Die beratende Einkaufsplattform

HandOver ist die hogast fürs Gesundheitswesen. Richard Wisdom, Geschäftführer von HandOver, im Gespräch.

Text Christian Wolfsberg

ReinigungAktuell: Wie ist HandOver entstanden?
Richard Wisdom: Die Firma HandOver in der heutigen Form gibt es seit 2007. Die Initiative zur Gründung der HandOver ging ursprünglich von der Diözese Linz aus, mit dem Ziel, die Kompetenz der Diözese im Gesundheits-, Bildungs- und Sozialbereich mit der Einkaufskompetenz der hogast-Gruppe aufgrund des hohen Einkaufsvolumens zu vereinen. An der Firma Hand­Over hält die Diözese 49 Prozent, die hogast-Gruppe 51 Prozent.

Was ist das kommerzielle Ziel der Hand­Over?
Wisdom: Die Einrichtungen, unsere Kunden, im täglichen Beschaffungsprozess zu unterstützen und ihnen wirtschaftliche Vorteile zu verschaffen. Vorteile durch Volumina, Konditionen und Preise sowie durch eine Entlastung in den Beschaffungsprozessen zugunsten ihrer eigentlichen Kernkompetenz, nämlich der Pflege und Betreuung der Bewohner.

Wie würden Sie Ihre Zielgruppe definieren?
Wisdom: Bettenführende Pflegeeinrichtungen, sowohl öffentliche wie kirchliche, Reha Einrichtungen und Krankenhäuser – eigentlich das gesamte Gesundheitswesen.

Wer kann Ihre Dienstleistung in Anspruch nehmen und wie?
Wisdom: Alle Einrichtungen im Gesundheits-, Bildungs- und Sozialbereich können unsere Dienste in Anspruch nehmen. Der Beitritt wird ganz einfach und unkompliziert durch eine Erklärung zur Zusammenarbeit mit der HandOver herbeigeführt.

Wodurch unterscheidet sich HandOver von anderen Einkaufsplattformen, etwa der BBG oder den Landeseinkaufsorganisationen?
Wisdom: Unsere größte Stärke und unsere zentrale Unterscheidung ist die persönliche Einkaufsberatung. Daraus ergibt sich auch eine sehr individuell auf die Einrichtung abgestimmte Beratung, die Verbesserungspotentiale im Einkauf aufzeigen kann. Unser Beschaffungsportal ‘EasyGoing’ wickelt nicht nur den Einkauf ab, sondern ist auch eine Informations-, Statistik- und Rechnungsübermittlungsplattform. Zum Unterschied von anderen Online-Einkaufsportalen kommt ein Mitarbeiter von uns persönlich zum Kunden – ein Mitglied ruft an, ein HandOver Berater erscheint!

Welchen spezifischen Vorteil haben die Mitglieder/Kunden von euch?
Wisdom: Der Vorteil besteht im wesentlichen aus drei Säulen: Er ist Teil einer Gruppe, die mehr als 1 Milliarde € Einkaufsvolumina am österreichischen Markt repräsentiert, die ihn seine Einkaufsprozesse – Preis, Konditionen, Rechnungskontrolle – lückenlos überwachen lässt und die ihn bei diesen Einkaufsprozessen auch individuell und persönlich berät. Die Beratung der Einkaufsoptimierung umfasst die sinnvolle Bündelung, das Ausschließen doppelter Wege, Analysen über Ausschreibungen und Einbindung in die Erfahrungen der ganzen hogast-Gruppe. Der Kunde profitiert also vom Volumen der gesamten hogast-Gruppe und vom spezifischen Know how der HandOver im Gesundheits-, Bildungs- und Sozialbereich.
Warum wird zum Beispiel ein Altenheim nicht gleich Mitglied der hogast?
Wisdom: Wir haben eine strikte Trennung zwischen der hogast, die für die Gastronomie und Hotellerie zuständig ist, und der HandOver, die österreichweit den Gesundheits-, Bildungs- und Sozialbereich betreut.

Der Ablauf für Kunden ist also: Mitglied werden, Beratung in Anspruch nehmen, bestellen?
Wisdom: Der Kunde bestellt nicht bei HandOver direkt, sondern wie bisher bei seinem Lieferanten – sofern dieser bei HandOver gelistet ist – und lukriert dadurch sowohl die Beratung und das Know how als auch die Preise und Konditionen sowie unsere 100-prozentige Rechnungskontrolle.

Ist die Rechnungskontrolle etwas so Außergewöhnliches?
Wisdom: Der automatische Umfang, den wir anbieten, ist außergewöhnlich. Sonst muss sich ein Kunde diese Kontrolle – Preis und Konditionen – händisch selbst machen.

Ist diese „Mitgliedschaft“ mit einer Gebühr verbunden?
Wisdom: Nein, der Beitritt ist kostenlos. Wir vereinbaren gemeinsam mit jedem Kunden nach dem zweiten Jahr lediglich ein Mindesteinkaufsvolumen. Die Vereinbarung ist gekoppelt mit einer Bearbeitungsgebühr, wenn das vereinbarte Einkaufsvolumen unterschritten wird. Seit Beginn  meiner Zeit als Geschäftsführer ist dieses Mindesteinkaufsvolumen erst drei Mal unterschritten worden und dem sind etliche Gespräche vorangegangen.

HandOver steht im Wettbewerb zu allen anderen Einkaufspools wie der BBG etc.?
Wisdom: Alle anderen Einkaufsorganisationen sehen wir als Marktbegleiter, die ihre Dienste auf ihre jeweilige Art anbieten. Unsere Art ist eben die Individualität, die persönliche Beratung. Den Bundesstellen wird vom Gesetzgeber vorgeschrieben, wo sie einzukaufen haben, die Länder, Gemeinden, das Gesundheitswesen hingegen können und dürfen es sich aussuchen. Die dürfen vergleichen, was HandOver und die anderen bieten.

Sehen Sie sich als Hahn im Korb?
Wisdom: Wir bieten nicht einfach den Einkauf von Erbsen und Karotten, sondern wir beschäftigen uns mit dem gesamten Einkaufsprozess beim Kunden und damit, welche Auswirkungen das auf seinen gesamten Betrieb hat. Wir bieten Beratung und nicht allein die günstigsten Erbsen und Karotten. Wir sehen uns ja den Betrieb gesamtheitlich an und beraten auch über allfällige Optimierungen.

Wie sieht der Einstieg in den meisten Fällen aus?
Wisdom: Meist ist es ein Themenschwerpunkt, der zu uns führt. Die Zusammenführung der Küche auf eine Zentralküche etwa. Wir bauen dann gemeinsam mit den Verantwortlichen Lieferantenstrukturen und Beschaffungsprozesse auf, verhandeln Preise und Konditionen – von der Küche wird dann schnell auf die Reinigung ausgeweitet, auf die Verwaltung, den Energieeinkauf. In etwa 70 Prozent der Fälle werden wir Zug um Zug zu einem One-stop Shop.

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