Preiserhöhungen unter Kollektiv­vertragsniveau

Insbesondere bei Ausschreibungen der Öffentlichen Hand sowie in staatlich kontrollierten Unternehmen und Institutionen war der Preisdruck wie gewohnt hoch.

Laut aktuellem BRANCHENRADAR Gebäudereinigung in Österreich wuchs der Markt für Dienstleistungen der Gebäudereinigung im vergangenen Jahr – erlösseitig – robust um 3,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt wurden 1,6 Milliarden Euro umgesetzt. Für den Anstieg war, neben anziehenden Preisen, primär eine Leistungsausweitung im Nicht-Wohnbau verantwortlich. Diese zeigte sich allen voran im Gesundheits- und Dienstleistungssektor, wenngleich auch der Wohnbau Wachstumsbeiträge lieferte. Die Zuwächse kamen aus allen Reinigungsarten mit Ausnahme der Grundreinigung.

Der Durchschnittspreis wuchs im Jahr 2019 auf Ebene des Gesamtmarktes um 1,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit lag der Preisauftrieb unterhalb der im Kollektivvertrag festgeschriebenen Erhöhung von nahezu dem Doppelten. Selbst unter Berücksichtigung von Produktivitätsgewinnen und Einkaufsvorteilen bei Material und Gerät deckte die Preiserhöhung die steigenden Kosten nicht zur Gänze. Im Durchschnitt wurden im abgelaufenen Jahr 19,70 Euro pro Stunde verrechnet. Insbesondere bei Ausschreibungen der Öffentlichen Hand und in staatlich kontrollierten Unternehmen und Institutionen war der Preisdruck wie gewohnt hoch. In Anbetracht des gültigen Bestbieter-Prinzips hätte man sich eine Änderung der Entscheidungskriterien erwartet, kann doch nicht ausgeschlossen werden, dass ein preisgetriebener Wettbewerb – zumindest indirekt – auch auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen wird.

Und da nicht davon auszugehen ist, dass sich im Lichte eines verschärften Sparkurses diesbezüglich viel ändert, prognostiziert BRANCHENRADAR.com auch für das laufende und kommende Jahr Umsatzsteigerungen unterhalb des erwarteten Personalkostenanstiegs.

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