Outsourcing im Gesundheitswesen: „Der wirkliche Nutzen sollte eine Qualitätssteigerung sein“

Die Qualität des Outsourcing-Partners muss geprüft werden können – dieses Thema gesellt sich zum Kostenoptimierungsthema.

Dietmar Ranftler

Dietmar Ranftler

Nach einer IHS-Studie unter dem Titel „Kostendämpfung durch Kooperation im Gesundheitswesen“ im Auftrag der Vinzenz-Gruppe ist in Österreich im tertiären Bereich der Krankenhäuser 80 Prozent der Wäsche, 68 Prozent der Reinigung und nur 22 Prozent der Küche an private Unternehmen ausgelagert. Experte Dietmar Ranftler erklärt, warum.

Beim Outsourcing geht es immer auch darum, wer wo seine Kernkompetenzen hat. Und ich glaube, dass der Bereich Reinigung und Wäsche sehr viel einfacher einem externen Partner überantwortet werden kann als der Bereich Küche. Denn die Krankenhausküche ist ein sehr sensibler Bereich, der vor allem auch durch einen sehr hohen Anteil von Diätformen gekennzeichnet ist, und Diätküche ist auch eine gewisse Kernkompetenz eines Krankenhauses. Vor allem größere Krankenhäuser haben auch in diesem Bereich Kompetenzen aufgebaut und können durchaus auch kleinere Krankenhäuser mitversorgen, sodass hier eigentlich Insourcing betrieben wird. Daraus resultiert der niedrigere Anteil an Outsourcing im Bereich der Krankenhausküche. Generell ist in vielen Branchen, nicht nur in der Gesundheitsbranche, eine Pendelbewegung zu beobachten, von möglichst alles rund um die eigene Kernkompetenz auslagern bis hin zu möglichst viel wieder ins eigene Unternehmen zurückzuholen, etwa nach unbefriedigenden Erfahrungen mit externen Partnern oder auch getrieben von gewissen politischen Ideologien.

Outsourcing-Nutzen und Risiken

Für mich geht es in vielen Bereichen und Abläufen eines Gesundheitsunternehmens natürlich darum, alles gut und straff zu organisieren, Kosten zu optimieren, aber auch den Kunden- bzw. Patientennutzen zu erhöhen. Und das gelingt in gewissen Bereichen auch mit Outsourcing. Outsourcing kann ein probates Mittel sein, um einerseits Kosten zu optimieren, aber das wird viel zu häufig in den Vordergrund geschoben. Der wirkliche Nutzen sollte eigentlich eine Qualitätssteigerung sein. Und hier ist dann die Frage, ob durch Outsourcing auch wirklich die Qualität gesteigert werden kann. Ein Krankenhaus ist doch ein sehr sensibler Bereich, wo der Gesundheitsstatus eines Patienten besonders stark auch von der Hygiene – und damit auch der Reinigung – und der Küche abhängt. Potentiell negative Einflussfaktoren wie die Missachtung der Hygiene oder wenn falsch gekocht wird – das kann den Gesundheitszustand des Patienten massiv beeinflussen. Daher muss man hier genau hinschauen, ob die erforderliche Qualität geleistet werden kann. Die Qualität des Outsourcing-Partners muss geprüft werden können, und dieses Thema gesellt sich zum Kostenoptimierungsthema. Wenn beides gesichert werden kann, dann kann man auch beruhigt Dienstleistungen outsourcen oder mit Kooperationspartnern zusammenarbeiten.

Aber es ist auch ein Risiko. Man hat potentiell einen Kundennutzen und potentiell auch einen Qualitätssteigerungsnutzen, aber das muss auch gewährleistet bzw. auch evaluiert werden können.

DDr. Dietmar Ranftler Schulung und Beratung im Gesundheitswesen
office@ranftler.co.at
www.ranftler.co.at

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