Neue In-House-Konzepte inklusive Home-Office-Catering?

Die Corona-Krise könnte für die Catering-Sparte „Betriebsverpflegung“ (nachhaltige) Veränderungen mit sich bringen. Mit welchen Szenarien die Caterer hier rechnen sollten und wie sie sich bestmöglich darauf einstellen können. 

Anselm Bothe

Anselm Bothe

Neue Studien zeigen, dass viele Großunternehmen überzeugt sind, dass in den Verwaltungsbereichen langfristig zw. 40-60 % Home-Office Arbeit stattfinden wird. Viele Unternehmen kündigen Mietflächen und reduzieren Individual-Arbeitsplätze. Die Änderungen scheinen damit nachhaltig. 

Betriebsverpflegung / In-House-Catering:

Die 40-60 % MitarbeiterInnen halten sich örtlich und zeitlich viel unregelmäßiger im Gebäude auf als früher. Daher begrüßen die Caterer-Teams in den wieder geöffneten Kantinen zur Mittagszeit selten mehr als 25% der „früheren“ Gäste. Mit der Entkopplung von Arbeitsort und Arbeitszeit geht der Verlust von sozialem Kontakt, informeller Information und Bindung zum Unternehmen einher. Um dem entgegen zu wirken, werden geeignete Flächen in Meeting-Zonen umgestaltet, in denen MitarbeiterInnen ganztägig arbeiten, essen, sich austauschen können. 

Home-Office-Catering – gestützt / bezuschusst:

Die Gleichbehandlung von In-House und Home-Office bezgl. gastronomischer Versorgung und Stützung fordert die Kreativität der Sozialpartner. Fast verdoppelte lohnsteuer- und sozialversicherungsfreie Zuschuss-Beträge sind seit 01.07.2020 eine attraktive unbefristete Lösung. Die ersten Arbeitgeber und MitarbeiterInnen nutzen dies. Das Essen wird im Home-Office i.d.R. bei Bring-Diensten bestellt und mit Gutscheinen bezahlt.

Neue In-House-Catering Konzepte:

Der Hauptfokus ist nicht mehr die Mittagsverpflegung. Die Kunden wollen heute eine Kombination vieler örtlich und zeitlich flexibler, mobiler und internationaler Elemente. Dazu gehören nur noch 1-3 Menüs, kalte und warme Bowls, Wraps, ToGo-Produkte, „Take-Home-Produkte“, Thai, Pizza, etc. Es bedarf also einer Kombination und Koordination von neuen Produkten und Konzepten und ev. Lieferanten. 

Das Home-Office-Catering der Zukunft:

Dafür gibt es viele Ideen und Überlegungen: Werden MitarbeiterInnen C&C-Produkte für die Home-Office-Tage mitnehmen? Oder eine Box mit frischen regionalen Produkten, die an Office-Tagen an der Rezeption wartet? Diese Angebote sind bislang rar und die Akzeptanz ist nicht sicher. Viele MitarbeiterInnen lassen sich das Essen warm nach Hause liefern oder kaufen mit Gutscheinen ein und bereiten es selbst zu.  Überlässt die Catering Branche das Home-Office den Bring-Diensten? Oder transformiert der „alte Kantinen-Caterer“ zum Home-Office-Caterer mit digitalen Bestell.-u. Bezahl-Systemen und sogar Logistik? Oder kooperiert der Caterer mit Logistikern / Bring-Diensten und konzentriert sich aufs Kern-Geschäft?

Küchen-Technologie:

Kunden überlegen, ob sie für die 500 Mittagessen jeden Tag die 2000-Essen-Küche „hochfahren“ sollen. Alternativen: das komplette Schließen, das Down-Sizing oder ev. die „Mit-Nutzung“ durch „Home-Office-Caterer“.       

Herausforderung für Caterer / Neue Marktteilnehmer:

Die Kern-Kompetenz der traditionellen Caterer, 4-6 Menüs mittags genussvoll zuzubereiten, ist somit im „neuen Normal“ nicht mehr entscheidend. Innovative Event-Caterer mit eigener Küche haben begonnen, die „Liefer-Lücke“ bei geschlossenen Kantinen zu schließen. Andere Dienstleister, die sich in der Corona-Zeit für ihre Kunden verstärkt als Gesundheitsspezialist u. flexibler Partner erwiesen haben, haben begonnen, mit den Kunden auszuloten, wie diese sich die gastronomische Zukunft vorstellen und wie sie diese partnerschaftlich angehen können. 

Gemeinsam mit den Kunden entwickelte innovative gastronomische Zukunfts-Konzepte für die zu erwartenden Post-COVID-Phasen – nicht Kostensenkungs-Programme – sind dafür der Schlüssel.

Anselm Bothe gründete 2018 die u.a. auf Gastronomie spezialisierte Unternehmensberatung „Boutique für Effizienz & Digitalisierung“

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