Es gibt Marktlücken in der Ausbildung

Interview mit Simon Meinschad, GF hollu Systemhygiene GmbH.

Text Christian Wolfsberg

ReinigungAktuell: Wie kam es zur hollu Akademie?
Simon Meinschad: Wir haben in den letzten Jahren einiges unternommen, um unser Geschäftsmodell zu vervollständigen. Wir haben unser Sortiment an Reinigungsmaschinen erweitert, wir haben den gesamten Bereich der Reinigungshilfsmittel breiter aufgestellt – somit bieten wir bereits jetzt ein sehr umfangreiches Angebot an Reinigungslösungen, welches wir nun noch um den Bereich Aus- und Weiterbildung in der hollu Akademie erweitern. Kurz gesagt: Wir wollen unseren Kunden ganz einfach mehr Leistung bieten. Die hollu Akademie ist nun ein weiterer Baustein zum Komplettdienstleister. Mit der hollu Akademie bieten wir flächendeckend in Österreich und in Südtirol Schulungen an, und zwar überall in der gleichen Qualität und mit dem gleichen Curriculum.

Für wen sind die Schulungen gedacht?
Meinschad: hollu ist zielgruppen­orientiert aufgestellt, und daher bieten wir diese Schulungen auch für all die verschiedenen von uns bedienten Zielgruppen an. Von der Gebäudereinigung über die Hotellerie und Gastronomie, die Bildungs- und Pflegeeinrichtungen bis hin zur Industrie. Alle diese Zielgruppen haben Interesse an bestens ausgebildetem Personal, und exakt dieses bestens ausgebildete Personal wollen wir den Zielgruppen auch bieten. Wir wollen sowohl das Personal unserer Direktkunden mit Eigenreinigung als auch das der Dienstleister schulen.
Wo werden die Schulungen angeboten?
Meinschad: An allen hollu Standorten: In Wien, Linz, Graz, Spittal an der Drau, Neumarkt am Wallersee, Zirl, Feldkirch und in Leifers bei Bozen. Ergänzend dazu nutzen wir die Schulungseinrichtungen des SGZ in Wolfern. An all diesen Standorten bieten wir nicht nur Theorie in einer sterilen Umgebung an, sondern echte Praxisschulungen in realen Objekten. Genau dafür sind wir lokale Partnerschaften eingegangen, um den Auszubildenden ein echtes praktisches Training-on-the-Job anbieten zu können.

Ist die hollu Akademie als Profitcenter auch kostenpflichtig?
Meinschad: Grundsätzlich ja, wobei es ganz allgemein für uns eine Abrundung des Geschäftsmodells darstellt. Wie schon gesagt: Es ist unser Ziel, für unsere Kunden ein echter Komplettanbieter zu sein, und da ist die Schulung des Personals ein essentieller Teil davon. Wir leben ja nicht nur von der Schulung und können daher auch ein ganz anderes Gesamtpaket mit unseren Kunden schnüren. Wir führen die hollu Akademie als Profitcenter – und glauben auch daran, dass das langfristig geht –, wichtiger ist uns allerdings, dass die Akademie unseren Anspruch des Gesamtanbieters vervollständigt.

Der Leiter der hollu Akademie ist Erich Nußbaummüller?
Meinschad: Wir haben uns in Österreich umgeschaut, und da stößt man ja sehr rasch auf den Namen Nußbaummüller. Er wird diese Akademie leiten und aufbauen. Der Trainerpool wächst stetig. So ist auch Andrea Pfleger bei uns im Team, die gerade das Buch „Bitte reinigen – aber richtig!“ veröffentlicht hat. So wie Herr Nußbaummüller Spezialist für die Gebäudereinigung ist, ist Frau Pfleger Spezialistin für den Bereich Hotellerie und Gastronomie. Im Übrigen bieten wir mit ihr auch Consulting Dienstleistungen an, die bei den teilnehmenden Hotels zu einer echten Prozess­optimierung führen sollen.

Nußbaummüller arbeitet exklusiv für hollu?
Meinschad: Ja, Herr Nußbaummüller arbeitet exklusiv für uns, und wir nutzen auch die Gebäude der SGZ in Wolfern neben unseren eigenen in Linz. Es kommt dann auf die Art der Schulung an, wo sie stattfindet. Für die Ausbildung in der Hotellerie und Gastronomie nutzen wir natürlich das bestehende Hotel der SGZ in Wolfern, für andere Schulungen nutzen wir unsere Niederlassung am Südpark.

Am Ausbildungssektor gibt es ja schon eine ganze Reihe von Anbietern. Warum noch eine und worin unterscheidet sie sich?
Meinschad: Schulungen und Training on the Job sehen wir als essentiellen Teil unseres gesamtheitlichen Angebots für unsere Kunden. Speziell für unsere Zielgruppen mit Eigenreinigung gibt es bisher keine passenden Schulungsangebote am Markt. Wir möchten für alle unsere Kundengruppen maßgeschneiderte Schulungsprogramme anbieten. Diese Maßkonzepte, je nach Anforderungen unserer Kunden, können wir absolut nur mit der eigenen Akademie bedienen – und genau dadurch können wir uns von anderen Anbietern mit Standardangeboten differenzieren. Auch ein Grund war, dass bestehende Schulungseinrichtungen, auch die Gebäudereinigungsakademie in Wien, nicht neutral sind. In allen haben wir ausschließlich Unterlagen von anderen Anbietern aufgefunden. So haben wir uns als Komplettanbieter dazu entschieden, eine eigene Akademie zu gründen.

Welche Unterlagen verwendet die hollu Akademie für allfällige Meisterkurse?
Meinschad: Wir machen die Ausbildung entsprechend der ÖNORM D 2040 mit eigenen Unterlagen und hoher Qualität, denn wir wollen, dass möglichst alle von uns Ausgebildeten die Prüfung bei der Kommission dann auch bestehen. Hoher Standard und ergo eine hohe Abschlussquote sind das Ziel.

Wie beurteilen Sie das Schulungsangebot in Österreich insgesamt?
Meinschad: Wir haben ja selbst schon viel mit anderen Anbietern zusammengearbeitet. Es hat sich sehr vieles bewegt in den letzten Jahren – zum Positiven! Da haben viele bedeutend dazu beigetragen. Wir wollten und brauchen ein Schulungsangebot für unsere Kunden, und da war dann letztlich die Entscheidung: Entweder arbeiten wir mit der bestehenden Infrastruktur oder bauen unsere eigene auf. Für letzteres haben wir uns dann entschieden. Das schließt natürlich punktuelle Kooperationen mit den anderen Anbieter nicht aus.

Wenn man die Ausbildung als Geschäft betrachtet, dann gibt es mehrere Gründe, in dieses Geschäft einzusteigen. Entweder, um die eigene Marke, das eigene Angebot zu komplettieren oder weil es Marktlücken gibt. Was hat bei Ihnen überwogen?
Meinschad: Beides trifft für uns zu. Wir komplettieren unser Gesamtangebot, und es gibt auch Marktlücken. Und zwar sowohl regionale Lücken als auch Ausbildungslücken für Betriebe mit Eigenreinigung. Für diese spezifischen Kundengruppen wie etwa der Hotellerie, den Schulen, bei Pflegeeinrichtungen gab und gibt es zu wenig maßgeschneiderte Angebote. Diese Kunden möchten oftmals nicht den gesamten Meisterkurs besuchen, sondern wünschen sich nur Auszüge aus dem Kurs.

Wie wird die hollu Akademie vermarktet?
Meinschad: Neben allen klassischen Werbe- und PR-Maßnahmen sind natürlich unsere Fachberater alle umfangreich gebrieft und haben immer auch sämtliches Infomaterial für die Gespräche beim Kunden parat. Die beste Vermarktung ist jedoch immer die Weiterempfehlung, weshalb wir viel in die Qualität unseres Angebotes investieren, um am Ende zufriede Kunden zu haben.

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