Fertig zum Angriff

Reinigungstechnik4You macht sich mit TENNANT und KAIVAC im Gepäck startklar zur Offensive. Christian Ftacsek, Geschäftsführer und Gesellschafter, im Interview.

Text: Christian Wolfsberg

ReinigungAktuell: Seit wann sind Tennant, VLX und KAIVAC bei RT4U im Vertrieb und wie kam es dazu?

Christian Ftacsek: Die drei Marken sind seit 1. März 2020 bei uns exklusiv im Vertrieb. Zwar ist noch bis Jahresende die Firma SKS die offizielle Serviceorganisation, aber aktiv im Vertrieb sind wir schon jetzt in Österreich exklusiv. Der bisherige Partner der Tennant-Gruppe und KAIVAC war TCS EMEA (Neumarkt am Wallersee). Der Inhaber Otto Rainer hat sich aber schon seit vielen Jahren auf Osteuropa, Russland, Südafrika und die Emirate spezialisiert, wollte immer aber, dass sein „Heimmarkt“ Österreich ebenso gut laufen sollte wie der Export. Wir kennen uns schon eine Weile, auf der Pulire in Verona letztes Jahr haben unsere ernsthaften Gespräche begonnen, Mitte Februar dieses Jahres haben wir die Verträge dann unterschrieben. Ohne es zu wissen, war das vielleicht nicht das optimale Timing, aber es wird sicher auch eine Zeit nach Corona geben.

Was für Auswirkungen hat das auf andere Marken, die bei Ihnen im Vertrieb sind?

Ftacsek: Wir sind nach wie vor für andere Marken wie Nilfisk, Cleanfix und Kärcher aktiv, obwohl wir Zug um Zug schon ein Hauptaugenmerk auf Tennant legen werden. Unser bisheriger Hauptpartner Nilfisk hat ja ein deutlich breiteres Sortiment, daher sehen wir das alles als Erweiterung und Ergänzung. Das Bestechende an der neuen exklusiven Vertriebsschiene ist, dass wir nicht mehr in Konflikte mit dem Direktvertrieb unserer Lieferanten kommen und ergo auch mit diesen Marken nicht direkt konkurrieren müssen. Wir sind mittlerweile österreichweit tätig und haben die Mitarbeiter von TCS in unser Team integriert, fahren im Moment also noch eine duale Organisation. Der Weg eines Exklusivvertriebs mit weiteren anderen Marken im Portfolio erscheint uns derzeit als der zielführendste bei unserer geplanten Expansion.

Als Marktbeobachter haben wir Tennant in Österreich lange Zeit so gut wie gar nicht aktiv erlebt. Wie sehen Sie das?

Ftacsek: TCS war über Jahre eng mit Simacek verbunden, viele haben sogar eine gesellschaftsrechtliche Verschränkung vermutet. In jedem Fall hat die Nähe zwischen Tennant und Simacek dazu geführt, dass kaum andere Gebäudereiniger zur Kundschaft zählten. Tennant hat eigentlich von Simacek und der Industriereinigung gelebt. Otto Rainer (TCS) hatte nie ein wirklich großes Interesse am österreichischen Markt, er wollte international erfolgreich sein, und das ist ihm auch gelungen. Trotzdem ist bei ihm der Wunsch geblieben, auch in Österreich erfolgreich zu sein – vielleicht aus Patriotismus –, und so hat er das nun eben in andere, unsere professionellen Hände gelegt.

VLX betrifft das analog?

Ftacsek: Ja. VLX ist die Maschinenlinie von IPC, die ja eine Tennant-Tochterfirma ist. Wie die meisten großen Hersteller hat auch Tennant, die ja eher hochpreisig angesiedelt ist, auch eine etwas günstigere Linie. VLX ist seit Ende letzten Jahres in Produktion gegangen und wird seit Jahresbeginn von Tennant vertrieben.

Von den Auswirkungen der Übernahme von IPC durch Tennant haben wir bisher auch recht wenig gemerkt.

Ftacsek: Ja, das stimmt. Tennant ist bei Übernahmen sehr genau, und sie analysieren dann auch die Märkte intensiv und überhasten rein gar nichts.

Was ist nun mit dem angekündigten Merger Nilfisk – Tennant? Da ist es ebenfalls sehr ruhig geworden.

Ftacsek: Meine Info ist, dass alles im 3. Quartal 2019 hätte über die Bühne gehen sollen. Es war, glaube ich, eine Fusion geplant gewesen. Aufgrund der Entwicklung der Aktienkurse kam das dann aber doch nicht zustande. Ich denke, das ist nur aufgeschoben, und Corona wird das wieder deutlich beschleunigen. Die Konzerne habe ja nun großes Interesse, ihre Kosten und Strukturen in den Griff zu bekommen. Aus meiner Sicht würde eine Fusion jetzt noch mehr Sinn ergeben.

Die Fusion wurde aber als Gewinnmaximierung verkauft, nicht als Kostenoptimierung.

Ftacsek: Schon, aber die Situation hat sich meiner Meinung nach mit Corona sehr verändert. Jetzt habe alle Großkonzerne ein Problem: Nichts läuft wie bisher. Es gibt Umsatzeinbrüche in nahezu allen Märkten und in jeder Region. Da bleibt kein Stein auf dem anderen, nichts ist mehr normal, daher ist jetzt eben Kostenoptimierung eindeutig gefragt.

KAIVAC gehört nicht zur Tennant-Gruppe?

Ftacsek: KAIVAC ist eine amerikanische Marke, spezialisiert auf No-Touch-Cleaning (berührungsfreies Reinigen), die in Österreich ebenfalls von TCS exklusiv vertrieben wurde. Anwendungsgebiete sind sämtliche großflächigen Sanitärbereiche, Duschen und WCs in Fitnessclubs etwa und die Reinigung von Kühlanlagen und Gefriertruhen. Wir hatten auch schon einige Erfolge, aber aufgrund der Schließung von Fitnessclubs etc. ist derzeit verständlicherweise nichts möglich. Rewe, Spar, Hofer etc. sind aktuell mit Desinfektion, Warenbeschaffung und Security beschäftigt. Der Retail ist derzeit logistisch extrem gefordert und im Moment sicher nicht bereit, über die Reinigung von Kühlgeräten zu sprechen. Da haben sie kein Ohr dafür. KAIVAC hat aktuell keinen Vertriebspartner in Deutschland, daher nutzen wir auch dort alle unsere Kontakte.

Reinigungstechnik4You ist quasi startklar für die Offensive?

Ftacsek: Wir sind gerüstet. Wir sehen uns als Multidienstleister im Service und Handel. Nahezu alle Gebäudereiniger haben viele Marken im Programm, wir kennen uns mit nahezu allen aus und bieten einen Ansprechpartner, nicht acht. Ich bin überzeugt, mit dieser Exklusivpartnerschaft werden wir die nächste Stufe unserer Expansion gut meistern. Wir wollen den derzeitigen Platzhirschen sagen: Da kommt ein Neuer!“

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