Recruiting immer wieder vor neuen Herausforderungen

Wie sehen die Unternehmer der Reinigungsbranche und Standesvertreter die Situation bezüglich qualifiziertem Personal? Gibt es einen entsprechenden Mangel oder wird ein solcher für die Zukunft befürchtet? Wenn ja – wie will oder sollte man dieser Herausforderung begegnen? Was bedeutet hier eigentlich „Qualifiziertes Personal“? Und werden sich die Anforderungen an die Qualifikation in Zukunft ändern, beispielsweise mit der Digitalisierung? Reinigung aktuell hörte sich um.

 

LIM KommR Franz Josef Liebich, Steiermark:

Franz Josef LiebichIn der Steiermark setzen wir auf Information und Aufklärung. Gemeinsam mit der Bundesinnung wird sehr viel Energie in die Werbung für den Lehrberuf des Reinigungstechnikers gesteckt. Heuer stellen wir den Lehrberuf auch im Rahmen der BeSt (Messe für Beruf, Studium und Weiterbildung) in Graz vor. Wir brauchen Fachleute, und die können wir nur selber in unseren Betrieben ausbilden. Vom Lehrling, Facharbeiter, Objektleiter bis zur Meisterprüfung – einem tüchtigen Mitarbeiter stehen hier sehr viele Aufstiegsmöglichkeiten offen. Allerdings muss das der Jugend entsprechend kommuniziert werden, und auch unsere Mitgliedsbetriebe müssen bei der Lehrlingssuche und der Lehrlingsausbildung unterstützt werden.

Zur Frage, welche „Personalqualität“: Der Beruf des Reinigungstechnikers wird immer noch stark unterschätzt. Es geht hier nicht einfach um Putzen. Aufgrund des umfangreichen Wissens, das man sich aneignen muss, wurde die Lehrzeit des Reinigungstechnikers von 2 1/2 auf 3 Jahre verlängert. So muss man Bodenbeläge bzw. Oberflächen beurteilen können und über die entsprechenden Reinigungsmitteln und Chemikalien Bescheid wissen. Aber auch Rechnen gehört zum Beruf. Wie viele Quadratmeter kann man in einer bestimmten Zeit reinigen und wie viel Personal braucht man usw. Personalqualität heißt für mich: engagierte Mitarbeiter, die die Arbeit sehen und auch gerne machen. Die den Wunsch haben zu lernen und sich höher zu qualifizieren und auch bereit sind, ihr Wissen an Kollegen und Lehrlinge weiterzugeben.
Der Reinigungstechniker ist ein anspruchsvoller aber schöner Beruf. Immerhin sorgen wir dafür, dass sich andere wohl fühlen, gesund bleiben und dass die Objekte, die wir betreuen, ihren Wert erhalten.
Unsere Branche ist wichtig. Das muss man sich immer wieder vor Augen führen!

Gerhard Wildner, Geschäftsführer WISAG Gebäudereinigung in Österreich:

WildnerDie Rahmenbedingungen sind im Moment sicher schwierig. Denn um qualifizierte Mitarbeiter anzusprechen, muss man gegenüber dem Mitbewerb schon mit Besonderheiten oder einem speziellen Angebot aufwarten. Angesichts der vielen Neuerungen und des damit doch spürbaren Wandels – etwa Technologisierung und Automatisierung – wird der Druck weiter zunehmen.
Die WISAG wird dem auf unterschiedlichen Ebenen gerecht: Wir versuchen, vermehrt Lehrlinge aufzunehmen und auszubilden, bieten unseren Mitarbeitern vielfältige Aus- und Fortbildungsprogramme sowie eine angemessene Bezahlung. Denn es bringt viele Vorteile für unsere Partner und Wettbewerbsvorteile für uns. Und nicht zuletzt gibt es bei uns die Möglichkeit, innerhalb des Unternehmens aufzusteigen. Wir besetzen offene Führungspositionen vor allem aus den eigenen Reihen. Diese vielfältigen Chancen und Perspektiven sind ein wichtiger Anreiz für künftige Mitarbeiter. Wir erwarten uns im Gegenzug natürlich von allen Kollegen und Mitarbeitern das Engagement, ihr Potential bestmöglich auszuschöpfen.
Bezüglich „Qualität des Personals“ gibt zwei Bereiche, für die das definiert werden muss: Die Kundenseite und die innerbetriebliche Seite. Bei beiden sind Umgangsformen, soziale Aspekte und Sprache ganz zentrale Kriterien. Beim Kunden kommt zudem hinzu, dass unsere Mitarbeiter ihre Aufgaben den Vorgaben entsprechend erledigen. Hier sind die Unternehmen gefordert, entsprechende Weiterbildungsprogramme anzubieten. Dieses Vorgehen kennt drei Profiteure: den Kunden, den Mitarbeiter und das Unternehmen. Daran wird die Digitalisierung auch grundsätzlich nichts ändern. Im Bereich der Weiterbildung sowie in der täglichen Arbeit wird die Digitalisierung als Thema und Asset aber zunehmend wichtiger. Dabei ist es wichtig, richtig zu antizipieren und bereits jetzt die richtigen Maßnahmen für die Zukunft zu setzen.

Franz Rumpolt, GF OSR Facility Services GmbH, BIM-Stv. und LIM Burgenland:

Franz Rumpolt Bezüglich qualifiziertem Personal muss man hier differenzieren zwischen angelerntem, qualifiziertem Personal mit Lehrabschluss oder Meisterprüfung. Auf Grund der bundesweiten Schaffung von Ausbildungsinstituten in den letzten Jahren, aber auch interne Qualifizierungsmaßnahmen der Unternehmen, hat es österreichweit in der Reinigungsbranche noch nie einen höheren Stand an qualifiziertem Personal und Humanwissen gegeben. Dies belegt auch die Situation, dass das Outsourcing von Reinigungspersonal in vielen Unternehmen, aber auch in der öffentlichen Hand weiter stetig zunimmt.
Je höher die Qualifikation, desto effizienter die Reinigungsleistung, desto niedriger die Kosten.
Der Mangel an qualifiziertem Personal über die Lehre ist gegenwärtig, sprich: der daraus resultierende Facharbeitermangel. Dies ist aber kein branchenspezifisches Problem, sondern ein generelles, mit dem das Handwerk seit Jahren kämpft. Vor allem gibt es ein zusätzliches West-Ost Gefälle zu ungunsten des Ostens, wo Arbeitskräfte in den österreichischen Arbeitsmarkt hereindrängen.
Das größte Problem ist eine gesellschaftspolitische Wahrnehmung von „Händearbeit“ und das daraus entstandene fehlgeleitete Schulsystem, welches immer mehr das „Heil der Arbeitswelt“ in höher bildenden Schulen sieht, anstatt endlich zu erkennen, wie es bereits auch im Nationalqualifikationsrahmen bestätigt wird: Lehre ist gleichwertig mit Matura Kategorie 4, und dient viel besser als Basis­absicherung für den Arbeitsmarkt.
Weiteres sieht man aber auch immer mehr, dass Schulabgänger nach Abgang der 9. Schulstufe nicht einmal sprachliche- , schriftliche und  mathematische Grundkenntnisse beherrschen, welche die Grundlagen für fachliche Kommunikation in der Arbeitswelt bedeuten. Englisch ist im wahrsten Sinne eine Fremdsprache.
So ist es auch oft mühsam und für manche Betriebe nicht möglich, diese Lücken im Zuge einer Lehre zu schließen.
Wie will oder sollte man dieser Herausforderung begegnen? Durch Schulungsinstitute (beispielhaft die Reinigungsakademie in Wien), aber auch durch Erwachsenenweiterbildung in den Betrieben und Bildungsinstitute. Eine Hoffnung auf ein Umdenken im staatlichen Bildungswesen wurde in der Vergangenheit weder erkannt, noch wurde sie in der neuen Reform mit maßgeblichen Änderungen für eine Besserung berücksichtigt – dass es hier noch Jahrzehnte dauern wird, liegt auf der Hand.
Zur Frage der „Personalqualität“: Für die Wahrnehmung unserer Betriebe – die Reinigung steht ja oft ungerechtfertigterweise im Schatten anderer Handwerksbetriebe – ist das Auftreten des Personals und dessen fachliche Kompetenz in der Kommunikation ein wesentlicher Teil, damit sich das Image unserer Branche verbessert und auch die Menschen, die dahinter stehen und tagtäglich ihre Leistung erbringen, die verdiente Wertschätzung erhalten.

LIM KommR Werner Jäger, Tirol, und LIM-Stv. Helmut Wagner unisono:

Werner Jäger Wie in allen Wirtschaftsbereichen ist auch die Branche der Gebäudereiniger vom zunehmenden Mangel an qualifizierten Facharbeitern, aber auch von größer werdendem Mangel an Berufsnachwuchs stark betroffen. Zu befürchten ist, dass sich diese Personalprobleme in Zukunft weiter verstärken und die betriebliche Entwicklung noch mehr negativ beeinflussen wird.
Die gesamte Gebäudereinigerbranche, aber auch jeder einzelne Betrieb ist daher besonders gefordert. Zum einen ist das Image der Branche durch Aufklärung und Information über die Leistungen anzuheben, zum anderen muss die Suche nach geeigneten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern professioneller angegangen werden.
Nachwuchskräfte und qualifizierte Mitarbeiter zu finden ist schwierig genug, diese aber zu halten und innerbetrieblich weiterzuentwickeln ist eine besondere Herausforderung. Mitarbeiterführung, leistungsgerechte Entlohnung und gekonnte Personalentwicklung müssen in unserer Branche verbessert werden, da unsere Betriebe einen sehr großen Personalbedarf haben.
Mit diesen Maßnahmen sollte die erforderliche „Personalqualität“ erreicht werden, die aus einer Kombination von Fachwissen und bester praktischer Arbeit bis hin zum Auftreten bei der Kundschaft und gegenüber den Kolleginnen und Kollegen besteht. Kriterien wie Zuverlässigkeit und Genauigkeit sollten eine Selbstverständlichkeit sein.

Gerhard Komarek, Landes­innungsmeister Wien und Bundesberufszweigobmann:

Gerhard Komarek

Da die Branche ja mit vielen Personen mit Migrationshintergrund zu tun hat, haben die Betriebe die Ausbildung ihres Personals schon vor Jahren selbst organisiert. Die Voraussetzung waren natürlich adäquate Ausbildungsmöglichkeiten, die es in verschiedenen Bundesländern ja gibt und die wir mit der Gebäudereinigungsakademie in Wien, der modernsten Ausbildungsstätte Europas, zur Verfügung haben. Es wird aber immer schwieriger, überhaupt Personal zu rekrutieren, da unser soziales Netz so eng ist, dass arbeiten in Teilzeit weniger bringt als die Mindestsicherung.
Die Herausforderung lautet also nicht, wo bekomme ich qualifiziertes Personal, sondern wie bekommen unsere Betriebe überhaupt williges Personal für die Reinigung! Und hier sind viele Hausaufgaben zu machen, von der Politik, den Sozialpartnern und von den Betrieben, die bereits soziale „Zuckerln“ wie Deutschkurse, Kindergartenplätze, Lernunterstützung für die Kinder der Mitarbeiter und vieles mehr anbieten, um gutes Personal an den Betrieb zu binden.
Zur Frage der „Personalqualität“: Seit 2014 ist die Ö-Norm D2040 gültig, hier werden 14 verschiedene branchenübliche Ausbildungen standardisiert, um überregional einheitliche und qualitativ hochwertige Ausbildungen zu garantieren. Unser Ziel muss aber sein, nicht nur Geschäftsführer und Objektleiter oder Servicemanager zu Facharbeitern oder Meistern auszubilden, sondern speziell das gesamte gewerbliche Personal intensiv auf professionelle Reinigung zu schulen, um so auch für die Gesellschaft Qualität bei der Reinigung sichtbar zu machen.

Erich Steinreiber, CEO ISS Austria:

Erich Steinreiber Qualifizierte MitarbeiterInnen sind gerade im Dienstleistungssektor ein Erfolgsgarant. Doch gerade in dieser Branche wird es immer schwieriger, ein ebensolches Personal zu finden. Dies hat unterschiedliche Ursachen und stellt das Recruiting immer wieder vor neue Herausforderungen.
Ein großer Teil der Bewerber hat Migrationshintergrund. Eine Tatsache, die durchwegs positiv zu sehen ist, steht unser Unternehmen doch ganz klar für Diversity und sieht in der Vielfalt einen Vorteil. Die Qualität der BewerberInnen ist oftmals von der Attraktivität des Arbeitsplatzes abhängig – Früharbeit, Teildienst oder Teilzeitarbeit sind oftmals Gründe, warum sich Arbeitskräfte gegen eine Tätigkeit im Dienstleistungssektor entscheiden. Fehlende Schulausbildung in deutscher Lehrsprache stellen weitere Hürden dar, wobei hier vom AMS Deutschkurse als Unterstützung zum Abbau sprachlicher Barrieren angeboten werden. Wir erhalten dahingehend von unseren MitarbeiterInnen regelmäßig Feedback, die Sprachkurse werden positiv bewertet und gerne frequentiert. ISS hat seit über 60 Jahren Erfahrung im beruflichen Umgang mit Migranten und bietet konzernintern Deutschkurse sowie fachliche Weiterbildungen an.
Bei ISS ist man bemüht, möglichst viele Vollzeitstellen zu besetzten, welche auch mit unterschiedlichen Familiensituationen gut vereinbar sind. Neben der oben beschriebenen sprachlichen Weiterbildung wird auch die persönliche/soziale Entwicklung gefördert. Hierfür bietet ISS interne Trainings an, um den MitarbeiterInnen den Umgang untereinander und natürlich das Verhalten beim Kunden zu vermitteln. Dies geschieht durch die Verwendung von Piktogrammen in Lehrunterlagen, um Inhalte und Werte einfacher darzustellen, bis hin zur klaren strategischen Entscheidung, dass am Arbeitsplatz Deutsch gesprochen wird. Dadurch werden neue MitarbeiterInnen bei der Eingewöhnung unterstützt und können dabei deren Deutschkenntnisse verbessern.
Wenn man nach Kriterien für „qualifiziertes Personal“ fragt, so kann ich ein klares Personenprofil erstellen: Für ISS handelt es sich dabei um Personen mit guten Deutschkenntnissen – mündlich wie schriftlich, Erfahrungswerten in der professionellen Reinigung respektive im Bereich der Spezialreinigung sowie entsprechender fachlicher Ausbildung. Welche Einflussnahme die Sprachkenntnisse im Arbeitsalltag nehmen, zeigt die Tatsache, dass aufgrund der Digitalisierung gerade die schriftlichen Fähigkeiten immer mehr an Bedeutung gewinnen. Die Dateneingabe in Systeme zur Protokollierung von Arbeitsabläufen beim Kunden, aber auch die weiterführende interne Kommunikation setzt entsprechend gute Fähigkeiten voraus. Da ISS auch immer mehr internationale Kunden betreut und die MitarbeiterInnen vor Ort mit den Auftraggebern in Kontakt sind, reicht Deutsch per se oftmals nicht aus und Englisch wird zur Voraussetzung für den nachhaltigen Erfolg des Unternehmens.
Auch in Zukunft legt ISS größten Wert auf Sprachbildung, fachliche Qualifizierungsmaßnahmen sowie persönlichkeitsbildende Schulungen der MitarbeiterInnen, um den Kunden die bestmögliche Kompetenz, gepaart mit einer guten Serviceleistung bieten zu können.

Peter Edelmayer, Geschäftsführer Dussmann Service Österreich:

Edelmayer Die Suche nach Fachkräften ist eine große Herausforderung für die Reinigungsbranche. Die Situation ist nicht so dramatisch wie zum Beispiel im Technik- oder Gastronomiebereich, aber Experten und Fachkräfte mit Erfahrung sind rar. MitarbeiterInnen mit zusätzlichen betriebswirtschaftlichen Kenntnissen und/oder Vertriebsaffinität in diesem speziellen Sektor sind gesucht. Diese Situation wird sich zukünftig nicht einfacher gestalten. Hier sind wir als Branche gefordert, insbesondere in Bezug auf die leider noch immer geringe Wertschätzung unserer Dienstleistung, um unsere Arbeitsplätze für Bewerber attraktiver zu machen.
Wir begegnen dieser Herausforderung, indem wir unseren MitarbeiterInnen bestmögliche Arbeitsbedingungen sowie Fortbildungsmöglichkeiten und Qualifizierungsprogramme bieten. Einerseits bilden wir die erforderlichen Fachkräfte selber aus – als großem international tätigem Unternehmen stehen unseren MitarbeiterInnen mehrere Möglichkeiten zur Verfügung. So haben wir zum Beispiel in Berlin einen eigenen Campus für die Weiter- und Ausbildung zur Verfügung. Internationaler Austausch von Know-how und das Kennenlernen von KollegInnen steht dabei an vorderster Stelle. Andererseits beobachten wir den Personalmarkt sehr genau, wenden uns an Absolventen von fachspezifischen Schulungen in Österreich, benutzen unsere über Jahrzehnte gewachsenen Netzwerke oder werden natürlich auch von BewerberInnen kontaktiert.
Aber auch gewerbliche Mitarbeiter werden geschult und erhalten objektbezogene Ausbildungen. Insbesondere im Gesundheitswesen ist dies unbedingte Voraussetzung für die fachspezifischen Anforderungen. Dabei waren wir vor bereits zehn Jahren Vorreiter in Österreich, indem wir das Pilot-Projekt BGF „Gesunde & sichere Reinigung“ in nieder­österreichischen Krankenhäusern gestartet haben. Das Projekt führte zu konkreten Ergebnissen und Verbesserungen für die Mitarbeiter in der Reinigung, die Belastungsfaktoren wurden reduziert und die Gesundheit und Arbeitszufriedenheit gesteigert.
Zur Frage, was eigentlich gemeint ist mit „qualifiziertem Personal“, aber auch, ob sich die Qualifikationsanforderungen in Zukunft ändern werden, beispielsweise mit der Digitalisierung: Gemeint sind damit Mitarbeiter, die neben fachlichen Ausbildungen wie Gebäudereinigungsmeister oder Desinfektor auch betriebswirtschaftliche Kenntnisse und Social Skills wie Teamführung, Verhandlungssicherheit, Fremdsprachenkenntnisse für zum Beispiel internationale Ausschreibungen oder auch Vertriebserfahrung haben und diese weiterentwickeln wollen. Wir sind und werden auf absehbare Zeit ein People Business bleiben. Trotzdem werden Themen wie Digitalisierung, (technische) Innovationen, Business Development oder veränderte Arbeitsweisen zusätzliche Qualifikationen erfordern, um auch in Zukunft erfolgreich bleiben zu können.

Mario Reichel, Geschäftsführer Blitz Blank Reinigung Dienstleistungsunternehmen GmbH:

Mario Reichel, Blitz BlankEs war noch nie wirklich ‚einfach’, qualifiziertes Personal für die Reinigungsbranche zu finden. Darum dürfen wir als Familienunternehmen mit rund 900 MitarbeiterInnen auch mit Recht darauf stolz sein, dass diese teilweise schon in dritter Generation für Blitz Blank tätig sind: Freude an der Arbeit und langjährige Firmenzugehörigkeit sind für uns die größte Auszeichnung. Von diesem Engagement, von dieser Kontinuität und Stabilität profitieren auch unsere Kunden. Für die Zukunft sehe ich diesbezüglich keine dramatischen Veränderungen. Was aber schon jetzt zu erkennen ist: dass immer mehr Qualifizierungsmaßnahmen auf Betreiben und auf Kosten der Arbeitgeber initiiert werden müssen.
Wie begegnen wir diesen Herausforderungen? Eines unserer Erfolgsmodelle ist die enge Zusammenarbeit mit dem AMS und Arbeitsstiftungen, denn für Blitz Blank sind qualifizierte Mitarbeiter mit Top-Know-how ein wichtiger Schlüssel zum Erfolg.
Unser zweites Erfolgsmodell ist die ‚Blitz Blank Akademie’, mit der wir aktiv und konsequent in unsere MitarbeiterInnen investieren. Dies sichert das Fachwissen und die größtmögliche Kompetenz in der Umsetzung unserer Dienstleistung für unsere Kunden. In der Akademie haben wir drei Säulen für den Erfolg definiert: ‚Reinigungstechnik’, ‚Sprache’ und ‚Soft Skills’. Das heißt, wir schulen unsere MitarbeiterInnen nicht nur in rein fachlichen und sozialen Grundlagen, sondern darüber hinaus auch hinsichtlich Kommunikation mit Kunden, Rhetorik, Präsentation, Deeskalation, Selbstverteidigung, richtigem Telefonieren und Compliance.
Darüber hinaus ist für jede Funktion in unserem Unternehmen ein Ausbildungsplan definiert. So stellen wir die einheitliche Qualität unserer Dienstleistung sicher. Wir entwickeln die Menschen, die bei Blitz Blank arbeiten. Wir bieten über die Ausbildung einen Karriereweg und Entwicklungsmöglichkeiten.
Generell vertreten wir bei Blitz Blank die Philosophie, dass nur ein zufriedener, qualifizierter Mitarbeiter ein treuer und zuverlässiger Partner ist und sich die MitarbeiterInnen-Zufriedenheit direkt messbar auf die Kundenzufriedenheit auswirkt. Diese Kunden- und MitarbeiterInnen-Zufriedenheit lässt sich auch daran ablesen, dass wir viele Weiterempfehlungen innerhalb der Familie, bei Freunden und in jüngster Zeit nun auch vermehrt via Social Media, beispielsweise über unsere Facebook Seite, erhalten.
„Unter ‚qualifiziert’ verstehen wir, wie schon Eingangs erwähnt, motivierte MitarbeiterInnen, die gerne in der Reinigungsbranche tätig sind und ausgezeichnete Arbeit leisten. Grundlage dafür ist immer eine qualifizierte fachliche Ausbildung, wie sie beispielsweise in der ‚Gebäudereinigungsakademie der Wiener Gebäudereiniger’ auf Betreiben von Landesinnungsmeister KommR Gerhard Komarek etabliert wurde.
Darüber hinaus setzt Blitz Blank in Eigenregie auf Qualifizierung, Standardisierung und Zertifizierung: Als erstes österreichisches Unternehmen hat unser Hygiene Manager, Herr Martin Hölscher, ein Verfahren zur Reinigung von Gesundheitseinrichtungen entwickelt, das nun vom TÜV Austria zertifiziert wurde. Das macht uns besonders stolz und zeigt, wie wichtig Qualifizierung – gerade auch als qualitatives Unterscheidungsmerkmal zu Mitbewerbern – für Blitz Blank in hart umkämpften Märkten ist.
Bezüglich Anforderungen an die Qualifikation des Personals in Zukunft, beispielsweise mit der Digitalisierung: Digitalisierung ist ein Schlagwort, das gerne verwendet wird, wenn man ganz generell über Fortschritt spricht. Und der macht natürlich auch in der Reinigungsbranche und vor unseren MitarbeiterInnen nicht halt: Schon jetzt werden Arbeitsfortschritte via RFID-Chip­systemen getrackt, erfolgt die Dokumentation zur Qualitätssicherung via Uploads vom Smartphone vor Ort, oder kommen an schwer zugänglichen Lüftungsschächten Trockeneisroboter zum Einsatz, die von unseren MitarbeiterInnen bedient werden. Und heuer hatten wir auch schon den ersten Testlauf mit einem Reinigungsroboter in einem Einkaufszentrum. Selbst einen Großteil der Kommunikation mit unseren MitarbeiterInnen im Außendienst führen wir via Smartphone und Mitarbeiter-App. Das alles sind Anforderungen, denen unsere Blitz Blank MitarbeiterInnen schon jetzt gewachsen sein müssen.

KR Viktor Wagner, Geschäftsführer REIWAG Facility Services GmbH:

Wagner ViktorREIWAG bildet in einem eigenen Schulungszentrum Mitarbeiter in Form einer Erstschulung als auch laufend in weiteren Schulungen aus. Insbesondere wird Wert auf Chemiekunde, Anwendungstechnik und Maschinenkunde gelegt. In Gegensatz zu Prag sowie Bukarest, wo es großen Personalmangel gibt, sind in Wien ausreichend Arbeitsuchende vorhanden, jedoch legt REIWAG größten Wert darauf, dass erst nach entsprechender Schulung und auch Deutschkenntnissen Mitarbeiter bei Kunden tätig werden.
Die Basis von „qualifiziertem Personal“ sind natürlich ausreichende Deutschkenntnisse, da Kunden nicht nur die effektive Schulung und somit die Qualitätssicherung als Voraussetzung empfinden, sondern auch vom Reinigungsmitarbeiter ein gepflegtes Aussehen sowie Deutschkenntnisse in der Form verlangen, dass zumindest grundlegende Kommunikationsmöglichkeiten bestehen und die Arbeit, welche durchgeführt wird, auch erklärt werden kann. Die Digitalisierung wird zusätzliche Anforderungen nach sich ziehen!

 

 

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