„Dampf machen“ gegen Viren und Bakterien

Dampfreiniger: Das passende Gerät finden, korrekt anwenden und hygienische Sauberkeit erzielen – Teil 1.

Text: Martin Seitz (*)

Im Care-Bereich, in der Pharmaindustrie und in anderen Branchen mit hohen Hygienestandards ist man sich der Wichtigkeit gründlicher Desinfektion längst bewusst. Durch den weltweiten Ausbruch des Coronavirus SARS-CoV-2 gewinnt das Thema nun zusätzlich an öffentlicher Relevanz. Für Unternehmen stellt sich die Frage nach der optimalen Lösung für keimfreie Sauberkeit, wobei neben chemischen Desinfektionsmitteln eine durchdachte Reinigungstechnik die entscheidende Rolle spielt. Dampfreiniger im Besonderen bieten hier ein überzeugendes Gesamtpaket aus Reinigung, Desinfektion und Nachhaltigkeit. Um jedoch bestmögliche Ergebnisse bei der Bekämpfung von Viren und Bakterien zu erzielen, müssen Funktionsweise und Wirksamkeit der Dampfreinigung umfassend verstanden werden. Daher bietet der Reinigungsgerätespezialist Nilfisk wichtige Hilfestellungen bei der Beschaffung und dem Einsatz entsprechender Geräte.

Während herkömmliche Reinigung zwar optisch und geruchstechnisch überzeugende Ergebnisse liefert, werden Bakterien, Viren und Co. meist nur oberflächlich entfernt. Wo Hygiene essentiell ist, sind Heißwasser-Hochdruck- und Dampfreiniger eindeutig im Vorteil. Erstere beseitigen Mikroben besonders kraftvoll, wobei ein hoher Wasserdruck beziehungsweise eine große Schwemmleistung ebenso wichtig ist wie Temperaturen von bis zu 150 Grad Celsius. Dampfreiniger kommen wiederum mit wesentlich geringerem Druck aus. Selbst für leistungsstarke Profi-Geräte sind 8 bar Dampfdruck vollkommen ausreichend. Damit eignen sie sich bestens für Oberflächen, denen der hohe Druck und die Schwemmleistung eines Hochdruckreinigers schaden würden. Das Plus: Bei Arbeitstemperaturen von circa 170 Grad Celsius im Boiler haben Keime praktisch keine Chance mehr. Ein weiterer entscheidender Vorteil ist zudem die Tiefenwirkung. Heißer Dampf dringt in sämtliche Poren, Risse oder Unebenheiten ein und tötet Bakterien und andere unerwünschte Mikroorganismen wirksam ab.

Wie wirkungsvoll Dampfreiniger für die Desinfektion sind, zeigt sich eindrucksvoll beim Einsatz gegen die multiresistenten MRSA-Keime. Mikrobiologische Tests der renommierten Microsearch Laboratories ergaben, dass heißer Wasserdampf 99,99 Prozent der MRSA-Keime entfernt. Auch gegen andere Viren und Bakterien überzeugt diese Methode. In kontrollierten Laborversuchen lieferten Geräte verschiedener Leistungsklassen konstant gute Desinfektionsergebnisse und entfernten bis zu 99,999 Prozent aller gefährlichen Mikroben.

Viren wie der für die COVID-19-Pandemie verantwortliche SARS-CoV-2-Erreger sind extrem hartnäckig – im Gegensatz zu Bakterien oder Pilzen sind sie keine lebenden Organismen und können so nicht im klassischen Sinn „abgetötet“ werden. Nichtsdestotrotz lassen sie sich mit entsprechender Hitze zuverlässig bekämpfen. Der „COVID-19 prevention and control Plan“ der Nationalen Gesundheitskommission der Volksrepublik China belegt, dass ein verwandtes Coronavirus bereits bei Temperaturen über 56 Grad Celsius mit einer Rate von circa 10.000 Viruspartikeln pro 30 Minuten unschädlich gemacht werden kann. Da Dampfreiniger diese benötigte Temperatur bei weitem übertreffen, stellen sie für die Vireneindämmung eine interessante Alternative zu chemischen Desinfektionsmitteln dar. Aufgrund der Neuartigkeit der COVID-19-Krankheit lassen sich jedoch noch keine verbindlichen Aussagen zur Wirksamkeit treffen. Erst durch umfassende Untersuchungen des Virus werden sich schlussendlich die effektivsten Desinfektionsmethoden herauskristallisieren und zertifizieren lassen.

Kontamination sicher verhindern

Optimale Ergebnisse bei Reinigung und Desinfektion lassen sich durch die Kombination von Dampf und Vakuum erzielen. Dampfreiniger mit integrierter Absaugung lösen zuerst Verschmutzungen, Viren und Bakterien und töten diese teilweise ab. Anschließend werden die Rückstände in einen separaten Schmutzwassertank gesaugt. Auf diese Weise wird neben der effektiven Reinigung auch eine wirksame Desinfektion erreicht.

Auch der beste Dampfreiniger erfordert eine korrekte Anwendung. Steht die desinfizierende Wirkung des Dampfes im Vordergrund, kommt es neben Temperatur und Druck vor allem auf den Faktor Zeit an. Insbesondere Viren sind widerstandsfähig und müssen deshalb mit entsprechender Gründlichkeit und Geduld bekämpft werden. Eine unsachgemäße Anwendung oder nicht ausreichende Reinigungsdauer könnte sich später rächen. In Abhängigkeit der Reinigungsaufgabe kann bei Geräten mit Absaugung durch die Verwendung von Chlortabletten im Schmutzwassertank die antibakterielle Wirkung erhöht werden. Zur Vermeidung von gefährlicher Kreuzkontamination bietet sich farbcodiertes Zubehör an. So wird sichergestellt, dass etwa eine Bodendüse nur in bestimmten Zonen zum Einsatz kommt und Kreuzkontamination vermieden wird. Während beispielsweise die Farbe Blau für Bereiche mit geringerem Risiko verwendet wird, gilt Rot für Sanitärbereiche, Grün für Küchen und Essbereiche sowie Gelb für den medizinischen Sektor.

Flexibel und nachhaltig

Allgemein lassen sich Dampfreiniger vielseitig anwenden. Ob Sanitärbereiche, Schwimmbäder, Küchen oder verschiedene Textilien wie Teppichböden oder Polstermöbel – die Reinigung und Desinfektion mit heißem Dampf entspricht höchsten Hygieneanforderungen und ist dabei ausgesprochen nachhaltig. Aufgrund des geringen Wasserverbrauchs und des möglichen Verzichts auf Reinigungsmittel wird die Dampfreinigung auch dem gestiegenen Bewusstsein für ökologisches Arbeiten gerecht. Ein verringerter Wasserbedarf und Chemikalieneinsatz ist aber nicht nur umweltfreundlich, die Reinigungskosten verringern sich ebenso. Diese Sparsamkeit, gepaart mit den beeindruckenden Ergebnissen bei der Mikrobenbekämpfung, macht die Desinfektion per Dampfreiniger äußerst effizient. Weiterhin glänzen die Geräte mit komfortabler Handhabung und Flexibilität: Aufgrund der schnellen Abtrocknung gesäuberter Oberflächen wird die Unterbrechung von Arbeitsprozessen minimiert und gereinigte Bereiche sind schneller wieder zugänglich.

Je nach Einsatzbereich kommen die Stärken eines Dampfreinigers unterschiedlich zum Tragen. Wo höchste Anforderungen an Hygiene und Desinfektion gelten, etwa in der Lebensmittel- und Pharmaindustrie sowie in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen sind Geräte mit Absaugung grundsätzlich klar im Vorteil. Auch bei Sanitäranlagen und in Schwimmbädern sollte man die Schmutzflotte immer gründlich entfernen. Selbst auf gefliesten, glatten Oberflächen kommt die antimikrobielle Wirkung des heißen Dampfes nur dann voll zum Tragen, wenn die gelösten Keime anschließend abgesaugt werden. In Küchen, ob Gastronomie oder Kantine, steht die Reinigungswirkung ebenso im Fokus. Hier haben selbst hartnäckige Verschmutzungen auf Herd, Arbeitsfläche und Boden der enormen Fettlösekraft von Dampf nichts entgegenzusetzen. Ob eine Absaugung der Schmutzflotte bei der Küchenreinigung nötig ist, hängt vor allem von den jeweiligen Hygienestandards ab. Bei der Reinigung und Desinfektion von Polstern, Kissen sowie Teppichen, beispielsweise in Warte- und Aufenthaltsbereichen von Hotels, Restaurants, Kliniken und Arztpraxen oder Bildungseinrichtungen, ist die Nutzung von Dampfreinigern mit Absaugung grundsätzlich zu empfehlen. Nur so kann sichergestellt werden, dass die gelösten Keime und Schmutzpartikel nach der Reinigung nicht weiterhin in den Textilien haften bleiben.

Erfahren Sie in einem zweiten Teil, welche Faktoren Sie bei der Beschaffung von Dampfreinigern beachten sollten und profitieren Sie von praxisbewährten Tipps rund um den effizienten Einsatz der Produkte.

Der Autor Martin Seitz ist Produkt-manager Hochdruckreinigung EMEA Central, Nilfisk GmbH

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