das war überhaupt kein Problem.

Reinigung aktuell: Aber als ein Hauptargument gegen die Auslagerung der Reinigungsdienstleistung hört man doch immer wieder, die Bürgermeister hätten die Sorge, dass dann kein lokales Personal mehr beschäftigt werden würde. Woher kommt diese Sorge? 

BM Hermann Watzl: Diese Sorge gab es im Vorfeld bei uns auch, „wer weiß, wer dann von woher kommt, den Kindergarten zu reinigen“, hieß es. Mir ist ja auch ein Fall von Fremdreinigung für ein staatsnahes Unternehmen bekannt, wo alle 14 Tage oder jedes Monat eine neue Firma mit neuem und keinem einheimischen Personal kommt. Aber hier in der Gemeinde gibt es diesbezüglich keine Probleme. Diese Sorge war unbegründet.

Reinigung aktuell: Eine andere Sorge in vielen Kommunen scheint uns die zu sein, dass im Falle einer Auslagerung interne Begehrlichkeiten in der Gemeinde nicht mehr bedient werden könnten …

BM Hermann Watzl: Nein, das war bei uns nicht so. Eine Klientel zu bedienen, das hat es bei mir nie gegeben. Neuaufnahmen wurden ausschließlich aufgrund der Bewerbungen behandelt – zwar auch mit Blick auf das soziale Umfeld, aber dass man von vornherein im Hinterkopf gehabt hätte, für irgendjemanden einen Arbeitsplatz freizumachen, das gab es hier nicht.

Reinigung aktuell: Und es war auch kein Problem, die Fremdvergabe im Gemeinderat durchzubringen? 

BM Hermann Watzl: Es gab durchaus Diskussionen, aber letztlich war man sich einig – auch aufgrund der Erfahrungen mit der WISAG im Stift Admont.

Reinigung aktuell: Positiv für die Gemeinde auch insofern, als sie im Bereich Reinigung Personalentscheidungen nicht mehr selbst treffen muss?

BM Hermann Watzl: Ja. Wir haben bei der Ausschreibung einer Stelle oft 20 Bewerber, somit 19 Abweisungen und im Endeffekt dann 19 Enttäuschte. Und womöglich zieht das auch noch ein Munkeln nach sich, warum diese oder dieser eine wohl drangekommen sein könnte. Das ist so in einem Ort, wo jeder jeden kennt. Dieses Problem hat man nicht mehr, wenn die Personalselektion nicht mehr im eigenen Verantwortungsbereich liegt.

Dietmar Cupak: Bis man jemand in den Gemeindedienst aufnehmen kann, vergeht ja auch eine gewisse Zeit. Man muss die Stelle ausschreiben, der Gemeinderat muss sich damit befassen. Und wenn dann jemand ausfällt, ist es schwierig, schnell Ersatz zu bekommen. Hier hat eine private Firma natürlich wesentliche Vorteile, sie kann viel schneller reagieren.

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