Robotik für mehr Sicherheit in der Reinigung

Bis wirklich vollautonome Gerätschaften auf den Markt kommen, vergehen keine fünf Jahre mehr.

Karl Heinz Rohrwild

Karl Heinz Rohrwild

Aufgrund der annähernden Vollbeschäftigung wird es für die Branche immer schwieriger, qualifiziertes Reinigungspersonal zu bekommen sowie das Qualitätsniveau bei stetig wachsenden Anforderungen zu halten. Von daher kommt uns die Roboter-Entwicklung sehr entgegen. Man wird damit im Bereich der Bodenreinigung meiner Ansicht nach in relativ kurzer Zeit so weit sein, dass sie einen wesentlichen Teil dieses Tätigkeitsfeldes abdecken kann. Dabei kommt der Entwicklung von Reinigungsrobotern sehr entgegen, dass wir in der Automobiltechnik eine intensive Entwicklung in Richtung autonomes Fahren haben und von dieser Seite her heute schon die entsprechenden Algorithmen entwickelt werden, die ein autonomes Gerät benötigt, um auch in einem Gebäude über Sensoren zu berechnen, wo es sich genau befindet, wohin es sich bewegen kann und wann es stoppen muss. Bis hier wirklich vollautonome Gerätschaften auf den Markt kommen, vergehen keine fünf Jahre mehr.
In der Industrie bzw. Forschung sind diese Techniken im Grunde schon existent. Eine DLR (Robotik u. Mechatronik Zentrum in Oberpfaffenhofen) oder ein Fraunhofer-Institut – diese haben die Techniken beinahe bzw. schon zur Serienreife entwickelt. Es müssen nur noch Robotik-Experten Reinigungstechnik in ihre Roboter packen. Letztendlich muss der Reinigungsroboter komplett autonom fahren – auch eine Dockingstation anfahren, wo er sich selbstständig entleert und sich wieder mit Wasser aus der Leitung versorgt. Die Technik wird dann auch so weit sein, dass sie es meldet, wenn in dem Behälter für das Reinigungsmittel, das zudosiert wird, ein niedriger Stand erreicht ist. Mit dieser Technik wird man in Zukunft einen Großteil der Reinigung von glatten und nicht zu komplizierten Böden abdecken können – auch rentabel, da das Gerät rund um die Uhr automatisch laufen kann.
Diese Gedanken lassen sich noch weiterspinnen in die Richtung, intelligente Haustechnik damit zu verknüpfen. So wäre es zum Beispiel denkbar, der Bodenbeschichtung eine im sichtbaren Licht nicht erkennbare Substanz beizumischen, die aber im nicht sichtbaren Spektrum von speziellen Sensoren erkannt wird, welche zum Beispiel feststellen, dass die Beschichtung abgelaufen ist. Und das System könnte auch noch so weit gehen, dass es gewisse Zustände und Verläufe an der Oberfläche beobachtet, in einem „Falschfarbenbild“ eine stärker hervorkommende Oberflächenverschmutzung erkennt und dann meldet, dass in dem betreffenden Bereich punktuell zu reinigen ist. Dadurch wird man – vielleicht in fünf Jahren schon – tatsächlich eine bedarfsbezogene Reinigung durchführen können. Denn die derzeitige Problematik dabei ist: Wer entscheidet, wer verantwortet, wer kontrolliert und wer dokumentiert, dass an einer bestimmten Stelle eine Reinigung notwendig war und dass sie auch gemacht wurde? Über neue Techniken wird man dagegen in der Lage sein, aufzunehmen und zu sehen, wo es eine Verschmutzung gibt, und dann auch dokumentiert zu bekommen, ob die Verschmutzung nicht mehr vorhanden ist bzw. entfernt wurde. Das heißt, hier hat man dann auch Sicherheit.
Generell wird die Hauptaufgabe aber sein, das Schmutzaufkommen in den Gebäuden massivst zu verringern – Stichwort Schmutzschleusen, wobei der nächste Schritt sein wird, neben gezielt und lückenlos angebrachten Schmutzschleusen die wirklichen Laufwege im Haus als Bewegungsmuster aufzunehmen. Und das wird zunehmend deutlich vereinfacht werden, wenn die Menschen eine Art Eyewatch am Handgelenk tragen, auch ausgerüstet mit einem GPS-Signal, wodurch man dann – immer auch unter Berücksichtigung des Datenschutzes – tatsächliche Bewegungsprofile im Haus wird erstellen können. Und das wiederum hat dann einen konkreten Einfluss auch auf die Reinigungspläne. Denn Bereiche, wo sich kaum Menschen bewegen, müssen natürlich deutlich weniger gereinigt werden als Hauptverkehrswege – die man heute aber nicht wirklich weiß, sondern nur annimmt.
Auch das jeweilige Wetter bzw. die Wettervorhersache hat einen maßgeblichen Einfluss auf die Reinigung. Mit den heute schon sehr genauen örtlichen Vorhersagen kann ich und werde ich Einfluss auf den Reinigungsplan nehmen und jahreszeitlich bedingte Verschmutzungen dort vermehrt abfangen, wo sie in den Eingangsbereichen vermehrt auftreten, um ein weiteres „Ins Haus tragen“ zu vermeiden.

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