Moderne Tank- und Siloreinigung – normgerecht und effizient

Hochdruckreinigungstechnik, gut ausgewählt und auf die verschiedenen Verschmutzungen abgestimmt, ist der Garant für eine wirtschaftliche, problemlose und normgerechte Tank- und Siloreinigung.

Die Innenreinigung von Transport-, Lager- und Produktionsbehältern in Industrie, Gewerbe und Handel ist eine Aufgabe, die sich nur unter Beachtung der individuellen Gegebenheiten und allgemeinen Normen lösen lässt. Die Wahl der richtigen Reinigungstechnik ist in hohem Maß von Form, Beschaffenheit und Größe der Behälter, aber auch von den Zugangsmöglichkeiten, der Art der Verschmutzung und eventuellen Einbauten im Behälter abhängig.

Vor jeder Tank- und Silo-Innenreinigung steht zunächst die Frage nach dem erforderlichen Reinigungsgrad. Hier wird unterschieden zwischen optisch sauberen Behältern, wie sie bei Produktwechsel gleicher Grundstoffe ausreichend sind, chemisch sauberen Behältern, wenn etwa eine Tankrevision ansteht, und biologisch sauberen Behältern, zum Beispiel bei einem Produktwechsel verschiedener Lebensmittel.

Maßgeblich hierfür sind die unterschiedlichen Standards. Da ist zum einen das SQAS (Safety and Quality Assessment System), eine Norm des Europäischen Chemischen Industrieverbands, zum anderen die ECD-Dokumentation (European Cleaning Document), die vom Deutschen Verband für Tankinnenreinigung e.V. (DVTI) und dem europäischen Dachverband (EFTCO) gemeinsam herausgegeben wird. Das SQAS dient Logistikanbietern im Gefahrgutbereich maßgeblich zur Bewertung der Qualität, Sicherheit und Umweltverträglichkeit. Neben dem eigentlichen Transport-Service bezieht es auch die Tankreinigung mit ein. Die ECD-Dokumentation hingegen hat sich als Industrie-Reinigungsstandard in ganz Europa durchgesetzt. So verlangen viele Lebensmittel- und Chemiekonzerne heute die ECD-Dokumentation, bevor sie Tankwagen oder Tankcontainer für die Befüllung freigeben. Vor allem für die Lebensmittelindustrie ist es wesentlicher Bestandteil des so genannten HACCP-Konzepts (Hazard Analysis and Critical Control Points-Konzept), das wiederum als vorbeugendes System die Sicherheit von Lebensmitteln und Verbrauchern gewährleisten soll.

Um ein bestmögliches Reinigungsergebnis hinsichtlich aller Erfordernisse und Normen zu erreichen, kommt der Auswahl der Technik eine besondere Bedeutung zu. Aber auch die Dauer der Reinigung darf nicht unbeachtet bleiben, damit unproduktive Reinigungszeiten so kurz wie möglich gehalten werden. Hier gilt es auch, die jeweils entstehende Abwassermenge zu überwachen, um Entsorgungskosten niedrig zu halten.

Vor diesem Hintergrund kann die Reinigung von Hand in der Regel ausgeschlossen werden. Auch ist sie überwiegend nicht mehr zulässig, da sie oft eine Gefährdung des Reinigungspersonals zum Beispiel durch gesundheitsschädliche Farb- und Lösemittel-Dämpfe bedeutet. Darüber hinaus verursacht die manuelle Reinigung hohe Personalkosten und führt häufig zu keinem konstant guten Reinigungsergebnis. Bei der Behälter-Innenreinigung in der Industrie werden deshalb heute hauptsächlich maschinelle Verfahren eingesetzt. Vor allem die Hochdruckreinigung hat sich bewährt, da sie für alle Behälterformen geeignet ist.

Grundsätzlich setzt sich eine moderne Hochdruckreinigungsanlage immer aus vier Komponenten zusammen. Sie müssen  – je nach Anwendungsfeld – spezifisch aufeinander abgestimmt sein.

1. Hochdruckversorgung

Hier gilt es zuerst zu entscheiden, ob eine ortsfeste Anlage oder ein mobiles Gerät die bessere Lösung  ist. Bei wenigen, weit voneinander entfernten ortsfesten Behältern, ist immer eine mobile Hochdruckpumpe vorzuziehen, da aufwendige Verrohrungen vermieden werden  können. Besonders in der Lackindustrie und Petrochemie im Kreislaufbetrieb ist zudem darauf zu achten, dass die Hochdruckpumpe mit Sonderdichtungen und einer Leckagerückführung ausgestattet ist. Beides stellt sicher, dass es weder zu einer Gefährdung des Bedienungspersonals noch der Umwelt kommen kann.

2. Anlagensteuerung

Neben der reinen Ablaufsteuerung gibt es heute ein breites Spektrum, das von der einfachen Fernbedienung über Spezialreinigungsprogramme bis hin zur EDV-gestützten Betriebsdaten- und Kostenerfassung reicht.

3. Energieanlagen

Je nach vorhandener Energieversorgung kann die Hochdruckreinigungsanlage mit einem Heißwassererzeuger oder Wärmetauscher ausgerüstet werden. Neben Heizanlagen mit Heizöl-Brennern setzen sich heute wegen der Raum- und Wartungsersparnis jedoch immer mehr mit  Strom betriebene Heißwassererzeuger durch. Besonders hohe Anforderungen an die Energieanlagen, aber auch an die übrigen Komponenten des Hochdruckreinigungssystems, werden bei der Verwendung in explosionsgefährdeten Bereichen gestellt. Dann müssen sie zwingend der ATEX-Produktrichtlinie 94/9/EG entsprechen.

4. Hochdruck-Innen-reinigungsköpfe in verschiedenen Ausführungen

Hochdruck-Innenreinigungsköpfe müssen in ihrer Größe und Ausführung auf den Behälter abgestimmt sein. So sind bei Tankeinbauten Innenreinigungsköpfe mit Schwenkvorrichtungen empfehlenswert. Sie ermöglichen ein Versetzen des Spritzkopfes ohne Demontage. Selbst entlegene Ecken und Winkel eines Behälters werden so bei sachgerechter Anwendung erreicht und eine Spritzschattenbildung verhindert. Da der Hochdruckstrahl zudem berührungsfrei arbeitet, wird auch eine Schmutzverschleppung zuverlässig vermieden. Darüber hinaus lassen sich mit den Spritzköpfen nicht nur offene Behälter reinigen, sondern auch solche, die lediglich über ein Mann- oder Spundloch verfügen. Neben diesen Vorteilen kommen noch kurze Reinigungszeiten und ein geringer Frischwasserverbrauch hinzu. Nicht zuletzt lohnt sich bei großem Reinigungsbedarf auch die Installation einer pneumatischen Einfahrvorrichtung für den Spritzkopf. Sie vereinfacht die Bedienung und senkt Personalkosten.

Um beim Einsatz von so genannten Hochdruck-Flüssigkeitsstrahlern stets ein sehr gutes Reinigungsergebnis zu erzielen, müssen die Faktoren Düsendruck, Wasserdurchflussmenge, Temperatur, Reinigungsmittel und Einwirkzeit bestmöglich aufeinander abgestimmt sein.

Vom Düsendruck und der eingesetzten Wassermenge ist zunächst der so genannte Aufpralldruck abhängig. Er ist maßgeblich dafür, dass die Schmutzschicht aufgerissen und vom Untergrund getrennt wird. Wie Labor- und Praxisversuche gezeigt haben, werden bei einem Düsendruck von 50 – 100 bar die besten Ergebnisse erzielt, ohne die Wandungen des Behälters zu beschädigen. Für den Abtransport des gelösten Schmutzes ist dann ausschließlich die Mediummenge (Wasser oder Lösungsmittel) des Hochdruckstrahls maßgebend.

Höhere Temperaturen des Mediumstrahls führen naturgemäß zu besseren Reinigungsergebnissen, verkürzen die Reinigungszeit und reduzieren vor allem bei petrochemischen Produkten, aber auch bei Lebensmitteln den Reinigungsmittelverbrauch erheblich. Dabei können zusätzlich saure, neutrale oder alkalische Reiniger dem Wasserstrahl beigegeben werden, um nochmals die Wirkung zu verbessern und die Reinigungszeiten zu verkürzen. Bei einigen Reinigungsaufgaben ist auch die Einwirkzeit wichtig.

Für Tank- und Siloreinigungen werden heute zahlreiche Lösungen angeboten. Doch nicht jeder Hochdruckreiniger ist gleichermaßen für die unterschiedlichen Reinigungsaufgaben geeignet. Vor dem Kauf ist daher immer eine ausführliche Beratung durch den Gerätehersteller unerlässlich. Er hilft auch bei der Projektierung des Reinigungssystems und stimmt es zusammen mit dem Kunden auf die jeweiligen Verschmutzungsprobleme ab. Hilfreich kann hier auch – insbesondere bei der Dimensionierung und Auslegung des Hochdruckreinigers – die Besichtigung von Referenzanlagen sein.

Industrie, Gewerbe und Handel können heute auf moderne Hochdruckreinigungstechnik kaum mehr verzichten, denn gut ausgewählt und auf die verschiedenen Verschmutzungen abgestimmt, ist sie Garant für eine wirtschaftliche, problemlose und normgerechte Tank- und Siloreinigung.

Text und Bilder: Alfred Kärcher GmbH & Co. KG

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