Starkes Zeichen

Mit dem Verein „Hygiene Mensch Umwelt“ – HMU wollen vier Handelsunternehmen „auf etwas andere Art und Weise“ ihren Kunden zeigen, wie der ökologische Weg möglich und auch wirtschaftlich ist.

Text Hansjörg Preims

Gemeinsam ist man bekanntlich stärker – gerade wenn es um das Thema Nachhaltigkeit geht. In diesem Fall die Unternehmen E.Mayr Reinigungstechnik GmbH, Reka Handelsgesellschaft mbH, Systemic Reinigungstechnik GmbH und Reixenartner & Spiwak OHG. Erstmals 2012 haben sie sich – auch angestoßen durch die zunehmende Bedeutung des Themas Nachhaltigkeit auf Seiten namhafter Industrielieferanten – mit dem Gedanken auseinandergesetzt, auch ihrerseits den Kunden dieses Thema bewusster zu machen und näherzubringen. Und zwar auf eine etwas andere Art und Weise als die übliche, nur auf das Produkt bezogene: „Unser Ziel ist es, Ökologie mit dem Menschen zu verbinden. Denn ohne diese Symbiose kann Ökologie nicht funktionieren“, erklärt E.Mayr-Geschäftsführer Heinz Peter Ewinger. Und um in diesem Sinne „auch als kleine private Unternehmen gemeinsam etwas tun können“, haben die vier Handelsunternehmen den Verein „Hygiene Mensch Umwelt“ (HMU) gegründet, letztlich mit dem deklarierten Ziel, ganzheitliche Kriterien für die Zertifizierung von Reinigungs- und Hygieneprodukten zu entwickeln und in der Wirtschaft anzuwenden.
„Wobei wir uns als HMU definitiv nicht als Gemeinschaft von regionalen Vertriebspartnern sehen, die sich nur zusammengeschlossen haben, um ihr Vertriebssystem zu optimieren – sonst wären wir auch kein gemeinnütziger Verein“, so Ewinger. „Unsere Devise ist wirklich, unseren ökologischen Grundsatzgedanken in den Vordergrund zu stellen, nämlich: WO werden Produkte produziert – vom CO2-Abdruck her – und WIE werden sie produziert.“ Nicht zuletzt gelte es, mit der Umsetzung dieses Anspruchs im Rahmen der Möglichkeiten auch Verantwortung für die nachfolgenden Generationen zu übernehmen.

Kriterienkatalog für Industrielieferanten

„Es ist noch ein laufender Entwicklungsprozess“, sagt Reka-Geschäftsführer Harald Ertl. Aber mit einem in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Thomas Lindenthal von der Universität für Bodenkultur erstellten Kriterienkatalog, „mit dem wir unsere Lieferanten für unsere Kunden gleichsam vorselektieren“, wurde schon mal ein starkes Startzeichen gesetzt. Ertl: „Das heißt, dass nur Lieferanten, welche die dem Katalog entsprechenden ökologischen und menschlich-ethischen Kriterien erfüllen, für uns in Frage kommen und sich ,Hygiene Mensch Umwelt‘-Lieferant nennen können. Wobei die Lieferanten, an die wir mit diesen Kriterien herantreten, primär jene sind, die wir schon haben, weil wir uns ja – unabhängig voneinander – von Haus aus immer schon dem ökologischen Gedanken verpflichtet fühlten, eben auch mit namhaften Herstellern, die einen entsprechenden Background haben.“ Dem Kunden wiederum will man die Industrieanbieter, die dahinterstehen, „zeigen“, man will objektiv aufzeigen, wie der ökologische Weg möglich ist – „ohne wirtschaftlichen Verlust“, betont Ewinger, die Wirtschaftlichkeit müsse genauso gewährleistet sein. „Und da bei chemischen Produkten die richtige Dosierung und Anwendung die wesentlichsten Kriterien für die Wirtschaftlichkeit sind, geht es hier vor allem darum, die Kunden eben dahingehend zu beraten, auch mit Mitarbeiter-Schulungen vor Ort zu den ökologischen Produkten. „Wir wollen dazu beitragen, dass die Umwelt unser Denken verändert, die Anwender, die mit diesen Produkten zu tun haben, müssen wirklich wissen, WIE deren Einsatz WO mit welchen Hilfsmitteln funktioniert und WOHER diese kommen. Größtmögliche Effizienz und den größtmöglichen Nutzen im Sinne von Werterhaltung eines Objektes – das wollen wir schaffen.“ Wenn man die gleiche Leistung mit einer ökologischen Denkweise dem Kunden so empfehlen könne, dass er durch Ressourcenminimierung keine Mehrkosten habe, „dann ist das eine Win-win-Situation“, so Ewinger.

„Alle sollen davon profitieren“

Harald Ertl: „Mit E.Mayr und Reixenartner & Spiwak im Osten, mit Reka im Süden und mit Systemic im Westen sind wir auf dem gesamten österreichischen Markt präsent, sodass sich über den Verein HMU auch Synergien in der Kundenbetreuung ergeben. „Und in der Kundenberatung eben auch dahingehend, dass wir uns einmal den Ist-Zustand im Bereich der Hygieneprodukte unseres Kunden anschauen und ihn dann beraten, wie die Situation im ökologischen Sinne besser sein könnte. Und da sind wir natürlich auch schon beim Menschen, in unserem Fall bei dem, der es mit Reinigung bzw. mit chemischen und anderen nicht ungefährlichen Stoffen zu tun hat.“
Dass die vier auch die Erfolgsperspektive ihrer jeweiligen Unternehmen im Auge haben, versteht sich von selbst. „Schließlich sind wir nicht nur für uns selber verantwortlich, sondern auch für alle unsere Mitarbeiter“, so Ewinger. Man müsse gemeinsam versuchen, Synergien zu finden, um längerfristig wirtschaftlich erfolgreich zu sein. Und mit dieser Vereinskonstellation, regional komplett aufgestellt, sei es einfacher, auch größere Kunden zu betreuen. „Es sollen wirklich alle, die in unserem Einflussbereich stehen, über das Thema Nachhaltigkeit, so wie wir es verstehen, von uns informiert werden und auch davon profitieren können“, ergänzt Ertl. „Für einen allein wäre erstens der Aufwand, der dahintersteckt, zu groß, und zweitens wäre es vom Ergebnis, von der Wirksamkeit her für ein Einzelunternehmen in der Größe, wie wir es sind, nicht umsetzbar. Wir wollen wirkliche Partner unserer Kunden sein, die sich auch über das Produkt hinaus Gedanken machen, wie wir eine bessere Umwelt gemeinsam enkeltauglich gestalten können.“

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