Weniger Kosten, mehr Qualität

Cleanbird, die digitale Reinigungsoptimierung durch Messung der Nutzungsintensität im Echtbetrieb, im Piloteinsatz.

Text Hansjörg Preims

Diesem Piloteinsatz ging eine kostentechnische Darstellung voraus, die in der Theorie ergab, dass eine Kostenoptimierung erzielt werden kann. Die Rede ist von Cleanbird, einem innovativen System zur digitalen Reinigungsoptimierung. Sensoren, batteriebetrieben und an der Decke installiert, messen die Nutzungsintensität eines Raumes, und aufgrund dieser Messungen wird täglich ein angepasster Reinigungseinsatzplan für die Immobilie erstellt. Die Datenübertragung erfolgt über Funk. Ort des Piloteinsatzes von Cleanbird: die Ing. Emmerich Csernohorszky GmbH, ein elektrotechnisches Unternehmen mit 70 Mitarbeitern in Wien 23. Dessen Geschäftsführer Nikolaus Csernohorszky wollte den Reinigungsdienstleister für seine Büroräume wechseln, und die Freundschaft mit Harald Peterka, Geschäftsführer der Greenbird Vertriebs GmbH (Greenbird bzw. die Greenbird International AG mit Sitz in der Schweiz ist die Patentinhaberin von Cleanbird), sollte dabei eine entscheidende Rolle spielen.
Denn Peterka hatte bei einer Veranstaltung in der Landesinnung Wien, wo er den Vertretern der Reinigungsbranche das Cleanbird-System präsentierte, Manfred Belik, den Geschäftsführer der B & M Industrie- und Gebäudereinigung GmbH, näher kennengelernt und konnte ihn überzeugen, dieses System im Echtbetrieb zu erproben. „Denn es hat sehr viele theoretische Überlegungen zu dem System gegeben, aber keine Erfahrungswerte von der Praxis“, so Belik. Jedenfalls sei das für ihn vor dem Hintergrund der Digitalisierung der Gebäudereinigung ein interessanter und auch wichtiger Ansatz gewesen, auch im Hinblick auf das Feedback des ausführenden Personals vor Ort.

Bedarfsgemessene Reinigung

Und so legten sie gemeinsam –  Belik und Peterka – Herrn Csernohorszky ein entsprechendes Angebot. Das heißt: „Ich habe mich mit meinem Thema quasi in das Sub-Verhältnis von Herrn Belik begeben – das bedeutet, dass Herr Belik einen Auftrag über die Gebäudereinigung hat unter der Bedingung, dass er in der Firma Csernohorszky auch das Produkt Cleanbird einsetzt, und Belik hat Greenbird mit der Bereitstellung der Technik beauftragt“, erläutert Peterka die Auftragsverhältnisse. Einer Technik, die bei der gewerblichen Gebäudereinigung berücksichtigt, ob Flächen wenig oder gar nicht genutzt werden. „Cleanbird produziert eine bedarfsgemessene Reinigung, die schlussendlich genau das Ergebnis sicherstellen soll, das der Kunde vorher theoretisch skizziert“, sagt Peterka und erklärt, wie der Auftraggeber, indem Fall Herr Csernohorszky, auch Einfluss darauf hat, was er haben will: „Grundsätzlich ist es so, dass auch Mitarbeiter von Csernohorszky bei uns im Cleanbird-System gemeldet sind, das heißt, wir haben die Rolle des Kunden und können jegliche Auswertung aus dem System fahren und können eigentlich auch täglich in die Reinigungsintensität manuell eingreifen. Das heißt, wir errechnen bei Csernohorszky jeden Tag um 16 Uhr einen Reinigungsplan, und dann ist eine Stunde lang Zeit, wo der Kunde, aber auch die Objektleitung von B&M, die Reinigungsintensität jedes einzelnen Raumes dementsprechend intensivieren oder auch Intensität rausnehmen kann.“ Das werde aber aktuell kaum verwendet – „was eigentlich eine Auszeichnung des Systems ist, weil es ganz offensichtlich funktioniert.“

Keine leere Kilometer zahlen

Und Nikolaus Csernohorszky bestätigt das auch: „Es funktioniert gut aus unserer Sicht. Es gibt auch Sonderfunktionen, so kann man beispielsweise für das Besprechungszimmer Extra-Reinigung bestellen, oder ich kann für mein Büro per Knopfdruck die Reinigung abbestellen. Wir haben unseren Katalog, wie gut die Reinigung sein muss, und solange uns da keine wesentliche Abweichung auffällt, ist alles in Ordnung. Das Argument war, dass wir die Reinigung wesentlich günstiger bekommen, wenn wir mit dem Cleanbird-System arbeiten, und das hat sich auch realisiert – wobei die Firma B&M auch für Qualität steht.“ Es sei für ihn schließlich auch nachvollziehbar gewesen, warum dieses Angebot günstiger sein konnte, sagt Csernohorszky: „Für mich war das Argument schlüssig, dass man feststellen kann, wo höherer Reinigungsbedarf besteht und wo weniger. Man zahlt hier also nicht für leere Kilometer, es werden keine unbenutzten Konferenzräume gereinigt, wir haben auch viele Nebenräume, die kaum verwendet werden.“ Ihm, Csernohorszky, sei gesagt worden, dass es für viele Reinigungsfirmen ein verstecktes Goody sei, diese unproduktiven Flächen zwar mit anzubieten, aber nicht abwickeln zu müssen. Das sei hier nicht der Fall.
„Eine Kostenreduktion und vor allen Dingen eine Qualitätsverbesserung waren sicher die Hauptmotive von Herrn Csernohorszky“, sagt Manfred Belik, der aber auch überzeugt ist, dass das Thema Kostenersparnis mit dem System Cleanbird auch abhängig sei von der Größe des Objektes und möglicherweise irgendwann auch ausgereizt sei, sprich: „So wie überall kann man auch hier nur bis zu einem gewissen Grad sparen bzw. irgendwann kommt dann der Punkt, wo Sparen einfach nicht mehr geht. Daher glaube ich auch, dass die Kostenseite bei der Digitalisierung langfristig nicht das ausschlaggebende Kriterium sein wird, sondern – und ich bin überzeugt, das wird auch der Kunde Csernohorszky erfahren –, dass man die Transparenz sehr schätzt, die offene Kommunikation mit dem Kunden und auch die klare Darstellung der Leistung.“ Mit dem Cleanbird-System und der damit ermöglichten Zugänglichkeit der Plattform für den Auftraggeber habe man nun erreicht, dass man mit völlig offenen Karten spiele und auch ganz klar darstelle, was jeden Tag geleistet werde. „Und der Kunde kann sagen, ob es das ist, was er will, ob es zusammenpasst mit dem, was er erwartet hat“, so Belik, „und umgekehrt können wir unsere Mitarbeiter ganz klar anweisen, was wirklich jeden Tag zu tun ist.“ Und es gebe auch zusätzlich viele Möglichkeiten, das System weiterzuspinnen. Die Informationen, die man aus dem System bekomme, würden für den Auftraggeber noch interessanter sein als für den Dienstleister.

Zu 100 Prozent nach den Normen und dem KV

„Wobei wir der Meinung sind, dass der Dienstleister grundsätzlich festlegen sollte, wie viel oder wie weit er gegebenenfalls dem Kunden Einblick in seine operativen Prozesse gewähren möchte“, sagt Harald Peterka. Das Minimum sei, „dass der Kunde jedenfalls weiß, wann was in welcher Intensität gemacht wurde. Das ist wichtig – und dass er eingreifen kann. Beide, Herr Csernohorszky und Herr Belik, haben den Nachweis, dass dieser Auftrag zu 100 Prozent nach den Normen und nach dem Kollektivvertrag abgeleistet wird. Ob es ein Detail ist, das Organisationszeit heißt, oder ob es die Einhaltung der Quadratmeterleistung ist – das ist in unserem System fix hinterlegt. Und genau nach diesen Leistungsparametern wird gearbeitet.“ Und: Bei der Auswertung sei es für den Dienstleister interessant zu sehen, ob seine Mitarbeiter vor Ort beispielsweise das kalkulatorische Ziel von – angenommen – 60 Quadratmetern Flächenleistung in den Sanitärräumen erreichten. Weil sie ja nach jedem gereinigten Raum einen Zeitstempel bekämen – „das heißt, die Reinigungskraft weiß ja nicht, wie viel sie für einen einzelnen Raum benötigen soll oder darf, sondern sie hat eine Gesamtreinigungszeit, man kann dann also sehr gut sehen, ob aufgrund der Gegebenheiten der Leistung die Zeitvorgabe zu hoch oder zu niedrig ist“, erklärt Peterka. Und aufgrund dessen könne man mit Schulung oder einem anderen Geräte-Einsatz dementsprechend darauf einwirken, dass das vorgegebene Leistungsziel auch real erreicht werde.

Offenheit und Transparenz

Manfred Belik ergänzt: „Der Kunde bekommt nicht nur ganz klar dargestellt, sondern er kann auch die Gewissheit haben, dass das, was wir ihm in Form eines Angebots versprochen haben, auch umgesetzt wird. Das meine ich auch mit Offenheit und Transparenz. Dazu kommt noch, dass nicht nur der Kunde die Möglichkeit hat, ins System einzugreifen, sondern auch meine Mitarbeiterinnen. Das heißt, auch wenn einmal ein Raum aus dem Reinigungsplan ausgenommen ist, beispielsweise ein Besprechungszimmer, weil keine Besprechungen geplant sind oder weil jemand auf Urlaub ist, hat man trotzdem die Möglichkeit zu entscheiden, dass eine Reinigung notwendig ist, und ich buche mir selbst Zeit dazu. Also nicht nur der Kunde kann eingreifen, nicht nur die Mitarbeiter des Kunden und nicht nur meine Objektleitung, sondern auch die ausführende Person vor Ort kann diese Entscheidungen treffen und ihre Zeitvorgabe dadurch verändern. Besonders wichtig ist mir, dass wir hundertprozentig die Normen einhalten. Dass dort, wo gereinigt wird, nach der Norm gereinigt wird, mit den Vorgaben bezüglich Maximalleistungen – oder weniger. Und dort, wo nicht gereinigt ist, wird ganz klar dargestellt und dokumentiert, dass heute dort keine Reinigung erfolgt ist.“
Er, Belik, könne sich unter bestimmten Voraussetzungen bei diesem Pilotprojekt jedenfalls Einsätze auch woanders vorstellen. „Und dass es aus meiner Sicht ein tolles Argument für Neukunden ist. Weil ich überzeugt bin, dass wir damit Informationen liefern können, die der Auftraggeber von seinem Dienstleister derzeit nicht bekommt. Mit Cleanbird könnten wir sie ihm liefern, und wir liefern auch Informationen, die für den Auftraggeber wirklich interessant sind“, so Belik abschließend.

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