Wir verhandeln Lösungen, nicht Formeln

Gerhard Komarek im Hinblick auf die bevorstehenden Kollektivvertragsverhandlungen.

Text Hansjörg Preims

Von welchen wirtschaftlichen Eckdaten gehen Sie im Hinblick auf die bevorstehenden KV-Verhandlungen aus?

Gerhard Komarek

Gerhard Komarek

Komarek: Wir gehen von einer Inflation von 2,2 – 2,6 Prozent aus – gerechnet wird von Oktober 2017 bis September 2018.

Welche Erhöhung wird seitens der Kammer angestrebt?
Komarek: Wir haben in den vergangenen Jahren immer Lohnzuwächse über der Inflationsrate gehabt. Die Mitarbeiter­Innen in der Branche sind uns wichtig.

Gemäß Benya-Formel (Inflation plus 1/2 Produktivitätszuwachses der Gesamtwirtschaft) wäre die angestrebte Erhöhung etwa 3,5 Prozent. Ist diese Formel noch zeitgemäß?
Komarek: Wir verhandeln Lösungen, nicht Formeln.

Wie errechnet die Kammer ihre Ziele?
Komarek: Nicht die Kammer nennt Ziele, sondern die Betriebe haben Bedürfnisse und Probleme, die wir versuchen zu minimieren oder mit Forderungen auszugleichen – im Rahmen der KV-Autonomie.

Welche Argumente stehen bei der Kammer dahinter?
Komarek: Für uns ist wichtig, ob Änderungen im KV für unsere Betriebe finanziell zu stemmen und letztlich über Preiserhöhungen beim Kunden umsetzbar sind.

Unseres Wissens sind in der ersten November-Hälfte zwei Verhandlungstermine fixiert – einer für die Lohnverhandlungen und einer für das Thema Sonderzahlungen. Laut vida gibt es aber beim Rahmen-KV seit fünf Jahren eine Stagnation, die Gewerkschaft wird also wieder eine entsprechend lange Forderungsliste vorlegen. Ist da beim einen oder anderen Punkt ein Entgegenkommen seitens der Kammer zu erwarten? Wenn ja, bei welchen?
Komarek: Wir haben selber eine lange Forderungsliste, die in den letzten Jahren von der vida immer wieder abgelehnt wird. Es ist Verhandlungssache, was dann gegenseitig abgetauscht wird. Aber bei der gegenwärtigen Situation bei Forderungen von 9 Prozent Lohnerhöhung, einer 6. Urlaubswoche und weiteren 4 Seiten Forderungen werden die Gespräche sicher nicht einfach.

Sollte bis Jahresende keine Einigung erzielt werden, was wären die Konsequenzen?
Komarek: Wir gehen fix von einer Einigung aus, da wir die Termine einvernehmlich vereinbart haben. Vida kennt die für eine gewünschte Erhöhung ab 1.1.2019 notwendigen Termine für die unabhängige Schiedskommission, sie wird ihrer Verantwortung im Sinne der MitarbeiterInnen gerecht werden.

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