Studie: Wischmopps aus der Profi- Waschmaschine

Reinigungstextilien, gewaschen in der Profimaschine, leben um das 2,6-Fache länger als wenn sie mit einer Haushaltsmaschine gewaschen werden. Auch bezüglich Hygiene ist die Profi­maschine voran.

Thomas Leucht

Thomas Leucht, GF : „Nicht jede Waschtechnik beziehungsweise jedes Waschverfahren ist für den professionellen Reinigungsbereich gleich gut geeignet.“ ©Weber & Leucht

Das Laboratorium Weber & Leucht aus Fulda (*) hat im Auftrag von Electrolux Professional das Waschergebnis von Reinigungstextilien aus Mikrofasern von vier verschiedenen Waschgeräten verglichen: Die Wischbezüge unterschiedlicher Hersteller wurden in einer Haushaltswaschmaschine, einer semiprofessionellen und einer Profi-Waschmaschine sowie in verschiedenen Tunnelwaschverfahren gewaschen und getestet. Das eklatanteste Ergebnis der Studie zur „Effizienz der Waschtechnik in Bezug auf Reinigungstextilien“ ist, dass ein ungeeignetes Waschverfahren sowohl die Lebensdauer als auch die Reinigungsleistung eines Wischbezugs extrem heruntersetzt. So hatte der Wischbezug – egal von welchem Hersteller – in der Haushaltswaschmaschine bereits nach 172 Waschgängen nur noch eine „Cleaning Performance“ unter 30 Prozent. „Das heißt in der Konsequenz: Der Mopp kann seine Aufgabe der Reinigung nicht mehr erfüllen und muss aussortiert werden“, erläutert Andy Schröder, bei Electrolux Professional für den Bereich Facility Management in D/A/CH verantwortlich, das Resultat.

Längere Lebensdauer und größere Flächenleistung

In der professionellen Waschmaschine von Electrolux Professional, die standardmäßig mit einem Wiegesystem ausgestattet und für eine Flüssigdosierung vorbereitet ist, hielten die Wischbezüge dagegen mindestens 455 Waschgänge durch, bevor sie keine Reinigungsleistung mehr erbringen konnten. Das ist gut das 2,6 fache gegenüber dem Textil, das in der Haushaltswaschmaschine gewaschen wurde.
Der zweite Faktor, der ebenfalls vom Waschprozess abhängt, ist die Flächenleistung – also wie viel Quadratmeter ein Wischbezug reinigen kann, bevor er wiederaufbereitet werden muss. So kann der Wischmopp aus der Profimaschine nach dieser Studie mehr als doppelt so viele Quadratmeter reinigen als der aus dem Haushaltsgerät (31 Quadratmeter gegenüber 14 Quadratmetern).
Andy Schröder erkennt in diesen Studienergebnissen ein „enormes ökonomisches Potential, das ein Reinigungsdienstleister haben oder verlieren kann“.
Wirft man einen Blick auf die verschiedenen Tunnelwaschverfahren, ist zu erkennen, dass die allgemein höhere Beanspruchung von Textilien im Waschtunnel sich auf einige Testpunkte negativ niederschlägt. Bei Tunnelwaschverfahren ist die zu erwartende Lebensdauer sehr uneinheitlich, was den unterschiedlichen Prozessmöglichkeiten geschuldet ist. Die Ergebnisse haben vor allem gezeigt, dass die Pressenentwässerung je nach Konstruktion der Textilien die Lebensdauer merklich verkürzen kann. Auch beim Staub- und Schlieren-Test schneiden die Tunnelverfahren in einigen Fällen schlecht ab. Ein möglicher Grund: Unzureichende Trocknungsprogramme können hohe Restpartikelfrachten mit sich bringen – Wäschereien verwenden häufig individuelle und oftmals unpassende Wasch- und Trocknungsparameter. „Dieser Faktor wirkt sich natürlich auch auf die Reinigungsleistung aus“, erläutert Andy Schröder.

Waschverfahren ist entscheidend

Zurückzuführen sind die unterschiedlichen Leistungswerte der Wischbezüge auf die Waschtechnik und das Waschverfahren. Laut der Studie des Labors von Weber & Leucht ist dieser Zusammenhang bewiesen, sie gibt die Antwort auf die Frage, welchen Einfluss ein Wiegesystem und eine effiziente Waschmittel-Dosierung auf die Waschleistung respektive Reinigungsleistung hat. Thomas Leucht, Geschäftsführer der Weber & Leucht GmbH, fasst das Fazit der Testergebnisse so zusammen: „Nicht jede Waschtechnik bzw. jedes Waschverfahren ist für den professionellen Reinigungsbereich gleich gut geeignet.“
Andy Schröder von Electrolux erklärt, warum: „Professionelle Waschmaschinen sind ganz anders konzipiert als Waschmaschinen für den Hausgebrauch.“ Die Eigenschaften der Profi-Waschmaschinen wie der von Electrolux Professional, die neben frei programmierbaren Steuerungen auch Trommeln mit entsprechend großer Lochung eingebaut haben, sind für die mit Schmutzpartikeln belasteten Textilien besonders gut geeignet.  Ein richtig gesteuerter automatisierter Waschprozess, der am Anfang das Waschgut wiegt, dementsprechend Wasser und Waschmittel in der passenden Dosierung zuführt die richtige Temperatur und Mechanik einstellt, führt zu einer nachgewiesenen besseren Reinigungsleistung – nicht nur gegenüber der Haushaltsmaschine, sondern auch gegenüber dem Tunnelwaschverfahren.” Das habe auch Auswirkungen auf die Hygiene.

Waschverfahren der Profis erfüllen das Hygiene-Kriterium

Von großer Bedeutung für die Hygiene ist zum Beispiel die Temperaturführung einer Waschmaschine. Thomas Leucht erklärt dazu: „Um den hygienischen Anforderungen von Krankenhäusern oder Pflegeeinrichtungen an die Reinigungstextilien zu genügen, muss die Profi-Waschmaschine die nach Vorschrift vorgegebene Temperatur exakt und lang genug halten. Beim chemo-thermischen Desinfektionsverfahren für Wischbezüge muss die Profi-Waschmaschine zusätzlich zum Einsatz der entsprechenden Waschchemie zum Beispiel mindestens 15 Minuten lang eine konstante Temperatur von 60 Grad halten.“ Die Resultate der Labortests machten deutlich, dass nicht jede Waschmaschine die erforderlichen Hygienekriterien erfülle: „Bei der Haushalts-Waschmaschine ist die Keimreduktion nach 50 Waschgängen am geringsten. Und der ATP-Wert (ATP=Adenosin-Tri- Phosphat), der ein Indikator für verbleibende organische Teilchen oder Mikroben im Textil ist, befindet sich nach 24-stündiger nasser Lagerung des Reinigungstextils, das in der Haushalts-Waschmaschine gewaschen wurde, im kritischen Bereich. Alle anderen Waschverfahren – im Tunnelverfahren oder in der semi- oder professionellen Waschmaschine gewaschen – erfüllen dagegen die vorgeschriebenen Hygiene- Anforderungen.“

Weitere Ergebnisse der Studie:

  • Prüfung der Reinigungsleistung: Hierfür wurden drei Schmutzpunkte auf einer Fläche angebracht und jeweils dreimal mit einem Reinigungstextil „überfahren“. Sowohl der Wischbezug aus der semi- als auch aus der professionellen Waschmaschine nahm knapp ein Drittel mehr Schmutz auf, als der Wischbezug aus der Haushalts-Maschine.
  • Ein Test zur Streifen- und Schlieren-Bildung auf einer definierten Fläche, auf der drei Schmutzpunkte abgewischt werden, ergab ebenfalls einen Unterschied zwischen den Maschinen für den Profi bzw. für den Hausgebrauch: Die Streifenbildung war bei dem Wischbezug aus der Haushaltswaschmaschine am größten.
  • Der Staubtest, bei dem das Reinigungstextil nach der Wäsche ausgeschüttelt wird, ergab beim Wischbezug aus der Profi-Waschmaschine die geringste Staub- und Flusen-Bildung.

(*) Die Weber & Leucht GmbH ist ein staatlich akkreditiertes, international tätiges Prüflabor mit eigener Forschungs- und Entwicklungsabteilung in Fulda (D), das sich unter anderem mit der Analyse von Textilprodukten und Reinigungsmitteln sowie der Entwicklung von innovativen Materialien befasst.

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One Response to "Studie: Wischmopps aus der Profi- Waschmaschine"

  1. 30. November 2017 | Saubere Sache Heute says:

    […] Wischmopps aus Profi-Waschmaschine halten mehr als doppelt so lange. Das ergab eine Studie, die vom staatlich akkreditierten Prüflabor vom Labor Weber & und Leucht im Auftrag von Electrolux Professional durchgeführt wurde. Es zeigte sich, dass der Waschprozess auf Wischbezüge eine eklatante Auswirkung hat. Weren Reinigungstextilien in einer Profimaschine gesäubert, leben sie um das 2,6-fache länger als in einer Haushaltsmaschine. http://www.reinigung-aktuell.at […]

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