Reinigung von Außenjalousien im System- und Methodentest

Der VDS-Verband Deutscher Sonnenschutzreiniger e.V. veröffentlicht neuen Test unterschiedlicher Systeme.

Text Werner Gräf

Bereits in der Vergangenheit wurden Methodentests zur Reinigung von innen- und außenliegendem Sonnenschutz vom VDS-Verband Deutscher Sonnenschutzreiniger e.V. durchgeführt. Und da in den vergangenen Jahren einige Methoden bzw. Reinigungssysteme neu auf den Markt gekommen sind, wurde nun ein weiterer Test speziell zur mobilen Reinigung von Außenjalousien vom VDS im Herbst 2016 in Frankfurt organisiert. Es wurden unterschiedliche Systeme geprüft, um der Branche eine Orientierung zu geben, welches System für welchen Einsatzbereich am besten geeignet ist. Der Test fand unter Aufsicht eines unabhängigen Sachverständigen für Sonnenschutzreinigung statt. Die Ergebnisse wurden dokumentiert und werden Herstellern, Fachbetrieben und Endkunden zu Verfügung gestellt.

Folgende Reinigungssysteme und -methoden wurden getestet:

  • Rotierendes Bürstenwalzensystem mit Elektroantrieb
  • Rotierendes Bürstenwalzensystem mit Wasser-Hochdruckantrieb
  • Feststehendes Bürstensystem (manuell)
  • Griffklammer mit auswechselbaren Waschpads (manuell)

Gereinigt wurden Außenjalousien mit 80 mm breiten Lamellen. Neben den Reinigungsergebnissen wurden auch ökonomische Aspekte berücksichtigt, die besonders in der gewerblichen Mengenabwicklung eine wesentliche Rolle spielen. Quadratmeterleistung, Handhabung, Wasser- und Stromverbrauch, aber auch Anschaffungspreise (nach Herstellerangaben) wurden tabellarisch gegenübergestellt, um dem Dienstleister eine Entscheidungshilfe bei der Auswahl des für ihn richtigen Systems zu geben.
Ein entscheidender Faktor in der fachgerechten und werterhaltenden Reinigung von Außenjalousien ist auch die Reinigung der Zug- und Leiterbänder einer Außenjalousie. Die Einwirkung von UV-Strahlung in Verbindung mit Schmutz auf den Bandoberflächen hat einen deutlich schnelleren Alterungsprozess bis hin zu Fehlfunktionen zur Folge. Die Reinigung dieser Bänder können nur Systeme mit rotierenden Bürsten optimal gewährleisten. Systeme mit feststehenden Bürsten oder mit Waschpads können nur eingeschränkt zur Reinigung eingesetzt werden.
Die Testergebnisse zeigen, welche Methoden und Systeme eingesetzt werden können. Es sind leicht verschmutzte und stark verschmutzte Außenjalousien getestet worden. Die individuellen Rüstzeiten bei einer Auftragsabwicklung wie Einsatz von Fassadenbefahranlagen, Hubsteigern oder Gerüsten sind im Test nicht berücksichtigt worden.
Die manuelle Reinigung mittels Lappen, Tüchern, Reinigungshandschuh o.ä. ist auf Grund des hohen Zeitaufwand und des Beschädigungsrisikos nicht zu empfehlen.
Die direkte Reinigung mittels eines Hochdruckreinigers wurde bereits im VDS Methodentest von 2006 als nicht anwendbar ausgeschlossen. Mittlerweile weisen auch Hersteller bereits beim Neukauf von Außenjalousien darauf hin, dass mit dem Einsatz von Hochdruckreinigern erhebliche Schäden am Produkt entstehen können und gegebenenfalls die Gewährleistung erlischt.

Testsieger: Rotierende Bürstenwalzen

Bei der mobilen Reinigung von Außenjalousien haben sich Reinigungssysteme mit rotierenden Bürstenwalzen als Testsieger mit dem besten Reinigungsergebnis gezeigt. Hier gibt es derzeit zwei unterschiedliche Ausführungen: elektrisch oder mit Wasserhochdruck angetriebene Systeme. Neben unterschiedlichen Anschaffungskosten sind nach dem Reinigungsergebnis vor allem der Zeitfaktor (Quadratmeterleistung pro Stunde) und die Handhabung in die Wertung eingeflossen.

Platz 1 – elektrisch betriebenes Gerät AJR professional

Das sehr gute Reinigungsergebnis und die höchste Quadratmeterleistung pro Stunde, das hohe Drehmoment und die höhere Bürstenanzahl waren beim Testsieger, dem elektrisch betriebenem Gerät AJR professional, ausschlaggebend. Hinzu kommt die größere Laufruhe des Systems gegenüber einem mit Wasserhochdruck betriebenen System. Im Weiteren wurden hier der niedrigste Wasserverbrauch (l/min)  und der geringste Stromverbrauch gemessen. Auch das umfangreiche Anwendungsspektrum wie die Reinigungsmöglichkeit von hoch reflektierenden TLT-Jalousien (TLT= Tageslichtlenktechnik) trug positiv zum Testsieg bei.
Bei Systemen, die mit einem zusätzlichen Hochdruckreiniger als Antriebseinheit arbeiten, befinden sich derzeit zwei Geräte am Markt: Beide Systeme zeigen keinen Unterschied in Reinigungsleistung und Quadratmeterleistung.

Platz 2 – mit Hochdruck betriebenes Gerät HD VARIO3

Platz 3 – mit Hochdruck betriebenes Gerät LTR-180 GTR

Platz 3 für das mit Hochdruck be­trie­bene Gerät LTR-180 GTR begründet sich in der Handhabung. Für die Reinigung von 50 mm Lamellen müssen zwei zusätzliche Stützbürsten an das Gerät angebracht werden. Der als Zubehör angebotene Spritzschutz erwies sich als nur teilweise einsetzbar, da er das Heranfahren an die Ränder der Jalousie behindern kann. Einen Unterschied gibt es auch beim Ein- und Ausschalten der Geräte. Während es bei der HD VARIO3 einen Handschalter gibt, der während des  Betriebs gedrückt bleibt und beim Loslassen das Gerät sofort ausschaltet, erfolgt bei der LTR-180-GTR das An- und Ausschalten durch einen separat zu bedienenden Kipphebel, für den man eine zweite Hand benötigt. Ein spontan erforderliches Abschalten des Geräts ist damit nicht möglich.

Platz 4 – Handmodul mit feststehenden Bürsten QLEEN Lamellenreiniger

Durch die fehlende Rotation der Bürstenwalzen werden mit diesem Gerät sowohl die Lamellenoberflächen als auch die Zug- und Leiterbänder nicht optimal gereinigt.

Platz 5: Kunststoffzange mit auswechselbaren Waschpads.

Dieses System ist für einen professionellen Einsatz nicht geeignet. Eine werterhaltende Reinigung ist nicht möglich.
Wer sich für den Kauf eines der Systeme entscheiden will, muss daher abwägen wie oft und in welchem Umfang er es einsetzen will. Im Bereich von Objekten ist das elektrobetriebe System laut Test im Vorteil. Gegenüber dem mit Elektromotor betriebenen System AJR professional leisten die mit Wasserdruck betriebenen Systeme ca. 35 Prozent weniger Fläche, bezogen auf die Quadratmeterleistung pro Stunde. Bei kleineren oder mittleren Objekten macht der Einsatz eines der mit Wasserdruck betriebenen Systeme durchaus Sinn. Hinsichtlich des Reinigungsergebnisses liefern alle Systeme mit rotierenden Bürsten ein gutes Ergebnis.

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