Mit Reinigung allein würde es schwierig werden

Fünf Jahre ifms – Infrastrukturelles Facility Management Service GmbH. KR Andreas Ubl, Geschäftsführender Gesellschafter, zieht Zwischenbilanz.

Text Christian Wolfsberg

Reinigung aktuell: Fünf Jahre ifms. Wie hat sich das Unternehmen in dieser Zeit entwickelt?

Andreas Ubl

Andreas Ubl

Ubl: Wir haben am 1.4.2013 mit rund 30 Mitarbeitern und einem Umsatz von zwei Millionen Euro begonnen, nachdem ich die Firma – die ehemalige VM + E Pfaffinger – gekauft hatte. 2016 haben wir mit rund 17 Millionen Umsatz abgeschlossen – mit 500 Mitarbeitern und von der Gewichtung her mit einer guten Streuung der Kunden. Wir haben auch Beteiligungen im Ausland, so sind wir an der Blitz Blank Slowakei, welche rund 400 Mitarbeitern hat, beteiligt, und als neuesten Zuwachs haben wir einen Steinmetzbetrieb von der Firma Pfaffinger übernommen. Weiters sind wir an der Firma AFS beteiligt, die sich im Facility-Bereich mit Umbauten beschäftigt. Und haben wir noch die IFMS JANUS OG in Klagenfurt, wo wir am Standort rund 130 Mitarbeiter beschäftigen und das Krankenhaus Klagenfurt betreuen. Auch diese Partnerschaft funktioniert sehr gut.
Im Oktober 2015 haben wir mit einer neuen Dienstleistung im Bereich Medizintechnik begonnen, wo wir drei Hauptgruppen abdecken: Wartung und Reparatur von Endoskopen und die STK-Überprüfungen (Sicherheitstechnische Kontrollen), die in Jahresintervallen – einjährig oder zweijährig – vorgeschrieben sind. Außerdem haben wir voriges Jahr in Niederösterreich eine GmbH gegründet, um den Bereich Niederösterreich intensiver zu bearbeiten.

Sie sind jetzt auch Firmeninhaber. Wie unterscheidet sich das von Ihren früheren Tätigkeiten als Geschäftsführer?
Im Grunde gar nicht. Ich habe auch als Geschäftsführer das jeweilige Unternehmen immer so gesehen und mich so eingesetzt, als wäre es mein eigenes.

Ihre Pläne für die nächsten fünf Jahre? Regionale und / oder thematische Schwerpunkte?
Wir möchten den Bereich Medizintechnik weiter ausbauen beziehungsweise als zusätzliches Standbein intensiver bearbeiten. Denn mit Reinigung allein würde es in Zukunft schwierig werden. Gefragt sind Dienstleistungen aus einer Hand, bis hin zur Arbeitskräfteüberlassung, eventuell auch technisches FM. In Kärnten sollte sich im Bereich der Krankenhäuser Zusätzliches tun.

Wird es eine Marktkonzentration geben?
Nicht die Großen werden die Kleinen „fressen“, sondern die Schnellen die Langsamen. Die ganz kleinen Unternehmen werden überleben, die mittleren mit 15 bis 50 Mitarbeitern werden sich etwas überlegen müssen. Konzentrationen wird es sicher noch geben – aufgrund des Lohn- und Sozialdumping-Gesetzes, über welches ich nicht sehr erfreut bin, denn die Ehrlichen werden bestraft. Wenn man alles korrekt abhandelt, kann man bei den Ausschreibungen manchmal nicht mehr mitbieten.

Mitarbeiter findet man noch?
Ja, aber es ist schwierig, vor allem bei Teilzeitkräften und speziell für die Wiener Randbezirke. Auch Salzburg ist diesbezüglich ein ganz schwieriger Markt. Bei Teilzeitkräften ist die Höhe der Mindestsicherung ein großes Problem – bei einer Mindestsicherung von 842 Euro und 600 Euro für Teilzeitarbeit bei uns. Besonders schwierig ist es auch, Objektleiter zu finden. Diese wird man sich meiner Meinung nach in Zukunft nur noch selber ausbilden können.

Was sagen Sie zur geplanten dienstrechtlichen Angleichung von Arbeitern und Angestellten?
Wenn das angeglichen werden soll, bedeutet das für die Dienstleistungsbranche einen sehr hohen finanziellen Aufwand – Stichwort sechs Wochen Kündigungszeit auch für Arbeiter. Meiner Meinung nach ist das in keinem Dienstleistungsbereich umsetzbar. Das wirkt sich ja auch auf die Sonderzahlungen aus, wo wir ohnehin jetzt schon bei 100 Prozent Lohnnebenkosten sind. Ich bin jedenfalls schon gespannt.

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