Arbeitskleidung plus

Der Beschaffungsvorgang von Berufs- und Arbeitskleidung ist für Betriebe zwar wesentlich, aber auch (zeitlich und/oder finanziell) aufwändig. Die Spezialfirmen unterstützen ihre Kunden auf vielfältige Weise in diesem Prozess.

Text: Erika Hofbauer

Petra Gerl, Produktmanagerin bei CWS Workwear Österreich

Petra Gerl, Produktmanagerin bei CWS Workwear Österreich

Die persönliche Beratung und Betreuung wird als Servicefaktor Nummer eins seitens der Hersteller und Händler von Arbeits- bzw. Schutzkleidung identifiziert. Zusätzlich wollen die Anbieter aber auch noch mit spezifischen Dienstleistungen den Beschaffungsvorgang von Bekleidung für Mitarbeiter unterstützen, wie Petra Gerl, Produktmanagerin bei CWS Workwear Österreich, erzählt. Zählt doch für Kunden das passende Preis-Leistungsverhältnis der Produkte zu den ebenfalls wichtigen Kaufentscheidungen. „Schnelle Lieferzeiten und zeitnahe Reaktion bei Problemen gehören ebenfalls zur Erwartungshaltung der Kunden“, so Gerl weiter. Mustervorlagen, Tragetests sowie persönliche Betreuung bei der Ermittlung der Größen (Anproben) sind die Tools, die man seitens CWS Workwear anbiete. Bei Salesianer steht nach der Vorauswahl der Bekleidungslinien, wo auf Qualität, Strapazierfähigkeit und Tragekomfort geachtet wird, der Reinigungsprozess im Vordergrund, wie Thomas Fürst, stellvertretender Regionalleiter und Spezialist für PSA und Workwear, berichtet: „Durch unser System gehören aufwändige und kostspielige Nachbestellungen wie z.B. bei Kleinmengen sowie Lagerhaltungen der Vergangenheit an. Durch unsere optimierten Waschprozesse ist eine hygienisch einwandfrei aufbereitete Arbeitsbekleidung gewährleistet. Das schont nicht nur die Umwelt, sondern auch die Waschmaschinen der jeweiligen Mitarbeiter.“ Die immer strengeren rechtlichen Rahmenbedingungen bei PSA-Artikel mache eine Reinigung in den eigenen vier (privaten) Wänden nahezu unmöglich, betont Fürst: „Einmal falsch gewaschen oder getrocknet – und die Schutzwirkung kann nicht mehr gewährleistet sein.“ Da man bei Salesianer allgemein die Bekleidung auch sachgerecht instandsetze, bei PSA-Bekleidung auf die richtigen Reparaturmittel achte und gegebenenfalls nicht mehr normkonforme Teile austausche, gewährleiste man eine kostensparende und normerfüllende Komplettlösung für die Kunden, so Fürst.

Gutes Preis-Leistungsverhältnis

Thiemo Götzl, Geschäftsführer von Ötscher

Thiemo Götzl, Geschäftsführer von Ötscher

Beim österreichischen Berufskleidungshersteller Ötscher setzt man ebenfalls auf Individualität, wie Geschäftsführer Thiemo Götzl erläutert: „Arbeitskleidung ist so individuell wie ihre Träger und deren Tätigkeiten.“ Die Kunden erwarten daher Bekleidung auf hohem Niveau, in modernem Design und preislich attraktiv. „Der Kunde kann sich für ein Serienmodell aus dem Lagerprogramm entscheiden, unser Team adaptiert dieses dann nach seinen Farbwünschen und schon hat er eine maßgeschneiderte CI-Bekleidung“, sagt Götzl und erklärt die Vorteile: Kurze Entwicklungszeiten, bewährte Passform, günstige Basispreise – und eine Kleidung, die nicht jeder hat. Auch für kreative Vorstellungen der Kunden sei man offen, so der Ötscher-Chef. Unterstützt werden zum Beispiel Sonderanfertigungen, Veredelungen, maßgeschneiderte Lager- und Logistiklösungen sowie die Erstellung und Pflege von Online-Webshops. Für die unterschiedlichsten Bestell-Vorlieben der Kunden hat man auch bei engelbert strauss Österreich ein offenes Ohr:

Henning Strauss, Geschäftsführer von engelbert strauss Österreich

Henning Strauss, Geschäftsführer von engelbert strauss
Österreich

„Die einen ziehen den Versandkatalog vor, andere wiederum greifen zum Telefon oder ordern über den Webkatalog – jeder hat andere Vorlieben“, erzählt Henning Strauss, Geschäftsführer von engelbert strauss Österreich. Seit heuer setzt man auch auf ein neues Konzept. So gibt es erstmals – zunächst am Mondsee bei Salzburg und darauffolgend in Wien – auf je rund 1000 Quadratmetern Pop-up Stores von engelbert strauss. Wer online bestellt, kann auf die ausgefeilte Filterfunktion im Online-Katalog vertrauen, betont Henning Strauss: „Zum Beispiel kann man sich über den ‚Schuhfilter‘ eine Auswahl vorschlagen lassen. Angenommen, jemand sucht für den Winter Arbeitsstiefel in der Sicherheitsklasse S5 – in der Größe 38, die Kälte und zugleich Hitze aushalten und eine bestimmte Sohlenqualität haben. Klick für Klick wird die Auswahl verfeinert.  Das geht bis hin zu Gummistiefeln, die auch noch bei minus 30 Grad angenehm zu tragen sind und beständig gegen Mikroorganismen sind.“ Über die Suchfunktion lassen sich etwa auch zunächst die Materialfunktionen bei der Bekleidung und danach erst die Modelle auswählen, so Strauss: „Die Filterfunktion unterstützt wesentlich bei der Beschaffung.“

Optimierte Leistungen

Thomas Fürst, Workwear-Spezialist bei Salesianer

Thomas Fürst, Workwear-Spezialist bei Salesianer

Der komfortable Bestellvorgang ist die eine Sache, aber worauf legen Kunden besonders viel Wert? „Qualität, modernes Design, Preis, Pünktlichkeit und nicht zuletzt die Zuverlässigkeit bei der Dienstleistung“, beschreibt CWS Workwear-Expertin Petra Gerl die Wünsche, auf die entsprechend reagiert wird: „Wir bieten Tragetests an oder auch eine Preisgestaltung, angepasst an Bedürfnisse des Kunden wie z.B. Mietsplitting bei Saisonartikeln. Die Produktentwicklung erfolgt in Zusammenarbeit mit den Fachbetrieben, dadurch kommt es zu einer laufenden Optimierung von Design, Features und Qualität durch Feedback an die unternehmenseigene Produktentwicklung.“ Eine ähnliche Entwicklung sieht man auch bei Salesianer, wie Workwear-Spezialist Thomas Fürst erzählt: „Eine moderne Schnittführung, ein lässiger Look aus mehreren Farben, leichte und funktionelle Stoffe sowie ausreichende Taschenlösungen für Werkzeuge und Smartphones sind heute selbstverständlich geworden. Bei PSA Bekleidung kommt zusätzlich noch die entsprechende Erfüllung von nötigen Normen hinzu.“ Bei Salesianer würden die Bekleidungslinien weitgehend selbst kreiert und man nehme sich auch „genügend Zeit für ausführliche Testläufe bei Geschäftspartnern“, erläutert Fürst. 

Wichtige Funktionen

Berufsmode von der Stange ortet man auch bei Ötscher als nicht mehr ausreichend: „Es stehen bei den Trägern auch die optischen Merkmale im Mittelpunkt. Doch nur schön reicht auch nicht aus. Berufskleidung muss nach wie vor mehr leisten als Freizeitkleidung“, erklärt Geschäftsführer Thiemo Götzl: „Sie muss sich im Arbeitsalltag mit all seinen spezifischen Anforderungen bewähren. Industriewäschetauglichkeit, Bewegungsfreiheit, funktionelle Taschen für Arbeitsutensilien und sicherheitstechnische Eigenschaften sind nur einige Beispiele. Es gilt, die perfekte Verschmelzung von modischem Design und professioneller Funktionalität zu produzieren.“  Das gelinge vor allem, weil man auf Nachhaltigkeit in jeglicher Hinsicht Wert lege, so Götzl weiter: „Wir setzen seit Beginn an auf europäische Qualität, wir bieten von der 100% Baumwoll-Linie bis hin zur neuesten Gore Gewebetechnologie eine extreme Bandbreite an Premiumqualitätsstoffen.“ Als Familienbetrieb in 4. Generation sei man einer der wenigen Textilunternehmen mit eigener Produktion in Österreich, verweist der Ötscher-Geschäftsführer nicht nur auf kurzfristige Wertgewinne, sondern auf langfristige und stabile Entwicklung. 

Dass Workwear immer mehr zur Visitenkarte fürs Unternehmen wird, wird immer mehr erkannt, erläutert engelbert strauss-Geschäftsführer Henning Strauss den Trend, dass z. B. Branding einen immer höheren Stellenwert einnimmt. Daher adaptiere man auch immer wieder Modelle: „Dabei orientiert sich das Entwicklerteam an den Erfahrungen, Hinweisen und Wünschen der Kunden sowie Experten-Teams.“ Gebrandete Firmenschuhe sind derzeit ein absoluter Renner, so Strauss. Mit der neuen engelbert strauss CI-Factory verfüge man mit dem Logistik-Tower über mehr als eine Million Lager-Slots. „Dadurch wird es möglich, im Baukastenprinzip vielfältige Schuh-Kombinationen anbieten zu können“, erläutert Strauss: „So werden etwa die Schäfte je nach Machart weltweit vorproduziert – die Shuttles bringen die einzelnen Bauteile dann just in time zur Sohlenfertigung im so genannten Injection-Verfahren. Individuelle Formen- und Leistensätze ermöglichen unterschiedlichste Passformen sowie nach Trägerwunsch wählbare Dämpfungsgrade. Auch hinsichtlich des optischen Auftritts entstehen so vielfältige Design-Optionen. 3D-Drucke, Laser-Veredelung oder Web-Patches ermöglichen individuellstes Branding, das die Philosophie des Unternehmens widerspiegelt.“

„Alle Kosten immer transparent“

7 Tipps von Textilexpertin Anja Hegenbart-Wahlen für die professionelle Beschaffung von Arbeitskleidung.

Textilexpertin Anja Hegenbart-Wahlen

Textilexpertin Anja Hegenbart-Wahlen

Jede Branche hat ihre eigenen Anforderungen an Berufskleidung. Faktoren wie Beanspruchung der Kleidung oder Sicherheitsbestimmungen für Beschäftigte gilt es vor der Beschaffung zu berücksichtigen. Wo­rauf Unternehmen genau achten sollten, bevor sie ihre Mitarbeiter ausstatten, erklärt Textilexpertin Anja Hegenbart-Wahlen, International Product Manager beim Anbieter für Mietberufskleidung CWS-boco.

1. Beratung

Für Arbeitgeber spielt Berufskleidung heute eine bedeutende Rolle. Denn Mitarbeiter beurteilen ein Unternehmen auch nach der Qualität der Kleidung, die ihnen zur Verfügung gestellt wird. Die Herangehensweise der Beschaffung variiert. Besonders kleinere Unternehmen sehen sich in Online-Shops oder Katalogen um. Der Nachteil dabei: Da die Beratung entfällt, werden Entscheidungen oft nur nach Optik und Preis getroffen. Dagegen lassen sich im Fachgeschäft oder von Beratern im Direktvertrieb vorab viele nützliche Informationen einholen. Eine ausführliche Beratung kann Kosten sparen und beispielsweise verhindern, dass eine Kleidung gekauft wird, die im Arbeitsalltag zu schnell abgenutzt ist.

2. Klare Anforderungen

Jedes Unternehmen sollte vor dem Kauf die eigenen Anforderungen an Berufskleidung kennen. Ist die Kleidung einer hohen Beanspruchung ausgesetzt? Werden die Kniepartien stark belastet und abgenutzt? Dann sollten Knieverstärkungen oder Kniepolstertaschen bedacht werden. Wer sich bei Angeboten unsicher ist, sollte nach dem Gewicht der Kleidung fragen. Obwohl moderne Arbeitskleidung immer leichter wird, ist Workwear ab 280 g/m2 in der Regel relativ robust. „Wer Arbeitskleidung kauft, muss Verschleiß mit einkalkulieren. Berufskleidung im Mietservice hat den großen Vorteil, dass wir die Kleidung für unsere Kunden konstant instandhalten, reparieren oder austauschen“, so Hegenbart-Wahlen.

3. Sicherheitsrisiken kennen

Laut deutschem Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) müssen Unternehmen potenzielle Gefahren am Arbeitsplatz identifizieren und entsprechende Maßnahmen einleiten, um diese Risiken zu minimieren. Der Arbeitgeber ist daher verpflichtet, Mitarbeitern eine sichere Berufskleidung zur Verfügung zu stellen. Gerade wenn Schutzkleidung benötigt wird, sollten den Verantwortlichen die gesetzlichen Bestimmungen bekannt sein, die seit der neuen PSA Verordnung 2016/425 vorgeschrieben sind. Wird Schutzkleidung benötigt, empfiehlt Frau Hegenbart-Wahlen „dringend, einen Experten zu Rate zu ziehen und den verantwortlichen Mitarbeiter ausreichend schulen zu lassen.“

4. Kostenkalkulation

Das Anschaffen von Berufskleidung bringt jährlich hohe Anschaffungskosten und somit eine hohe Kapitalbindung mit sich. Zudem sollten Inhaber und Entscheider unbedingt Faktoren wie Verschleiß und Fluktuation berücksichtigen. Denn: Verlässt ein Mitarbeiter das Unternehmen, muss der Nachfolger neu ausgestattet werden, da nicht von der gleichen Größe ausgegangen werden kann. Auch Basics wie Polohemden, Hemden und Sweatshirts gehören zur Ausstattung dazu. Wer sich dafür entscheidet, die Kleidung seiner Mitarbeiter im Mietservice zu beziehen, bindet sich zwar vertraglich, kann aber ein ganzes Jahr genau vorkalkulieren. Da die Mietgebühr neben Waschen und Reparatur auch Größenaustausch oder Abmelden von Mitarbeitern beinhaltet, sind die Kosten für Berufskleidung genau planbar.

5. Verwaltung und Lagerhaltung

Die Beschaffung und Bewirtschaftung von Berufskleidung benötigt Zeit, Ressourcen und gegebenenfalls Lagerfläche. Dies gilt es vor der Ausstattung der Mitarbeiter zu bedenken. Damit Mitarbeiter oder Inhaber nicht wertvolle Arbeitszeit mit dem Beschaffen und Verwalten von Kleidung verbringen, muss dieser Faktor im Vorfeld berücksichtigt werden.

6. Selbst waschen oder Mietservice

Die Mehrheit der Arbeitnehmer erwartet heutzutage, dass ihr Arbeitgeber für das Waschen der Kleidung sorgt. Dafür können Waschmaschinen auf dem Firmengelände eine Lösung sein oder ein ausgelagerter Wäscheservice. „Mitarbeiter mit dem Waschen oder Ausbessern ihrer Arbeitskleidung allein zu lassen, ist im Zeitalter des Fachkräftemangels und zahlreicher Richtlinien kein empfehlenswerter Ansatz“, findet Hegenbart-Wahlen. „Wer seine Mitarbeiter an sich binden möchte, zeigt mit der Übernahme der Wäsche auch seine Wertschätzung. Gleichzeitig geht er sicher, dass die Beschäftigten immer über saubere Kleidung verfügen.“

7. Ein professioneller Auftritt

Vor der Entscheidung für eine bestimmte Kollektion sollten sich Entscheider gut informieren: Ist die Kleidung auch längerfristig verfügbar? Mitarbeiter sollten im Team eine optische Einheit bilden und ihr Unternehmen positiv repräsentieren. Tragen die Angestellten unterschiedliche Kleidung oder werden neue Mitarbeiter anders ausgestattet, trübt dies den professionellen Auftritt. Auch individualisierte Arbeitskleidung mit Mitarbeiternamen und Unternehmenslogo hinterlässt einen positiven Eindruck eines Teams bei Kunden. „Ich kann jedem empfehlen, einen Mietserviceanbieter wie CWS-boco einmal auszuprobieren. Die Kleidung kommt bereits individualisiert auf jeden Mitarbeiter angeliefert und wird regelmäßig gewaschen. Dabei sind alle Kosten immer transparent. Einfacher geht es wirklich nicht“, erklärt die Textilexpertin.

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