1.824.000.000 Euro

Die Top 50 Infrastrukturellen FM Unternehmen setzen mehr als 1,8 Milliarden Euro in Österreich um.

Text Christian Wolfsberg

Das erste ReinigungAktuell Ranking der 50 größten Reinigungsunternehmen (nunmehr infrastrukturellen FM Unternehmen) Österreichs ist 2004 erschienen. 15 Rankings später ist es wieder einmal Zeit, diese Zeitreihe zu analysieren, die Entwicklung der Top 50 Unternehmen sowie die generelle Situation der Branche unter die Lupe zu nehmen und vielleicht auch ein wenig Benchmarking zu betreiben.

DAS RANKING

Der Ursprungsgedanke des Rankings war ein olympischer: Dabeisein sollte alles sein. Wir hatten – damals wie heute – die Absicht, einmal pro Jahr den Einkäufern von infrastrukturellen Facility Dienstleistungen eine Übersicht der wichtigsten Unternehmen zu bieten. Für diesen Einkauf, also für den gesamten Einkauf im Gesundheitswesen, in den Kommunen, bei den Immobilienverwaltungen und vielen mehr, ist das Ranking konzipiert, um eine jährliche Übersicht der bedeutendsten Betriebe zu bieten. Der Umsatz ist und bleibt das einzig einigermaßen objektive Kriterium für die Aufnahme in das Ranking. Dass aber selbst dieses scheinbar objektive Kriterium nur sehr grobe Erkenntnisse liefert, dafür reicht ein Blick auf nebenstehende Tabelle über die Jahre. Was zählt zum Umsatz? Auslandstöchter auch? Der Malereibetrieb? Jedenfalls können in dieser Tabelle die Aufs und Abs vieler bekannter Firmen in groben Zügen verfolgt werden. Einige einst prominente Namen wie AGS, Bromberger, DIW, Fantom, Heimlich, Piepenbrock, Putzteufel und ReifRein sind in dieser Zeit verschwunden – aufgekauft wohlgemerkt, nicht eingegangen! Das Gros der Daten basiert auf Eigenangaben der Firmen, daher ist es der Vergleich zu den anderen und die eigene Position im Konkurrenzumfeld, die zählt, und nicht die absoluten Zahlen.1)

DER UMSATZ

Egal, ob nun die absoluten Zahlen auf Punkt und Komma stimmen oder nicht, der Trend der letzten Jahre ist klar: Es geht hinauf! Lag der Umsatz der Top 50 im Jahr 2003 noch bei insgesamt rund 640 Millionen €, ist diese Summe jetzt bei 1,8 Milliarden € angelangt. Das ist ein Anstieg von 284 %, also fast eine Verdreifachung! Das EU-Europa kann da schlichtweg nicht mithalten2): 2003 lag der Umsatz von 19 EU-Staaten bei 44,4 Milliarden €, 2014 waren es 73,9 Milliarden – ein Zuwachs von „lediglich“ 66 %.
Warum diese Verdreifachung? Nun, zum einen verzeichnen wir Jahr für Jahr mehr Nennungen zum Ranking, und zwar Nennungen von bedeutenden Playern in dieser Branche. Beispiel: 2017 ist die CKV Gruppe (Hellrein) wieder gelistet und Eurest (Teil der Compass Group) zum ersten Mal. Zusammen machen die beiden einen Umsatz von knapp 180 Millionen. Zum Zweiten, wenn mann die 1,8 Milliarden der Top 50 mit dem Gesamtumsatz der Reinigungsbranche in Deutschland vergleicht – da macht die Reinigung alleine (ohne IFM) laut EFCI 15 Milliarden aus2) – dann erscheint die Zahl auch nicht mehr so verrückt. Und Drittens, glaube ich, dass der Markt tatsächlich wächst. Das hängt in Österreich und in der EU an zwei Faktoren: 1. das nach wie vor ungebrochene Outsourcing von Leistungen, die nicht zum zentralen Kerngeschäft gehören, sowie 2. die immer noch zunehmende Verschiebung von industriellen Aktivitäten in Richtung Dienstleistung.

DIE PRODUKTIVITÄT

Unserem aktuellem Ranking zufolge beschäftigen die Top 50 IFM Unternehmen ca. 62.000 Personen, woraus sich ein durchschnittlicher Umsatz pro Mitarbeiter von etwa 29.000 € ergibt. Laut EFCI-Studie2) liegt der Durchschnitt in der EU bei 26.880 € pro Mitarbeiter. Wie schon in der Studie 2010 führt Skandinavien die Produktivität nach wie vor an; Schweden liegt bei 57.710 €, Dänemark sogar bei 77.240 €. Aber auch in unserem Ranking gibt es große Unterschiede, die sich jeder selbst nachrechnen kann; der höchste Wert pro Mitarbeiter liegt bei fast 75.000 € der geringste bei 19.600 €. Der Schluss, dass in machen Unternehmen – vielleicht auch aufgrund der Art der erbrachten Dienstleistung, nämlich, ob nur personalintensive Reinigung oder etwa Catering erbracht wird  – bzw. in den Skandinavischen Ländern (unabhängig von höheren Preisen und Löhnen) einfach effizienter, nämlich weniger personalintensiv, sondern mit höherem technischen Einsatz – gearbeitet wird, liegt sehr nahe.
Fazit: Es sind nicht die absoluten Zahlen, die Bedeutung haben, sondern der allgemeine Trend, und der zeigt weiterhin und zum Glück deutlich stark nach oben.

  1. Das Gros der Daten beruht auf Firmenangaben. Im Laufe der Jahre wurden aber auch Daten von Compass, Hoppenstedt, Herold und aus dem Firmenbuch verwendet.
  2. THE CLEANING INDUSTRY IN EUROPE, an EFCI Survey, Edition 2016 (Daten aus 2014) – dieser Bericht kann bei der EFCI für 180 Euro erworben werden: www.efci.eu

 

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