Ranking 2018

Die Top 50 Gebäude­dienstleister

„Wandel muss kundenorientiert erfolgen“

Wird die Digitalisierung die Reinigung in den nächsten 5 Jahren grundsätzlich und maßgeblich verändern? Reinigung aktuell fragte nach.

Digitaler Wandel: Evolution statt Revolution

Gerhard Wildner

Gerhard Wildner

Die Digitalisierung steht bei der WISAG und in der Branche auf der Agenda ganz oben. Denn sie verändert Märkte, Unternehmen und Arbeitsplätze und bietet viele Chancen, die eigenen Prozesse zu optimieren und neue Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln. Die WISAG sieht den Einsatz digitaler Technologien dabei nicht als Selbstzweck an. Der Wandel muss kundenorientiert erfolgen und diesen einen spürbaren Mehrwert bieten – nicht alles, was möglich ist, ist auch sinnvoll. Kurz- bis mittelfristig werden digitale Technologien wie Sensorik, App-gesteuertes Arbeiten und Robotik die Reinigungsbranche also nicht maßgeblich verändern. Aus Sicht der WISAG wird die Digitalisierung zu einer Co-Existenz von Mensch und Technik führen und die Anforderungen an Flexibilität und Mobilität von Arbeitsplätzen werden steigen. Dennoch behält die Bürowelt eine unverändert hohe Bedeutung. Der digitale Wandel wird also eher zu einer Evolution führen als zu einer Revolution.

Gerhard Wildner, WISAG Facility Management

Optimierung von Arbeitsprozessen

Erich Steinreiber

Erich Steinreiber

Der Reinigungsmarkt ist nach wie vor sehr stark umkämpft und großteils preisgetrieben. Umso wichtiger wird es, neue Wege und Optionen für Differenzierung und Alleinstellungsmerkmale zu finden. Digitalisierung in der FM-Branche bietet hier gute Möglichkeiten. ISS investiert heute bereits viel in dieses Thema, um zum Beispiel mit so genannten Touchpoints optimierte Serviceleistungen „spürbar“ zu machen und via Daten automatisierte, bedarfsorientierte Workflows zu ermöglichen. Sensoren sammeln und übermitteln dabei Nutzerdaten, welche zur Optimierung von Arbeitsprozessen herangezogen werden. Aber auch Cobots werden in den kommenden Jahren die FM-Branche verändern, einfache Tätigkeiten in der täglichen Reinigung übernehmen und dadurch ebenso die Berufsbilder verändern. Interne Weiterbildungsmaßnahmen sind daher bei ISS bereits Standard und werden auch in Zukunft eine Schlüsselrolle für den Erfolg einnehmen. 

Erich Steinreiber, ISS Österreich 

Flexibilität als Erfolgsfaktor

Gerlinde Troestl

Gerlinde Troestl

Digitalisierung beschäftigt die Reinigungsbranche ohne Zweifel schon seit einigen Jahren. Wir sind davon überzeugt, dass wir uns nicht nur an den sich ändernden Bedürfnissen des Marktes orientieren, sondern gezielt Strukturen und Prozesse überdenken und anpassen müssen. Welche Anforderungen hat der Kunde heute? Er verlangt nach flexiblen Lösungen, die in hoher Qualität erbracht werden und in einem fairen Preis-Leistungs-Verhältnis stehen. Die Digitalisierung schafft Ansprüche. Sie schafft aber auch Chancen. Ich denke da beispielsweise an Trends wie Cleaning on demand. Digitalisierung kann dabei unterstützen, Abläufe einfacher zu gestalten, Daten schneller zu erfassen und die Dienstleistung für den Kunden transparenter zu machen. Ich glaube aber nicht, dass sich die Reinigungsdienstleistung in dem Sinn verändert, dass sie nicht mehr von Menschen durchgeführt wird. Der Mensch ist und bleibt die wichtigste Ressource für uns Facility-Dienstleister.

Mag. Gerlinde Tröstl, Markas Österreich

Die Reinigung wird digital

Peter Edelmayer

Peter Edelmayer

Die Digitalisierung hat die Reinigung bereits verändert. Ein Beispiel sind professionelle Reinigungsroboter, die Dussmann Service etwa für Turnhallen einsetzt. Die Reinigungsroboter werden zukünftig auch weitere Arbeitsschritte wie das Leeren von Papierkörben erledigen, sie werden Türen öffnen oder Gegenstände erkennen, die nicht gereinigt werden. Im Gesundheitswesen sind bereits Desinfektionsroboter mit UV-Licht im Einsatz, gekoppelt an das Bettenmanagement, die Türen und Lifte autonom bedienen können. Ein anderes Beispiel: In Sanitär-Anlagen wird die Frequenz der Besucher gemessen, sie werden erst gereinigt, wenn eine mit dem Kunden vereinbarte Anzahl an Benutzern erreicht wird. Weitere Ideen werden aktuell auch maßgeblich von Start-ups geprägt, zielgerichtete Kooperationen bringen Wettbewerbsvorteile.

Die Digitalisierung wird die Abläufe in der Reinigung weiter maßgeblich verändern – sie effizienter sowie transparenter machen – und damit in diesem gesättigten Markt Wachstumspotentiale freisetzen. Die Herausforderung wird sein, diese neuen Tools optimal mit den Fähigkeiten unserer Mitarbeiter zu kombinieren – denn bei aller Digitalisierung wird die Reinigung ein People Business bleiben. 

Mag. Peter Edelmayer, Dussmann Service Österreich

Vernetztes System „Immobilie“

Mag. Ursula Simacek

Mag. KommR Ursula Simacek CEO SIMACEK Gruppe

Die Digitalisierung in der Gebäudebewirtschaftung findet bereits statt, wird unsere Branche weiter beeinflussen und sicherlich auch verändern, in welchem Ausmaß werden wir noch sehen. Das Innovationspotenzial ist in den letzten 3 Jahren zweifelsfrei angestiegen, und die daraus abgeleiteten Veränderungen bieten uns neue Chancen, sind aber auch Herausforderung. Der digitale Wandel ist in der Gebäudebewirtschaftung schon länger angekommen und ich bin davon überzeugt, dass intelligente FM Lösungen den Komfort unserer Kunden massiv erhöhen. Und nicht nur das, es bedeutet auch Transparenz und Synergien auf allen Linien. Die Immobilie selbst wird zu einem vernetzten System, so können alle Bereiche des Gebäudemanagements optimal aufeinander abgestimmt werden. Dies wirkt sich natürlich auch auf die Kostenoptimierung aus.  Dazu bieten wir unseren Kunden für die zu verwaltenden Grundstücke, Gebäude, Geräte und Anlagen mit unserer digitalen Plattform auch eine innovative und kostengünstige Infrastruktur Management Plattform.

KR Mag. Ursula Simacek, SIMACEK Facility Management Group 

Reinigung wird „intelligenter“

Johann Bösendorfer

Johann Bösendorfer

Digitalisierung wird die Reinigung „intelligenter“ machen: Mülleimer melden, wann sie zu leeren sind, Papierhandtuchspender signalisieren Nachfüllbedarf. Damit können die Reinigungskräfte effizienter arbeiten und z.B. ihren Trolley gleich passend mit der richtigen Zahl an Papierhandtüchern bestücken. Roboter ergänzen die Arbeit der Reinigungskräfte. Das bringt beispielsweise an schwer zugänglichen Stellen wie hohen Fenstern Mehrwert. Dann muss die Reinigungskraft nicht mehr auf hohen Leitern balancieren oder kraftaufwändig mit langen Stangen putzen, sondern der Roboter fährt selbstständig alle großen Flächen ab. Kleinteilige, knifflige Ecken wie beispielsweise den Bereich des Türgriffs putzt der Dienstleister. So ergänzen sich Mensch und Maschine. Digitale, intelligente Maschinen können auch zur Nachhaltigkeit beitragen, indem mittels Sensoren Nutzungs- und Verschmutzungsgrad erkannt werden. Die Reinigungsintensität und die verwendeten Reinigungsmittel werden entsprechend dosiert. 

Johann Bösendorfer, Bundesobmann Maschinenring Österreich

Überwiegend positiv

Erich Borsutzky-Keller

Erich Borsutzky-Keller

Die Digitalisierung hat unsere Dienstleistung bereits grundsätzlich verändert. Und dies überwiegend positiv. So waren vor einem Jahrzehnt elektronische Qualitätssicherungssysteme maximal ein „nice to have“, jedoch bei weitem kein zu erfüllendes Kriterium, um an Ausschreibungsverfahren mitzumachen. Ohne solche Systeme ist es mittlerweile praktisch unmöglich geworden, große Aufträge bei namhaften Auftraggebern zu erhalten.

Dieser Schritt erscheint logisch, da die Wertigkeit der Gebäudereinigung nun auch endlich bei der breiten Maße angekommen scheint. Zumindest was das Erfassen der Qualität angeht. In vielen anderen Bereichen ist die Umsetzung sicherlich noch zu früh bzw. noch nicht zu Ende gedacht. Digitalisierte Kommunikationswege zwischen dem Kunden und der Reinigungskraft bringen doch letztendlich mehr Negatives als Positives.

So sollte doch gerade bei einer Dienstleistung, die tagtäglich durch dasselbe Personal durchgeführt wird, der direkte „analoge“ Kontakt bestehen bleiben und dies auch als vertrauensbindende Maßnahme angesehen werden.

Ing. Erich Borsutzky-Keller, Josef u. Theresia KLING GmbH & Co KG

Das Thema FM 2018: Virtuelle Realität

Viktor Wagner

Viktor Wagner

Digitalisierung entwickelt sich in allen Branchen rasant und spielt von Jahr zu Jahr eine immer größere Rolle. Auch in der FM-Branche! Von Industrie 4.0 bis zur künstlichen Intelligenz (AI) entstehen täglich neue Tools, die den Facility Managern helfen, ihre Verantwortlichkeiten effektiver und effizienter zu bewältigen. Durch mobile Apps und die Zunahme von cloud vernetzten Geräten können Facility Manager rund um die Uhr und von jedem Ort aus genau erkennen, was mit den verschiedenen Systemen im Gebäude passiert, und wenn notwendig auch per Fernwartung eingreifen oder sogar eine Diagnose feststellen – dies ist nur möglich, weil alle Kompentenen miteinander verbunden sind.

Das Thema FM 2018: Virtuelle Realität (VR), in der Spielindustrie bereits ein gängiger Begriff und bereits auf dem Markt käuflich zu erwerben. Für die FM-Branche jedoch gibt es noch Bedarf. Einige Unternehmen setzen bereits im technischen Facility Management VR für virtuelle Führungen ein, um 3D-Visualisierungen von Anlagen, Maschinen oder sogar ganzen Gebäuden anzuzeigen.

KR Viktor Wagner, REIWAG Facility Services

Kunde will immer mehr Transparenz

Oliver Attensam

Oliver Attensam

Die Technologie, die Digitalisierung, Sensoren in Gebäuden, das Internet of Things (vernetzte Systeme) – all das wird uns in 5 Jahren noch mehr Daten liefern, die uns helfen werden, die individuellen Bedürfnisse und Gewohnheiten unserer Kunden immer besser zu kennen und zu berücksichtigen. Ressourcen wie Zeit und Kosten werden immer effizienter eingesetzt werden. Schon heute wollen Kunden ihre Unternehmen rund um die Uhr erreichen können, neue digitale Kommunikationskanäle sind im Vormarsch und unsere Buchungen durch Privatkunden im Webshop steigen stetig. Gleichzeitig gewinnt der persönliche Kontakt an Wert. Der Kunde will immer mehr Transparenz, nicht nur über die Leistungserbringung, sondern auch Themen wie Nachhaltigkeit spielen eine bedeutende Rolle. Gerade bei Großflächen werden Roboter den Arbeitsablauf unterstützen. Unsere Mitarbeiter können sich um Aufgaben kümmern, die ihre speziellen Fähigkeiten erfordern, und auch um soziale Kontakte.

Oliver Attensam, Unternehmensgruppe Attensam

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